Das Züchten einer neuen Sorte
Dieses Kapitel ist eigentlich mehr eine Info am Rande: Wie kann ich meine eigene Cannabis Sorte züchten? Die Thematik wird hier grob angeschnitten um zu informieren aber bei der Sortenvielfalt der Seedbanks, bei den ganzen tollen Pflanzen, wozu sollte man da noch selber züchten? Es ist einfach nicht mehr notwendig, viel einfacher ist es auf vorhandene Genetiken zurück zu greifen.
Das züchten einer neuen Sorte
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In dem Punkt, dass viele Grower sich zueinander damit vorstellen, Marihuana zu züchten liegen sie genau betrachtet falsch. Sie bauen es lediglich an, ob nun mit Stecklingen oder mit Saat, sie ziehen die Pflanzen hoch aber erzeugen dabei keine neuen Sorten. Selbst wenn dabei mal etwas Saat anfällt die wieder hochgezogen wird so wäre dieses kein gezieltes züchten.
Demnach soll in diesem Kapitel versanschaulicht werden, was den richtiges Züchten einer neuen Sorte ist. Eine neue Sorte soll in ihrer Genetik stabil sein, so dass eine Pflanze möglichst exakt mit der nächsten identisch ist. Wenn aus dieser Sorte dann Saat gezogen wird und es sich nicht um eine Hybridsorte handelt soll die Saat die Genetik der Sorte stabil weitertragen und die selben Pflanzen hervorbringen.
Beim Züchten werden Pflanzen oder Sorten mit gewissen Eigenschaften gesucht, die in eine neue Sorte hineingezüchtet werden sollen wobei die Ausgangspflanzen auch gewisse Eigenschaften haben, die nicht an die neue Genetik weitergegeben werden sollen. Zu diesem werden nicht einfach diese Pflanzen einmal zusammen in die Blüte gestellt um dann Saat zu erzeugen, die dann die neue Sorte ist. Diese Saat wird wieder hochgezogen um die nächste Saat zu erzeugen die wieder hochgezogen wird. Dieses wird wiederholt, bis die Saat homogen wird, dieses bedeutet, dass die Pflanzen die aus der Saat hochgezogen werden eine einheitliche Linie zeigen.
Um aus zwei Pflanzen eine homogene neue Sorte zu erzeugen bedarf es ca. 20 Generationen wobei die erste Homogenität bereits nach ca. 8 Generationen auftritt. Diese streut dann aber noch etwas und die aus dieser Generation erzeugten Samen können auch wieder in ihre Ausgangserscheinung zurückfallen.
Dieses sei vorab erläutert um nun auf Hybridsorten einzugehen. Eine Hybridsorte wird für eine Generation erzeugt und birgt in ihrer Saat keine Stabilität. Es werden Elternpaare gesucht die über vorteilhafte Eigenschaften verfügen um diese miteinander zu kreuzen in der Hoffnung, dass diese vorteilhaften Eigenschaften in der daraus entstehenden Saat dominant sind und sich somit in dieser eine einheitliche Linie findet. Diese einheitliche Linie zerfällt allerdings, wenn aus dieser ersten Generation neue Saat erzeugt wird, da in ihr keine genetische Stabilität ist sondern nur dominante Eigenschaften wirken.
So einfach ist es jedoch nicht, eine Hybridsorte zu züchten. Es werden die richtigen Eltern benötigt, die in ihrer Genetik stabil sein müssen. Bei der Kreuzung darf die Genetik der Eltern nicht streuen sondern muss sich immer auf die selbe weise zueinander fügen um dann für einen einheitlichen Nachwuchs zu sorgen. Also müssen erst einmal die passenden Eltern gefunden werden die dann nur ihre positiven Eigenschaften dominant weitergeben wohingegen die negativen wenigstens für die eine Hybridgeneration unterzugehen haben. Dieser Schritt wird dann erst einmal sehr experimentell ablaufen, da die meisten Kombinationen ihre Gene nicht dominant weiter geben sondern diese zufällig dominieren oder untergehen. Selbst wenn dann Eltern gefunden werden, die ihre Gene immer auf die selbe Art und Weise zueinander kombinieren so werden nicht immer die positiven Eigenschaften dominieren.
Es kann nun interessant werden, die Elternpaare erst einmal weiter zu züchten, so dass ihre positiven Eigenschaften noch dominanter werden um diese dann miteinander kreuzen zu können um eine stabile Hybridgeneration erzeugen zu können.
Wenn für die Hybridzucht nun erst einmal die Elternpaare stabil gezüchtet werden wird es auch möglich, die Genetiken von über zwei Sorten in die Zucht einfließen zu lassen. In ein Elternpaar kann eine dritte Genetik mit eingekreuzt werden.
