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Der Effekt

Der Effekt ist die Umschreibung für eine Krankheit, es handelt sich vermutlich um einen falschen Mehltau, der sehr resistent ist. Gegenmassnahmen wollen nicht fruchten, die Erträge gehen auf die Hälfte zurück und nichts kann dagegen getan werden.

Der Effekt, frühreifer Zwergwuchs

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Vorab für den faulen Leser:

Das gesamte Nutzhanf unterliegt einer Entstehungsgeschichte, in der sich Techniken, Wissen und auch die Growkammer immer weiter entwickeln. Somit sind einige Erkenntnisse etwas später schon wieder völlig überholt beziehungsweise finden sich zu Problemen die Ursachen, sodass diese besser bekämpft werden können. Dennoch soll dieser Gesamtthematik seine Entstehungsgeschichte nicht genommen werden, damit einige Leser einmal sehen können, dass man nicht immer alles sofort wissen muss oder kann und dieses somit völlig normal ist, erst einmal vor seinen Problemen zu stehen und keine Ahnung zu haben. Wenn dieses nicht interessiert kann dieses und das nächste Kapitel übersprungen werden.

Der Gesamterfolg dieser kleinen Nutzhanf Anlage liegt unter anderem in der Pflanze Afghani 1. Diese bietet ein allgemein beliebtes Grass und einen zu Frieden stellenden Ertrag. Deswegen wurde diese Pflanze auch nicht gegen eine andere Sorte ausgetauscht, da es keine Notwendigkeit gab. Diese Pflanze ist nun über vier Jahre alt. Von Stecklingen wurden neue Mutterpflanzen gezogen um von diesen wieder neue Stecklinge nehmen zu können. Aufgrund der sich wandelnden Anbaubedingungen und des wachsenden Wissens hat sich dann auch die Erscheinung dieser Pflanze der jeweiligen Situation entsprechend etwas gewandelt. Diese wächst in unterschiedlichen Bedingungen auch etwas unterschiedlich und das ist bei anderen Pflanzen auch so.

Seit über zwei Jahren haben sich die Anbaubedingungen jedoch nicht groß geändert sondern sind nur verfeinert worden. Auffällig wurden die Topblüten, die unter guten Bedingungen schlank blieben während andere sich wie gewohnt entwickelten.

Links verkümmerte Blüte

Deutlich ist auf dem vorherigen Foto zu sehen, dass die Blüte zur linken Seite schlank aber schon frühzeitig abgereift ist im Gegensatz zu der mittelmäßig entwickelten zur rechten Seite die noch nicht komplett abgereift ist. Der Qualität hat dieses nicht geschadet aber der Quantität. Dieses beschränkt sich nun nicht auf eine Ernte sondern ist bei jeder vorzufinden.

Nun liegt es nahe, zu folgern, dass dieses Altersbedingt ist. Die Pflanze mutiert zwar nicht abartig aber durch das altern der Genetik, die von Steckling zu Steckling weitergegeben wird, ändern sich deren Eigenschaften zum Negativen. Die Pflanze wirft zwar immer noch gute Erträge ab, da dieser Effekt nur die obersten Blüten betrifft und die Pflanze in den unteren Bereichen einiges wieder gut machen kann. Jedoch wird sich dieser Effekt vermutlich nicht an dieser Stelle festhalten sondern langsam weiter ausprägen.

Marihuana wird in der Natur normalerweise ca. sieben Monate alt und stirbt dann. Diese Pflanze ist über vier Jahre alt und baut dadurch vermutlich irgendwann langsam ab. Wie und ab wann die jeweilige Sorte abbaut wird vermutlich unterschiedlich aussehen. In diesem Fall sieht es zuerst so aus, als wenn es nach drei Jahren an der Zeit wäre sich ein neues Grass heranzuziehen. Dieses wird durch spätere Erkenntnisse jedoch wiederlegt, auch nach über vier Jahren ist das Afghani noch voll auf der Höhe. Es handelt sich hierbei nicht um eine altersbedingte Erscheinung sondern um eine Krankheit, die erst einmal als „Effekt des frühreifen Zwergwuchses“ beschrieben wird Dennoch kann es nicht schaden ab und an ein paar neue Pflanzen aus Samen heranzuziehen oder ein paar Fremdstecklinge auszuprobieren, die dann aber genau auf Schädlinge oder Krankheiten geprüft werden sollen.

