Brief 2 an das Bundesamt für Gesundheit; Betrifft: Legale Verschreibung von Cannabis.
An Das:
Bundesamt für Gesundheit
BAG
3003 Bern
Betrifft: Legale Verschreibung von Cannabis.
Sebtember 2011
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe Ihre Antwort auf meinen ersten Brief erhalten.
Sie gehen davon aus, dass die Blüten nicht in einer anerkannten Galenischen Darreichungsform konsumiert werden können. Ich denke, Sie kennen sicher die Produkte des niederländischen Unternehmens Bedrocan BV [1]. Es ist das einzige Unternehmen welches vom Holländischen Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport für die Produktion und Anbau von Cannabis Blüten zugelassen wurde. Die Produkte sind anerkannt und werden als anerkannte Galenische Darreichungsform in allen Holländischen Apotheken verkauft. Der Gehalt an THC und CBD der Produkte ist bekannt und stabil, dies ist nicht der Fall bei Cannabis aus dem Schwarzmarkt.
Sie gehen auch davon aus, dass die Blüten nicht in einer anerkannten Galenischen-Darreichungsform konsumiert werden können, sondern dass sie geraucht werden. Ich möchte betonen, dass die Blüten von Cannabis nicht einzig zum Rauchen geeignet sind, sondern es wird sogar empfohlen, Cannabis nicht zu rauchen. Stattdessen können sie diese mit einem Vaporizer inhaliert, oder als Tee getrunken werden.
Medizinischer Cannabis in Form von Blüten steht bereits in vielen Ländern wie Holland, Spanien, Kanada und einige Staaten der USA zur Verfügung. Ich verstehe nicht, dass dies in der Schweiz nicht möglich ist. Der Auftrag des BAG ist die Förderung und den Schutz der Gesundheit aller Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Also frage ich Sie, wie soll meine Gesundheit geschützt werden, wenn ich nur auf dem Schwarzmarkt Cannabis-Blüten erwerben kann? Wäre es nicht klüger, wenn Patienten, zur Behandlung oder zur Linderung ihrer Krankheiten, sich mit Cannabis-Blüten versorgen könnten die keine Pestizide, keine chemischen Düngemittel oder Schwer-Metall, Mikroorganismen oder Glassplitter enthalten! Es ist dringend notwendig, die Gesundheit der Patienten die Cannabis benutzen zu schützen, indem ihnen die Möglichkeit zum Erwerb der kontrollierten medizinischen Cannabis Blüten mit einem stabilen Gehalt an THC und CBD ermöglicht wird.
Das „International Drug Policy Consortium“ (IDPC), zeigt in seinem Führer: Drug Policy Guide [2], dass: Menschen- und Grund-rechte der Vereinten Nationen gelten auch im Rahmen der Drogenpolitik. Drogenkonsumenten sollten unter allen Umständen, die gleichen Rechte wie jedem andere Bürger gegeben werden, einschließlich:
Das Recht auf Leben.
Das Recht auf Menschenwürde.
Das Recht auf Schutz durch das Gesetz gegen Diskriminierung, zum Beispiel für den Zugang zur medizinischen Versorgung oder Beschäftigung.
Das Recht auf Gesundheit, dazu auch Informationen über die zur Verfügung stehenden Behandlungen, um eine informierte Zustimmung abzugeben.
So bitte ich Sie, die Menschen- und Grund-rechte der Vereinten Nationen, das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Menschenwürde zu berücksichtigen, um Ihre Position zu überdenken und mir sowie allen Patienten die sich mit Cannabis Blüten behandeln oder Linderung wollen, den Zugriff auf qualitativ hochwertige Produkte zu ermöglichen, ohne dass wir uns den Regeln des ungesunden Schwarzmarkt unterwerfen müssen.
Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (CFLD) empfiehlt in seinem Bericht vom 2008 [3]:
Die Kommission bleibt grossmehrheitlich bei ihrer im Cannabisbericht 1999 formulierten Empfehlung, die Zugänglichkeit von Cannabisprodukten über ein Regulierungsmodell zu steuern, das der Prävention und insbesondere dem Jugendschutz die notwendige Beachtung schenkt. Eine solche Lösung würde eine materiellrechtliche Strafbefreiung für den eigenen Konsum und seine Vorbereitungshandlungen beinhalten. In Berücksichtigung der internationalen Konventionen bliebe der Großhandel strafbar. Dies schließt aber nicht aus, dass für den Kleinhandel im oben beschriebenen Rahmen eine Opportunitätsregelung geschaffen wird. Die rechtliche Grundlage dazu wäre im Betäubungsmittelgesetz festzulegen.
Wenn die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) eine Lösung empfiehlt, die mit einer Legalisierung von Cannabis als Freizeitdroge zu vergleichen ist, kann ich Ihre Position gegenüber Benutzern von medizinischem Cannabis nicht verstehen. Sie sollten an uns denken, die wir gezwungen sind, uns auf den Schwarzmarkt einzudecken, die wir Produkte benutzen welche möglicherweise schädlich für unsere Gesundheit sind, die keinen stabilen Gehalt an Cannabinoïden enthalten und deshalb je nach gekauftem Produkt sehr unterschiedlich wirken, während ein anerkanntes Produkt von einer Firma wie Bedrocan BV es uns ermöglichen könnte, stabiles Cannabis zu erwerben, mit immer den gleichen Eigenschaften, ohne Gefahr für die Gesundheit.
Sie bieten mir Ihrer Meinung nach, bewährte Alternativen wie Dronabinol und Sativex, die nicht so vollständig sind wie die ganze Pflanze, welche etwa 80 Arten von bekannten Cannabinoiden enthält. Dronabinol und Sativex kann für eine Krankheit oder einen Menschen geeignet sein, aber ist sicher nicht für jedermann geeignet. Warum sich mit einem synthetischen Molekül begnügen, oder einfach nur ein Produkt zu extrahieren, während die ganze Pflanze mehr bietet, um effizienter Schmerzen zu lindern oder die Krämpfe besser zu beruhigen.
Laut Ihrem Anhang, Punkt 4.3 (Ausnahmegenehmigung für eine beschränkte medizinische Anwendung, vorzulegende Dokumente) fragen Sie, wie eine Behandlung mit Dronabinol oder Sativex finanziert würde: Art der Finanzierung für die Therapie, da die Kosten nicht durch eine Grund-Versicherung der Krankenkassen abgedeckt werden.
Wie viel kostet die Behandlung Ihrer Meinung nach, pro Jahr? Laut dem Bulletin der Internationalen Vereinigung Cannabis als Medizin (IACM) vom 03. Juli 2010 [4] , beläuft sich der Preis des THC der Cannabissorte Bedrocan (19% THC, 9 € pro Gramm) in Holländischen Apotheken verkauft auf € 0,05 / mg. Die Kosten für das THC von Sativex belaufen sich auf ca. 0,62 € / mg, ungefähr 12 Mal teurer, die von Dronabinol sind in Deutschland 0,80 € / mg, so ungefähr 16 Mal teurer. Wie denken Sie, finanziere ich Produkte, die viel zu teuer sind? Während mir die Blüten besser helfen und finanziell viel leichter erhältlich sind.
Das neue Betäubungsmittelgesetz, erlaubt es Drogenabhängigkeit durch die gleichen Drogen als Medikament zu behandeln. So können Sie Menschen helfen, ihre Probleme mit der Heroin-Abhängigkeit in den Griff zu bekommen, indem Sie ihnen legal Heroin von guter Qualität liefern, ohne die gefährlichen Streckmittel welche von organisierten Verbrechern , auf dem Schwarzmarkt verkauft werden. Sie sprechen in Ihrem Anhang den Sie mir zugesandt hatten auch von Patienten die mit LSD behandelt werden : Patienten, die mit Drogen (Cannabis oder LSD) behandelt werden, unterliegen einem allgemeinen Verbot des führens eines Fahrzeuges. Ist es also möglich unter der Perspektive der „Behandlung gegen Cannabis -Sucht“, reine Cannabis-Blüten zu erhalten? Es ist also in der Schweiz möglich, legal Heroin oder LSD aus medizinischen Gründen (Behandlung von Suchtkrankheiten) zu erhalten, aber es ist nicht möglich, Blüten von Cannabis aus anderen medizinischen Gründen als eine Suchtkrankheit zu erhalten? Wäre es nicht gerechter, den legalen Zugang zu Cannabis Blüten für Kranke zu ermöglichen?
