Budapest: Erdbeereis statt Drogen
Im Rahmen der internationalen Kampagne "Million Marijuana March" demonstrierten am Sonntag, dem 8. Mai, Tausende gegen die harte Bestrafung des Konsums so genannter weicher Drogen.
Die Protestaktion ging vom ungarischen Hanf-Verein (Kendermag Egyesület) aus und wurde vom liberalen SZDSZ unterstützt. Die Veranstaltung leitete Stand-up-Comedian András Hajós. Für die musikalische Untermalung sorgten Korai Öröm und Anima Sound System.
"Unser Ziel ist es nicht, die Drogen zu legalisieren. Wir wollen, dass die Bestrafung liberalisiert wird. Nicht gegen die Konsumenten müsste die Polizei vorgehen, sie sollte sich eher auf die Dealer konzentrieren", meinte Péter Juhász, der Sprecher des Hanf-Vereins. Erst vor einigen Wochen rief Juhász die Bevölkerung dazu auf, sich dazu zu bekennen, bereits Drogen konsumiert zu haben. Auch andere Organisationen ließen sich die Möglichkeit nicht entgehen, ihre Einstellung zu Drogen zu demonstrieren. So verteilte die Jugendorganisation des konservativen MDF, das Forum Junger Demokraten, kostenlos Erdbeereis auf der Margaretheninsel. Derweil versammelten sich Anhänger der rechtsgerichteten Gruppe Gewissen 88 um die Hanf-Demonstranten, sahen aber beim Anblick der 150 Polizisten von einer Aktion ab. Die Vereinigung Jobbik verkündete als Reaktion, sie plane für Mai eine Protestaktionsreihe gegen die Liberalisierung von Drogen.










