Chemie und Pharmakologie
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...wurde (Hanf) vorwiegend für religiöse Zwecke benutzt, in den beiden anderen Gebieten hauptsächlich zu Vergnügungszwecken. Der Cannabisgebrauch wurde in den ländlichen Gegenden nicht als von der Norm abweichendes Verhalten angesehen, in städtischeren Regionen aber wohl. (Machado 1994).
Daten aus anderen Ländern Asiens waren von der WHO (Weltgesundheitsorganisation, dt. Abk. WGO, frz. Abk. OMS) nicht erhältlich.
4. Chemie und Pharmakologie
4.1. Terminologie
Cannabis ist ein Gattungsname zur Bezeichnung der verschiedenen psychoaktiven Zubereitungen der Cannabis sativa-Pflanze (Hanfpflanze). Die wichtigste psychoaktive Substanz in Cannabis ist ê-9-tetrahydrocannabinol (THC). Verbindungen, welche in ihrer chemischen Zsammensetzung dem THC ähnlich sind, werden als Cannabinoide* bezeichnet.
Zudem gibt es eine Anzahl von kürzlich entdeckten Verbindungen, die sich zwar strukturell von den Cannabinoiden unterscheiden, aber in ihrer pharmakologischen Wirkungsweise den Cannabinoiden in vielem ähnlich sind. In vielen Ländern ist die mexikanische Bezeichnung "marijuana" für die Blätter oder anderes Rohmaterial der Cannabispflanze gebräuchlich. Die unbefruchtete weibliche Pflanze ist als sinsemilla bekannt. Das Harz der blühenden Planzenspitzen wird hashish genannt. Cannabisöl (Haschischöl) ist ein Konzentrat von Cannabinoiden, welches durch Extraktion mit Lösungsmitteln aus unbearbeitetem Pflanzenmaterial oder Harz gewonnen wird.
4.2. Cannabis und verschiedene Präparate
Cannabis enthält mindestens 60 Cannabinoide, von denen einige biologisch aktiv sind. Von hauptsächlichem Interesse ist (-)-Trans-ê-9-tetrahydrocannabinol (wenn nicht anders spezifiziert nachstehend als THC bezeichnet), welche das am stärksten wirksame Cannabinoid der Hanfpflanze ausmacht. Cannabinoide können in der Pflanze auch in Form von Carboxylsäure-Derivaten , d.h. Tetrahydrocannabinolsäure vorkommen. Es ist bekannt, dass der THC-Gehalt und die Cannabinoid-Zusammensetzung je nach Art der Pflanze und den Wachstumsbedingungen sehr unterschiedlich sein können. Der THC-Gehalt der Cannabispflanze bewegt sich üblicherweise zwischen 0.5% und 4% (Huestis et al., 1992). Cannabisöl, Haschisch und Sinsemilla haben sämtliche einen THC-Gehalt, welcher denjenigen des durchschnittlichen Pflanzenmaterials übersteigt. Sinsemilla kann THC-Konzentrationen von 7 %-14% aufweisen. Der THC-Gehalt von Haschisch liegt üblicherweise bei 2%-8%, kann aber auch 10%-20% erreichen. Der THC-Gehalt von Haschischöl schwankt zwischen 15%-50%. Erneutes Interesse an der THC-Konzentration der Hanfpflanze haben die in den letzten Jahren entwickelten sog. Indoor hydroponischen Anbautechniken geweckt. Diese Neuerungen haben z.B. beim sog. "Netherweed" aus Holland zu so hohen Konzentrationen wie 20% geführt.
Dosierung
Ein typischer Joint enthält etwa 0.5 - 1.0 g Pflanzenmaterial, welches einen THC-Gehalt von 5 bis 150 mg aufweisen kann (d.h. typischerweise zwischen 1% und 15%). Die wirklich durch den Rauch inhalierte Menge THC wird auf 20% bis 70% geschätzt, der Rest geht durch Verbrennung und unvollständiges Inhalieren verloren. Die biologische Aufnahmefähigkeit (der Anteil von THC einer Zigarette, welcher in das Blut gelangt) von THC durch eine Marijuanazigarette wurde beim Menschen mit 5% bis 24% angegeben. Bei Berücksichtigung dieser Variablen kann die durch Rauchen aufgenommene THC-Menge nicht leicht gut mengenmässig erfasst werden.
Im Allgemeinen braucht es nur eine kleine Menge von Cannabis (d.h. 2 bis 3 mg verfügbares THC), um beim Gelegenheitsraucher ein angenehmes High hervorzurufen und ein einfacher Joint kann für 2 -3 Raucher ausreichen. Ein starker Raucher konsumiert täglich 5 oder mehr Joints, ganz starke Raucher z.B. in Jamaika können bis zu 420 mg THC pro Tag zu sich nehmen. In klinischen Versuchen zur Einschätzung des therapeutischen Potentials von THC wurden Einzeldosen von bis zu 20 mg in Kapselform verabreicht. Bei experimenteller Verabreichung am Menschen zu Forschungszwecken wurden THC-Mengen von 10, 20 und 25 mg als tiefe, mittlere und hohe Dosen verabreicht.