Im meinem beigelegten Anhang können Sie nachlesen, was das Gericht im Bezirk Yverdon im Jahr 2001, feststellte:
Ich bin berechtigt - auf Grund Ärztlicher Zeugnisse - Produkte aus Hanf, zu erwerben, zu besitzen, zu transportieren und zu konsumieren, dies im Verhältnis zu meinem persönlichen Gebrauch.
Ich kann nicht für den Besitz, Transport und Verbrauch dieser Waren verfolgt werden.
Das Gericht beschloss:
Freisdpruch vom Verstoss gegen Art.19a BetmG.
Da das Gesetz seit 1. Juli 2011 geändert ist, macht Ihre Website klar: Die Verschreibung von Cannabis ist eindeutig möglich, in begründeten Fällen vor allem, wenn es um schwere Krankheiten geht. Sie sprechen von Cannabis, nicht Cannabis-Extrakt oder synthetischem THC. Cannabis ist weniger gefährlich als Alkohol, als Heroin oder LSD, und hat international anerkannten medizinischen Eigenschaften, wenn sie durch rechtlich beglaubigte Unternehmen produziert und kontrolliert wird, anstatt der Mafia.
Ich möchte Sie auffordern mir auf die folgenden Fragen eindeutig zu antworten:
Muss ich weiterhin Cannabis vom Schwarzmarkt verwenden?
Muss ich weiterhin mein Geld an Mafiöse-Organisationen abgeben?
Muss ich weiterhin Cannabis konsumiert welches für meine Gesundheit schädliche Chemikalien enthalten könnte?
Muss ich weiterhin das Risiko tragen, kein Cannabis auf dem Schwarzmarkt zu finden und dann keine Möglichkeit zu haben meine leiden zu lindern?
Muss ich weiterhin ein "Gesetzloser"sein , um eine Substanz zu erhalten, die mir hilft besser zu leben, die mir mit meinen Schmerzen besser hilft und mir hilft, weniger Krämpfe zu haben?
Ich sage Euch, ganz klar, ich habe nicht gewartet, bis das Recht mir erlaubt, Cannabis für medizinische Zwecke zu nutzen, und auch wenn Sie mir die Möglichkeit verwehren, legale medizinische Cannabis-Blüten zu erwerben, werde ich nicht aufhören Cannabis als Medikament zu benutzen. Dies solange es mir gut tut und ich von meinen Ärzten die mir geholfen haben unterstützt werde und mich auch weiterhin im Kampf gegen meine Krankheit begleiten.
Können Sie den Zugang zur Verwendung der Blüten von Cannabis noch verwehren, jedem Schweizer der dies aus medizinischen Gründen beantragt und die Unterstützung von seinem Arzt oder einem Doktor haben?
... ... ...
Verein Cannabis Medizin Schweiz, Christian

P.S.
Fortsetzung folgt.
http://www.swissmedic.ch/produktber...
Ist die medizinische Anwendung von Hanf und Hanfprodukten in der Schweiz erlaubt?
Eine medizinische Anwendung von Hanf oder Hanfprodukten ist unter der heutigen Gesetzgebung nicht erlaubt. Ausnahmen: Anwendung von Cannabis und Cannabisprodukten im Rahmen von wissenschaftlichen Studien und Bekämpfungsmassnahmen sowie die Anwendung eines synthetisch hergestellten Präparates im Rahmen einer beschränkten medizinischen Anwendung.
Notizen
[1] http://www.bedrocan.nl/ Bedrocan BV ist seit 01. März 2005 das einzige niederländische Unternehmen, das vom Niederländischen Ministerium zum Anbau und zur Produktion von Cannabis Medikamenten unter Vertrag genommen wurde.
[2] http://www.grea.ch/publications/pol... / http://idpc.net/publications/idpc-d... : Seite 21/22
[3] http://www.bag.admin.ch/themen/drog... Cannabis 2008 Lagebeurteilung und Empfehlungen der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen











