Afghanistan ist weltgrößter Haschisch-Produzent
Afghanistan ist nicht nur der weltgrößte Produzent von Opium, sondern auch von Haschisch. Dies ergab die erste "Afghanistan Cannabis Studie", die jetzt vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC in Wien präsentiert wurde.
www.tagesschau.de 31.03.2010
"Während andere Länder noch mehr Cannabis anbauen, macht der erstaunliche Ertrag der afghanischen Cannabis-Ernte das Land zum größten Haschisch-Hersteller der Welt", sagte UNODC-Generaldirektor Antonio Maria Costa.
Viele Bauern bevorzugen Opium
Die Studie schätzt, dass in dem krisengeschüttelten Land jedes Jahr auf 10.000 bis 24.000 Hektar Cannabis angebaut wird. Daraus würden pro Hektar 145 Kilogramm Cannabis-Harz (Haschisch) produziert. Zum Vergleich: In Marokko sind es pro Hektar nur 40 Kilogramm. Insgesamt produziere Afghanistan jährlich zwischen 1500 und 3500 Tonnen der Droge, hieß es. Die Studie basiert auf Daten aus 1634 Dörfern in 20 Provinzen.
Der Bruttoverdienst pro Hektar Cannabis (3900 US-Dollar, rund 2900 Euro) ist der Studie zufolge höher als bei Opium (3600 US-Dollar, rund 2675 Euro). Auch sei es in Afghanistan wesentlich billiger, Cannabis anzubauen und zu verarbeiten als Opium. Dennoch bevorzugten viele Landwirte Opium: Cannabis könne nicht so lange gelagert werden und sei eine Sommerpflanze, was wegen Wasserknappheit zu Problemen führen könne.
Anschlag auf Bauern in Provinz Helmand
Die internationale Gemeinschaft versucht seit Jahren, die Drogenproduktion in Afghanistan zu verringern. Doch auch diese Versuche werden immer wieder von Terroristen durchkreuzt. So starben heute in der Nähe der Stadt Laschkar Gah in der Provinz Helmand mindestens acht Menschen bei einem Anschlag. Ein Sprecher der Provinzregierung sagte, Menschen hätten sich in der Gegend versammelt gehabt, um kostenloses Saatgut zu erhalten. Um die Umstellung der Landwirtschaft vom Anbau von Pflanzen zur Drogenherstellung auf herkömmliche Feldfrüchte zu fördern, werden in Afghanistan Saatgut, vor allem für Weizen, und Düngemittel kostenlos an Landwirte verteilt.