Somit ist die Hybridzucht nicht so einfach, dass einfach beliebige Pflanzen miteinander kombiniert werden, die dann automatisch eine immer wieder stabile Hybridsorte erzeugen. Die Suche nach Elternpaaren, die zu diesem fähig sind kann lange dauern. Wenn dann eine einigermaßen stabile Hybridsorte gefunden wird so kann es interessant werden, die Elternpaare stabiler zu züchten, so dass sie ihre positiven Eigenschaften dominanter weitergeben können. Dadurch kann es passieren, dass Sorten gezüchtet werden, die nicht angebaut werden sondern lediglich dazu dienen, eine möglichst stabile Hybridsorte zu erzeugen die dann durch die dominanten positiven Eigenschaften ihre Eltern diesen weit voraus sein kann.
Das Züchten einer Sorte basiert darauf, die ausgewählten Pflanzen ausgewählter Sorten zusammenzuführen und aus ihren Nachkommen die attraktivsten zu erwählen damit diese die Eltern der nächsten Generation werden. Es kann auch einfach eine bestehende Sorte in eine andre Richtung weiter gezogen werden, es sind nicht unbedingt wenigstens zwei Elternpaare notwendig. Jedoch sind einige Jahre Zeit und während dieser Zeit auch etwas Platz sowie etliche Arbeitsstunden notwendig.
Es werden nun nicht irgendwelche Pflanzen zusammen gekreuzt sondern ganz gezielt diejenigen, die sehr positive Eigenschaften haben. Wenn die erwählten Sorten nun etwas instabil erscheinen so sind die zur Zucht benötigten Pflanzen schon sehr überlegt zu wählen. Also müssten diese Pflanzen erst einmal ausgewertet werden. Sie müssen herangezogen werden um dann Stecklinge zu nehmen. Die Mutterpflanzen werden in die Blüte gestellt um nach dieser eine Wahl zu treffen, welche dieser Pflanzen nun zur Saatzucht erwählt werden. Da einem aber die Zeit fehlt empfiehlt es sich, diesen Vorgang etwas zu beschleunigen. Die Saatpflanzen können ohne Stecklingsschnitt in die Blüte gestellt werden um dann alle männlichen Pflanzen von den weiblichen zu trennen. Um die Neigung zu Zwittrigen Pflanzen zu vermeiden können diese komplett ausgemustert werden. Nun dürfen die weiblichen Pflanzen erst einmal mit ihrer Blüte beginnen. Wenn ihnen vor Blütebeginn die Spitze genommen wird wachsen sie mit mehreren Haupttrieben.
Einige dieser Triebe können nun mit Plastikbeuteln überstülpt werden, Bratenschläuche können für längere Triebe geeignet sein. Somit werden einige Triebe jeder weiblichen Pflanze vor dem Schritt der Bestäubung geschützt. Es werden nun die perfektesten männlichen Pflanzen erwählt um die weiblichen Pflanzen nun zu bestäuben, danach können die männlichen Pflanzen entsorgt werden. Nun wird jede weibliche Pflanze ihr Blütenpotential enthüllen und dabei auch Saat bilden. Nun wird von jeder einzelnen Pflanze die Saat separat genommen um diese Pflanzen dann nicht nur nach ihrem Wuchs und der optischen Betrachtung ihrer Blüten einzuschätzen sondern diese auch zu testen. Nun werden einige Pflanzen interessanter sein als andere, die weniger interessanten Pflanzen sind auszusortieren, von den interessantesten ist die Saat insgesamt wenigstens 14 Tage kühl und trocken zu lagern, die Saat reift nicht nur an der Pflanze sondern sie reift auch nach. Nun kann die nächste Generation herangezogen werden, mit der genauso verfahren wird. Mit dieser Technik können pro Jahr je nach Wuchsphase vor der Blüte sowie der Blütedauer ca. zwei Generationen gezogen werden.
Wenn acht Generationen notwendig währen, um in der neuen Sorte eine erste Homogenität zu finden wird dieses vier Jahre dauern, in denen jeweils mit wenigstens 100 Pflanzen die Blüte begonnen wird um nach dem Aussortieren der männlichen sowie der zwittrigen Pflanzen noch wenigstens 30 weiblichePflanzen ausblühen lassen zu können. Die Pflanzen die dabei aber mit ihrem Wuchsschema überhaupt nicht ins Bild passen können auch vorab aussortiert werden. Für den Blütebeginn sollen somit ca. 5 600 Watt Armaturen bereitstehen, die ca. acht m² ausleuchten können. Da die Pflanzen räumlich zueinander getrennt werden können sich zwei der fünf Armaturen von Anfang an woanders befinden. Je nachdem wie fiele weibliche Pflanzen über bleiben werden diese dann entweder unter die zwei oder drei Armaturen gestellt. Dieses ist somit die erste Theorie des Züchtens einer neuen Sorte. Wie bei der Hybridzucht ist dieses aber nicht ganz so einfach.