vorzeitig abgereift

Dieses Foto zeigt die Extremsituation. Im Gegensatz zum gewohnten Bild sind diese Topblüten zwar abgereift aber erst zwei cm stark. Im Gegensatz zu einer gesunden Blüte mit fünf cm Durchmesser kann an der erkrankten auch nur wenig Ertrag sitzen.

gesunde und kranke Blüten

der Effekt

Oben ist der Unterschied im Vergleich zu nicht betroffene Blüten zu sehen. Die äußeren Blüten werden über das zehnfache von der Mittleren an Ertrag anbringen. Unten sind zwei Triebe zu sehen, die nach unten die dickeren Blüten haben, dieses ist jedoch abnormal.

Nach diesem Höhepunkt des Effekts konnte in nachfolgenden Ernten festgestellt werden, dass auch die neue Sorte in ähnlichem Ausmaß betroffen ist wie das Afghani. Die Ausmaße sind aber auf einzelne Triebe, die auch nicht extremst betroffen sind zurückgegangen. Dieses widerlegt nun die zuerst gefolgerte These, dass dieser Effekt an dem Alter des Afghanis liegt und sich mit der Zeit verschlimmert. Es muss also etwas anderes sein, dass dieses hervorruft.

Wie kommt es aber dann zu diesen Wuchseigenschaften die zu diesem Zeitpunkt schon seit über einem halben Jahr beobachtet werden? Es ist noch nicht Winter gewesen und ein Düngerbeisatz oder das Neem Öl wurden noch nicht verwendet. Vor dem Extrempunkt wurden auch keine neue Arbeitstechniken getestet wobei jedoch der CO² Gehalt durch die CO² Gasflasche erhöht wurde.

Worin die Antwort nun zu finden ist bleibt fragwürdig. Jedoch scheint es halt so zu sein, dass ohne das Veränderungen an den Anbaumethoden vorgenommen werden, die Pflanzen halt manchmal etwas anders wachsen als wie es erwartet wurde.

Ein weiteres mal, nach der Inbetriebnahme von vier Coolboxes wuchsen die Pflanzen etwas anders als wie erwartet. Die Coolboxes befinden sich noch in der Testphase. Obwohl alle Cool Boxes zusammen nicht einmal 500 Watt Wärmebelastung haben, also weniger als ein Viertel von der Beleuchtungskapazität, scheint sich die Wärme dennoch negativ bemerkbar zu machen, obwohl diese Geräte durch die erzeugte Kälte einen gewissen Teil der entstandenen Hitze wieder aufheben.

Auf sechs m² scheinen sich zwei dieser Geräte posetief auszuwirken aber die Ernte nach dem Zuschalten von zwei weiteren Coolboxes ist leider die Schlechteste seit Jahren. Dieser Zusammenhang ist jedoch nur Zufall, der Misserfolg ist auf den Effekt zurückzuführen, der Flächendeckend wirkte. Die Ursache für diesen Effekt konnte noch nicht lokalisiert werden, kann aber eigentlich nicht an der Coolbox liegen. Dieses Problem ist jedoch schon über ein halbes Jahr feststellbar, jedoch nur etwas oder etwas mehr aber nicht so, wie es auf dem folgendem Foto zu sehen ist.

frühreif

Es ist auf diesem Foto deutlich zu sehen, dass die Pflanze in ihrer Blütenentwicklung frühzeitig abreift und die Blüten dabei nicht entsprechend Gewicht aufbauen. Wenigstens ist die Qualität der Blüte dadurch gestiegen.

Es handelt sich nun nicht um ein paar solcher Blüten sondern um den Normalfall dieser drittel Ernte. Dieses ist auch nicht Altersbedingt, da es sich nicht um das über vier Jahre alte Afghani handelt. Es handelt sich hierbei um das Tochtergras wobei anzumerken bleibt, dass sich ein mögliches Alter der Mutter wohl nicht auf die Saat überträgt und das diese Saat eventuell auch schon vor Jahren zurückgelegt wurde. Außerdem hätte diese Pflanze von Anfang an in gleicher Weise betroffen sein müssen und dieses ist nun das erste mal so und war es ansonsten aber nicht. In dem Kapitel „Afghani 1 und Steinschlag im Vergleich“ wird, bevor diese Problematik auftritt, geschildert, dass beide Pflanzen dazu in der Lage sind, gesunde Erträge zu erbringen.

