Darm-Patient darf Cannabis als Medizin anbauen
Ein schwer darmkranker Mann darf nach einem Urteil des Berliner Amtsgerichts Cannabis zur Eigentherapie anbauen. Die Staatsanwaltschaft habe auf Rechtsmittel gegen die Entscheidung verzichtet, bestätigte Justizsprecher Björn Retzlaff am Montag. Rechtskräftig sei der Beschluss aber noch nicht, weil der Patient noch eine Verbesserung des Richterspruchs anstrebe. In diesem war moniert worden, dass die bei dem Mann gefundenen, 56 Cannabis- Pflanzen für den Eigenbedarf zu viel seien.
Nach Angaben die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin in Köln ist dies der erste Fall bundesweit, in dem einem Patienten den Anbau der Hasch-Pflanze zu medizinischen Zwecken erlaubt wird. Justizsprecher Retzlaff schränkte ein, das Urteil lasse sich nicht verallgemeinern. Es sei speziell mit Blick auf die medizinische Situation dieses Einzelfalls gefällt worden.
Dem seit 21 Jahren an einer chronischen Darmentzündung (Morbus Crohn) leidenden Mann hatte das Berliner Amtsgericht eine Notstandslage zugebilligt. Gutachter hatten erklärt, dass Hasch bei Appetitverlust und schmerzhaften Krämpfen helfen könne. Eigenen Angaben zufolge hatte der 44-Jährige sämtliche Medikamente gegen sein Leiden ohne Erfolg ausprobiert.