Einige Pflanzen lassen sich zwar ganz gut aussehen, da der Zufall nur die positiven Seiten hervorstechen lässt aber unter der äußeren Erscheinung schlummern die negativen Eigenschaften, die an die Saat weitergegeben werden. Dieses kann dann sehr zermürbend werden, wenn es erst einmal so aussieht, als ob die negativen Eigenschaften bereits weg währen und diese dann zwei Generationen später wieder dominant erscheinen. Ein anderes sehr schwieriges Problem findet sich darin, dass gewisse Eigenschaften der Pflanzen nicht miteinander harmonieren wollen oder an andere unerwünschte Eigenschaften gekoppelt sind. Es ist nicht so, dass die Pflanzen einfach in eine beliebige Richtung gezüchtet werden können. Bei jeder Zucht wird nicht allein auf eine Eigenschaft gezüchtet sondern es werden immer mehrere Eigenschaften betrachtet. Einige dieser Eigenschaften sollen sich durchsetzen und andere verschwinden. Die Pflanzen neigen aber in gewisser Weise dazu, sich immer wieder in dieselben Formen zu entwickeln.
Gewisse Wuchsformen, Gerüche oder Blütenerscheinungen tauchen immer wieder auf. Dieses wird daran liegen, dass diese Eigenschaften in den Eltern zwar vorhanden sind aber in diesen geruht haben. Nun gibt es in den einzelnen Eigenschaften zueinander Harmonien. Wenn gezielt auf etwas gezüchtet wird kann dieses dazu führen, dass schlafende Eigenschaften aktiviert werden. Oder: die gewünschte Eigenschaft lässt sich zwar herauskristallisieren aber mit ihr prägt sich auch eine ungewünschte Eigenschaft immer weiter aus.
Gewisse Eigenschaften harmonieren zueinander oder schließen sich gegenseitig aus. Dieses erschwert dann die gezielte Zucht bei der es regelmäßig darum geht, dieses Problem zu umgehen und dann doch nur die gewünschten Eigenschaften in der stabilen Sorte zu finden. Es ist jedoch auch so, dass zueinander harmonierende Eigenschaften eine stabilere Stabilität finden als nicht harmonierende Eigenschaften. In ihren Eigenschaften zueinander unharmonische Sorten werden deutlich eher dazu neigen, in ihrer Genetik wieder auseinander zu fallen und zu streuen.
Ein Beispiel zu diesem ist es, dass es intensiv versucht wird, das Haze, welches in seiner Natur eine lange Blütedauer hat und zu dieser wenig Ertrag erbringt in schnellere ertragreichere Pflanzen dominierend einzukreuzen. Dieses mag bis zu einem gewissen Grad auch gelingen aber nicht so 100% wie es sich die Züchter wünschen. Zudem wird diese genetische Kombination sozusagen zueinander gezwungen, vermutlich würde mit diesen Sorten recht schnell etwas ähnliches passieren, wie in der Ukraine. Dort wurde zu Sowjet Zeiten Faserhanf gezogen, der kein THC bildet. Diese Eigenschaft wurde der Pflanze aufgezwungen, es findet sich zu dieser keine Harmonie. Dieses führt nun dazu, dass die sich auswildernden Pflanzen, die dort sehr gut zu gedeihen scheinen ihre Harmonie suchen, in der sie wieder THC bilden. Es ist zu vernehmen, dass der dort wild wachsende Hanf inzwischen wieder eine enorme Durchschlagskraft hat und sein ihm aufgezwungenes Wuchsbild wieder abstreift. Wenn nun das Haze in eine schnelle ertragreiche Pflanze gezüchtet wird so wird diese Sorte dann vermutlich wegen mangelnder Harmonie bei einer Auswilderung sehr schnell in ihre Ausgangsgenetiken zurückfallen, in denen die Pflanzen eine höhere Harmonie in ihren Genen finden.
Demnach sei dem interessierten Laien gesagt, dass nicht nur Zeit und Aufwand zum kreuzen von Pflanzen zu einer neuen Sorte benötigt werden sondern auch Erfahrung und etwas Glück. Da es nur dann interessant ist, eine neue Sorte zu züchten, wenn diese dann für einen auch ansprechender ist als die ansonsten erhältlichen so wird dieses in der Regel Zeitverschwendung sein. Bei dem Angebot von zig Seedbanks wird wohl jeder einige geeignete Sorten für sich finden können. Nach deren Kultivierung braucht man sich nur noch auf die beste festzulegen und wenn diese irgendwann zu alltäglich geworden ist kann jederzeit eine andere Sorte hochgezogen werden.
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