Wärme wird diesen Effekt begünstigen, deswegen soll die Temperatur in dieser Situation nach unten angepasst werden. Ansonsten ist es besser, knapp zu düngen, damit die Pflanzen noch etwas durchblühen. (Es kann beobachtet werden, dass die Pflanzen nach dem spülen vor der Ernte noch mal ein paar neue Blütenansätze bilden, Dünger scheint die Pflanzen etwas in die Reife zu drücken.)

Es gibt keine Besonderheiten oder Umstellungen auf die dieser frühreife Zwergwuchs zurückzuführen wäre. Um dieses auf irgendwas zurückzuführen kam der Gedanke an Milben, die nicht sichtbar sind und dieses Verursachen. Diese Möglichkeit des Erkrankens der Pflanzen wäre dann aber vermutlich allgemein bekannt. Somit bleibt es ein Rätsel wie es zu diesem kommt, es wird jedoch wohl kaum durch CO² Begasung ausgelöst sein, die empfohlenen Werte werden dabei sowieso nicht erreicht. Eine weitere Theorie wäre, dass die Blüten sich so zuharzen, dass sie sich selbst ersticken und abreifen. Dieses kann dann durch einen erhöhten CO² Wert mitbedingt werden. Dann wäre es aber kaum möglich mit White Widow gute Erträge zu erwirtschaften, da dieses sich feucht harzt. Da dieses aber möglich ist zerbricht auch diese Möglichkeit.

Trotzdessen lohnt es sich, die Pflanzen ausreifen zu lassen und dann wenigstens den geringeren Ertrag zu haben, der von sehr guter Qualität ist. Im oberen Teil bereits abgereift blüht die Pflanze in den unteren Bereichen noch etwas durch. Auch deswegen kann es sinnvoll sein, die Pflanzen auf ca. 80 cm heranwachsen zu lassen. Ansonsten sind die Haupttriebe besonders betroffen weswegen die Pflanzen durch das nehmen der Triebspitze dazu bewegt werden kann, mit mehreren zu wachsen.

Bis die nächsten Pflanzen soweit wären wie die Alten würde wieder der selbe Aufwand nötig sein und wenn es an nichts liegt und die Ursache somit nicht beseitigt werden kann sehen die nächsten Pflanzen dann wieder genau so aus.

Vor einer Neubepflanzung kann die Kammer aber gesäubert und von infizierten alten Pflanzenresten befreit werden.

Der Effekt, selbst verursacht!

Ein halbes Jahr beeinträchtigte der Effekt des Frühreifen Zwergwuchses die Ernteergebnisse etwas aber dann halbierte er diese so ungefähr. Einer Fremdmeinung nach scheint es sich um Mehltau zu handeln aber die Frage stellt sich nun: warum ist dieser dann nicht zu sehen?

Ob es sich um echten oder falschen Mehltau handelt, normalerweise kann dieser mit bloßen Augen auf Oberflächen von Früchten oder Blättern gesehen werden. Der Effekt bleibt jedoch für das Auge allein unsichtbar und springt auf Mehltaupräparate nicht an. Erst unter einem Taschenmikroskop mit dreißigfacher Vergrößerung wird der Effekt sichtbar. Zu sehen sind viele kleine Tröpfchen auf den Blättern die diese nachfolgend mit einer transparenten Verkrustung zu überziehen scheinen. Dieses sind nun keine Harzdrüsen auf den Blütenblättern, dieses Bild findet sich auf den großen Hauptblättern und auch in der Vorblüte. In der Vorblüte scheint dieses nicht zu schaden. Schaden entsteht erst dann, wenn die Pflanzen Blüten bildet. Diese beginnen verfrüht abzureifen. Es bleibt nicht auszuschließen, dass es sich um eine Unterart von Mehltau handelt, es könnte jedoch auch etwas anderes sein. Der Schaden scheint jedoch allein im geminderten Ertrag zu liegen, ansonsten ist das Ernteprodukt für den Nutzer bedenkenlos zu verwenden, es scheint die Qualität sogar eher etwas anzuheben.

Die Vermutung liegt nahe, dass dieser Effekt die Blätter gegen die Atmung oder auch Verdunstung abschirmt und die Pflanze durch diese Störung schneller abreift. Die sich zuharzenden Blütenblätter scheinen auch betroffen zu sein aber die Blüte nicht, diese kann sich dann aber wegen der geminderten Blattaktivität nicht entsprechend entwickeln.

Wie kommt es nun dazu, dass der Effekt sich auf den Pflanzen so gut entwickeln kann, dass diese scheinbar ersticken?

Falscher Mehltau scheint schwüle warme Luft zu mögen und ob es sich nun um falschen Mehltau handelt oder nicht: dieses scheint auch der Effekt sehr zu mögen. Warme Luft wird beim Indoor Anbau vermutlich immer wenigstens während der Beleuchtungsdauer sein. Diese muss aber deswegen nicht unbedingt feucht sein. Wegen der Spinnmilben wurde die Luftfeuchtigkeit sehr erhöht um diesen zu schaden. Ohne diese Biester währe die Luftfeuchtigkeit nicht so weit erhöht worden sondern nur soweit, dass sie 50 % nicht unterschreitet. Dabei wäre sie dann auch nicht über 70 % gestiegen, dieses ist somit aber ständig passiert, besonders während der Nachtphase. Somit wurden die Lebensbedingungen für den Effekt vermutlich erzeugt.

Deswegen, und weil die Spinnmilben weg sind, ist die Luftfeuchtigkeit wieder nach unten gesetzt worden. Die Luftbefeuchtung der Blütekammer ist nun nicht etwas Schlechtes, nach wie vor ist es wichtig, dass die Luft nicht zu trocken wird. Die Luftfeuchtigkeit soll aber nicht zu stark erhöht werden. Mit geringerer Luftfeuchtigkeit scheint der Effekt in sich zusammenzubrechen. Es wird vermutlich etwas dauern bis dieser ganz herauswächst aber er wird sich vermutlich sofort auf sein Anfangsstadium zurückbilden. Dieser Effekt breitet sich auf irgendeine Art aus. Wenn es sich um eine Mehltauähnliche Pilzform handelt breitet er sich über die Luft aus. Somit soll gut gelüftet werden. Dieses kann nun dazu genutzt werden, die Höchsttemperatur der Beleuchtungsphase zu senken, denn es kann sein, dass der Effekt die Wärme mag. Somit wäre es besser die Temperatur etwas zu senken oder 26°C nicht zu überschreiten.

//An dem oberen Abschnitt kann gesehen werden, wie man zuerst im Dunkeln tappt. Dem Effekt scheint es egal zu sein, ob die Luft feucht oder trocken ist. Dennoch ist auch dieses im dunkeln zu tappen ein Abschnitt zu diesem Thema der für den Indooranbau von Marihuana typisch ist. Probleme müssen oft erst lokalisiert werden, bevor sie gelöst werden können und oft liegt das Problem an irgendetwas anderem als man zuerst denkt.

Dieses Erscheinungsbild des Effektes des Frühreifen Zwergwuchses kann auch in einer anderen Situation entstehen. Ob diese kleinen Tröpfchen und die transparente Verkrustung dabei auch auftritt bleibt fraglich.

Die Lebenssituation der betroffenen Pflanzen sieht so aus, dass sie ständig zu trocken stehen. Die Pflanzen überdauern die Zeit bis sie wieder gegossen werden wobei sie dann wieder nur wenig Wasser kriegen. Dieses wäre das eine, dass andere ist die mangelnde Lüftung bei der sich die Luft dann sehr erwärmen kann. Der Unterschied der beiden Situationen liegt in dem, dass die Luft in ersterer (dieser) sehr feucht ist und in der zweiten (mal beobachteten) Situation eher trocken wird. Eventuell kann der Effekt auch in dieser Situation gedeihen. Vermutlich haben die Pflanzen aber einfach kein Wasser und zuwenig Frischluft. Somit können die Blüten sich nicht entwickeln und reifen bei der Hitze und der trockenen Luft schneller.

In beiden Situationen wird etwas falsch gemacht und in diesem liegt eine Hauptlektion vom Nutzhanf: Es ist eigentlich nicht wichtig die ganzen Krankheiten und Phänomene alle mit Lateinischen Namen zu kennen. Wichtiger ist es zu wissen, wie richtig angebaut wird. Dadurch wird der größte Teil der ganzen Krankheiten und Phänomene vermieden. Das was dann noch an Problemen übrig bleibt sollte die Ergebnisse nur etwas mindern und zu bewältigen sein. Demnach stellt sich aber dennoch die Frage: Was genau ist der Effekt und was verursacht ihn? Dazu mehr im nächsten Kapitel.

