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BAG: Veränderungen im Cannabiskonsum 2004 bis 2007, Ergebnisse des Schweizerischen Cannabismonitorings

I. Einleitung

1. Das Schweizerische Cannabismonitoring

Das Schweizerische Cannabismonitoring wurde im Jahr 2003 durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ins Leben gerufen. Dieses Monitoring beinhaltet eine Sentinellastudie (Fokusgruppen mit Experten und Expertinnen), eine kriminologische Marktstudie sowie eine repräsentative Längsschnittuntersuchung der Schweizer Bevölkerung im Alter von 13 bis 29 Jahren. Ziel dieser Kohortenstudie ist die Beschreibung von Prävalenzen, Konsumformen und Folgen des Cannabisgebrauchs von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie von deren Einstellungen zur Cannabisthematik,insbesondere zur Rechtslage. Folgende Forschungsinstitute sind am Cannabismonitoring, welches durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanziert wird, beteiligt: Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA), das Institut für Sucht- und Gesundheitsforschun (ISGF) in Zürich, das Institut Universitaire de Médcine Sociale et Préventive (IUMSP) in Lausanne, das Institut de Criminologie et de Droit pénal (ICDP) der Universität Lausanne sowie das Institut für Begleit- und Sozialforschung (IBSF) in Zürich. Der vorliegende Forschungsbericht wurde von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) erstellt. Er beruht auf Ergebnissen der Kohortenstudie, welche durch die SFA, das Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) und das Institut für Begleit- und Sozialforschung (IBSF) durchgeführt wird.

2. Forschungsdesign

Die erste Erhebungswelle der Kohortenstudie des Schweizerischen Cannabismonitorings fand im Jahre 2004 statt: In einer repräsentativen telefonischen Befragung wurden 5025 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 29 Jahren zu ihrem Konsumverhalten und ihrer Einstellung zur Cannabisthematik befragt. Drei Jahre später (2007) konnten davon 3103 Personen wieder kontaktiert und befragt werden. Zusätzlich wurde die Stichprobe neu mit 2611 13- bis 18-Jährigen aufgestockt. Diese Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen wurde in der Stichprobe disproportional stärker berücksichtigt. Das heisst, es wurden, im Verhältnis zur Grundpopulation, überproportional viele 13- bis 18-Jährige befragt (Details zur Methodik vgl. Müller, 2007a).

Der gesamte Datensatz enthält somit drei verschiedene Typen von Befragten:

a) Individuen, die längsschnittlich befragt wurden und so jeweils Messungen im Jahre 2004 und im Jahre 2007 haben; sog. „Panel1“.

b) Individuen, die 2004 teilgenommen haben, aber wegen Panelattrition2 2007 nicht mehr befragt werden konnten; sog. „Dropouts“.

c) 13- bis 18-jährige Individuen, die 2007 die Stichprobe aufstocken („Revolving Paneldesign“), also nur Messungen in 2007 aufweisen; sog. „Ergänzung“.

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BAG: Veränderung im Cannabiskonsum 2004-2007

III. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Für die Zeit zwischen 2004 und 2007 ist in der Schweiz eine leichte Abnahme in den Anteilen an Cannabiskonsumierenden zu verzeichnen. Einerseits ist im Allgemeinen der Anteil an Personen, die in ihrem bisherigen Leben mindestens einmal Cannabis probiert haben (Lebenszeitprävalenz), im Jahr 2007 etwas geringer als im Jahr 2004. Andererseits ist auch der Anteil an Personen, die in den sechs Monaten vor der jeweiligen Befragung mindestens einmal Cannabis genommen haben (aktuell Konsumierende), im Jahr 2007 etwas geringer als drei Jahre zuvor.

Grundsätzlich kann von einem „leichten“ Rückgang gesprochen werden, da dieser rückläufige Trend im Cannabisgebrauch nur in gewissen Subgruppen statistische Signifikanz erreicht und gezeigt werden konnte, dass teilweise ein selektiver Stichprobenausfall stattgefunden hat, d.h. Cannabiskonsumierende sind eher aus der Stichprobe gefallen als nicht Konsumierende (Kapitel 1.1).

Der Rückgang in der Lebenszeitprävalenz und in den Anteilen an aktuell Cannabisgebrauchenden zeigt sich generell bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beider Geschlechter im Alter von etwa 14 bis 24 Jahren. Bei den 25-Jährigen und älteren Personen ist ein Anstieg festzustellen. Dies ist dadurch erklärbar, dass jene Personen bereits im Jahr 2004 das Alter überschritten hatten, in welchem üblicherweise mit dem Cannabiskonsum angefangen wird, so dass sie vermutlich für Veränderungen des Umfeldes (d.h. für ein kritischeres gesellschaftliches Klima) weniger empfänglich sind. Auch mögen sich in dieser Altersgruppe Konsummuster bereits verfestigt haben (Kapitel 1.1).

Für das Panel, d.h. für die zweimal befragten Personen, zeigen sich sehr ähnliche Ergebnisse wie für die gesamte Stichprobe: Werden die einzelnen Altersgruppen miteinander verglichen, zeichnet sich für die Zeit zwischen den beiden Erhebungen bei 16- bis 24-Jährigen ein Rückgang in den Anteilen an aktuell Cannabis-konsumierenden ab, während bei 25- bis 27-Jährigen eine Zunahme stattgefunden hat. Beim Vergleich der Geburtskohorten nehmen - bereits ab der Kohorte der im Jahr 2004 16- bis 18-Jährigen - die Anteile an aktuell Konsumierenden ab, während die Anteile ehemals Konsumierender zunehmen. Die Mehrheit der zweimal befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigt ein über die beiden Erhebungswellen hinweg stabiles Cannabiskonsummuster.

Das heisst, ein Grossteil der zweimal Befragten hat weder im Jahr 2004 noch im 2007 Cannabis genommen. Je älter die Personen werden, umso stabiler ist ihr Konsumverhalten (Kapitel 1.2). Der Anteil an sehr häufig, das heisst, fast täglich, täglich oder mehrmals täglich, Cannabisgebrauchenden, innerhalb der Gruppe der jeweils aktuell Konsumierenden, hat zwischen 2004 und 2007 klar abgenommen. Diese Abnahme zeigt sich bei Frauen und Männern, sowie am deutlichsten in der Altersgruppe der 19- bis 24-Jährigen. Auch innerhalb des Panels hat der Anteil an sehr häufig Cannabisgebrauchenden abgenommen (Kapitel 2.1/2.2).

In der gesamten Schweizer Bevölkerung hat der Anteil an Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem „problematischen“ Cannabiskonsummuster (gemäss CUDIT) signifikant abgenommen. Auch ausschliesslich innerhalb der Gruppe der aktuell Konsumierenden zeichnet sich dieser Rückgang ab, erreicht jedoch keine statistische Signifikanz, mit Ausnahme der 19- bis 24-Jährigen. Bei der Analyse getrennt nach Schweizer Sprachregionen, zeigt sich, dass der Rückgang in den Anteilen an „Problemkonsumierenden“ auf die französisch- und italienischsprachigen Landesteile zurückzuführen ist; in der Deutschschweiz hat der Anteil an Personen mit „problematischem“ Konsummuster in der besagten Zeitspanne nicht abgenommen, obschon auch in der Deutschschweiz weniger häufig Cannabis konsumiert wird (Kapitel 3.1).

Parallel zu den Entwicklungen in der Gesamtbevölkerung, ist auch im Panel zwischen 2004 und 2007 der Anteil an Personen mit einem „problematischen“ Cannabiskonsummuster deutlich zurückgegangen (Kapitel 3.2).

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Impressum © Bundesamt für Gesundheit (BAG) Herausgeber: Bundesamt für Gesundheit Publikationszeitpunkt: August 2008 Autorenschaft: Die Arbeitsgruppe Cannabismonitoring im Auftrag des BAG (Vertrag 01.001316 / 2.24.02.-126) Layout: Silversign, visuelle Kommunikation, Bern Fotos: Fotolia Weitere Informationen: BAG, Öffentliche Gesundheit, Sektion Grundlagen und Forschung 3003 Bern, Telefon +41 (0)31 323 23 58 Kontakt bei der Arbeitsgruppe Cannabismonitoring: E-Mail: ggmel chez sfa-ispa.ch oder bannaheim chez sfa-ispa.ch

Artikel modifiziert Sonnabend 11. Oktober 2008 01:35, Erscheinungsdatum Sonnabend 11. Oktober 2008 01:22

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