Der Effekt: Teil drei

Es läuft hier ein Entwicklungsprozess ab, im ersten Teil wurde der Effekt bemerkt. Dieser befiel zuerst nur einzelne Pflanzen mal schwächer oder stärker. Pflanzen, die direkt daneben standen waren nicht negativ beeinträchtigt und somit waren die Gesamtergebnisse im unteren Normalbereich. Eine Vermutung für die Ursache oder was dieser Effekt genau ist wurde nicht gestellt.

Im zweiten Teil wird vermutet, dass es sich bei diesem Effekt um falschen Mehltau handelt oder etwas ähnliches. Unter dreizigfacher Vergrößerung wird dieser als eine pünktchenartige Verkrustung sichtbar. Dieser Effekt befällt nun nicht mehr einzelne Pflanzen sondern alle und führt zu schmerzlichen Ernteausfällen. Warmes schwüles Klima würden diesen begünstigen. Voller Freude wurde erklärt, dass dieser Effekt nach der Änderung der klimatischen Bedingungen in sich zusammenbrechen werde.

Nun ist nach dem Auftreten der ersten Symptome über ein Jahr vergangen und das Krankheitsbild hat sich mehrfach zum schlimmeren gewandelt. Es ist wieder einmal absehbar, dass die Normalsituation sich wieder herstellen wird und die verheerende Ursache scheint gefunden zu sein. Es ist jedoch immer noch nicht exakt geklärt, um was für ein Phänomen es sich hierbei handelt. Und an dieser Stelle wird dieses Kapitel nun einsetzen.

Mehltau, falscher Mehltau

Diese beiden Pilzkrankheiten sind nicht so ungefähr das selbe und können deswegen irreführend sein. Richtiger und falscher Mehltau bilden sich mit vielen Unterarten aus je einem Pilzstamm hervor. Mehltau entsteht in trockenen Situationen und ist auf und unter den Blättern zu finden. Auch Bodentrockenheit kann dieses mitbedingen. Mit Netzschwefel kann dieser bekämpft werden. Je nach Art kann der Mehltau als Schleier, Pilzgeflecht oder auch Pulverig erscheinen. Falscher Mehltau mag schwüle warme Situationen, er wird nicht pulverig erscheinen sondern eher als Schleier, Verkrustung oder Pilzgeflecht. In Kupferkalk findet sich ein Mittel gegen diesen Pilzstamm.

Richtiger Mehltau sitzt auf den Blättern und bei starkem Befall auch unter diesen wohingegen der falsche Mehltau sich unter den Blättern befindet.

Jede Pflanzengruppe hat ihre eigene Mehltauart oder Mehltauarten. Zudem gibt es aber auch noch Roste, Sternenruße oder Schorfe die nun nicht genau dem richtigen oder falschen Mehltau zugeordnet werden und somit vielleicht eigenständige Pilzstämme sind?

Hier beginnt das Problem: Welcher spezielle Mehltau oder andere Pilzkrankheit hat die Pflanze nun befallen? In dieser Situation, die auch in den vorherigen beiden Kapiteln beschrieben wird, ist mit der Lupe bei dreißigfacher Vergrößerung zu sehen, dass auf den Blättern weiße Pünktchen sind und diese sich soweit ausbreiten, dass die Blätter hinterher mit einer weißen Verkrustung überzogen sind. Dieses ist auch unter den Blättern weniger gut sichtbar zu sehen. Stellenweise ist ein kleiner Pin mit einer kleinen Kugel darauf zu finden, dieses wird vermutlich ein bald zerstäubender Sporenballon sein. Mit bloßem Auge ist gar nichts zu sehen. Die Situation, in der dieses seine Höhe fand, war eher feucht als trocken, zudem war es in der Beleuchtungsphase aber ständig bis zu maximal 30°C warm.

Dieses passt nun nicht auf Mehltau aber das Erscheinungsbild pass nicht auf falschen Mehltau, die zwei Pilzstämme mit jeweils etlichen Unterarten bilden. Es gibt ansonsten noch Roste und Schorfe. Ob diese dann wieder eigene Pilzstämme bilden oder sich aus denen vom richtigen und falschen Mehltau bildeten oder weiterhin zu diesen gehören bleibt hier die Frage.

Im verlaufe der Zeit wurden nun unterschiedliche Präparate gegen all diese Krankheiten unter Berücksichtigung der Wartezeiten getestet. Bis auf ein Mittel scheint jedes wirkungslos zu sein. Das einzige Mittel, dass etwas wirkt, ist Kupferkalk. Dieses stabilisiert die Pflanzen soweit, dass sie wieder ca. zwei Drittel der Erträge bringen die schon auf ein gutes Viertel zusammengesackt waren.

Demnach müsste es sich um eine Unterart vom falschen Mehltau handeln. Da die einzelnen Unterarten meist nur einige Pflanzenarten befallen, würde sich der Kreis von möglichen mehltauartigen Pilzkrankheiten eingrenzen. Einige von diesen werden auf Behandlungen gut ansprechen wobei andere hartnäckiger sind, so wie es in diesem Fall ist. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, einen erkannten Befall zur einen Hälfte mit Netzschwefel und zur anderen Hälfte mit Kupferkalk zu behandeln. Welcher Pilzstamm es dann ist wird sich zeigen.

Die Wartezeiten sollen eingehalten werden. Da für Hanf keine angegeben werden wird einfach die Längste angewendet. Aber auch bei einer kurzen Wartezeit sollen blühende Pflanzen, die erste Blütenknöllchen bilden, nicht mehr behandelt werden. Da die Spritzbrühe an den Blättern herunterläuft und diese Tropfen an den Blattspitzen verdunsten kann sich dort eine Ablagerung bilden. Es ist darauf zu achten, dass solche Blätter beim Ernten sorgfältig aussortiert werden.

Hopfen ist der nächste Verwandte von Hanf. Um den hier beschriebenen Mehltau kann es sich um den falschen Mehltaustamm handeln, der Hopfen befällt. Falscher Mehltau ist meist relativ harmlos und schadet dem Hopfen auch wenig. Zu diesem sei erklärt, dass die Frucht des Hopfens Blätterig ist und somit einen anderen Nährstoffbedarf hat als eine Marihuana Blüte, die zur Harzentwicklung viel gehaltvolle Energie braucht. Die Pflanze scheint in ihrer Wuchsphase überhaupt nicht beeinträchtigt zu sein und wächst üppig. Erst, wenn die Pflanze anfängt zu blühen macht der vermutlich falsche Mehltau sich bemerkbar und läst die verkümmerte Blüte frühzeitig abreifen. Eventuell verbraucht der Pilz gewisse Nährstoffe oder läst deren entstehen nicht zu. In der Vorblüte benötigen die Pflanzen mehr Stickstoff und in der Blüte steigt ihr Bedarf an Kalium und Phosphor. Zu diesem unterschiedlichten Bedarf hat die Pflanze auch ihren unterschiedlichen Stoffwechsel oder Nährstoffsaft. Das der Effekt erst in der Blüte aktiv zu werden scheint mag mit daran liegen, dass er die Pflanze erstickt und solange diese noch wächst kann sie aber noch atmen. In der zweiten Blütehälfte wächst sie dann mit der Blattmasse nicht richtig und wird von der Atmung abgeschnürt. Dieser gesamte Themenbereich ist sehr spekulativ so wie auch dieser obere Abschnitt.

Kupferkalk

In diesem findet sich das einzige wirksame Spritzmittel zu diesem Phänomen, dass dieses Problem aber leider nur mindert. Dem Namen abzuleiten besteht es aus Kupfer und Kalk. Beides sind keine giftigen Substanzen auch wenn zuviel Kupfer für einen Organismus vermutlich sehr schädlich werden kann. Das verwendete „Kupferkalk-Atempo“ von Neudorf besteht zu 78% aus Kupferoxychlorid, dieses besteht zu 45% aus Kupfer. Der Rest dieses Präparates wird Kalk sein. Eigentlich wird nur das Kupfer gewollt aber dieser muss eine aufnehmbare Konsistenz finden. Deswegen wird es mit Kalk als Kupferoxychlorid gebunden. Nachdem es auf die Pflanzen gesprüht wird bleibt auf deren Blättern eine weiße Ablagerung zurück. Es wird nun vermutet, dass es sich hierbei aber um das Kalk handelt wohingegen das Kupfer von der Pflanze oder dem Pilz aufgenommen wird. Es wird angenommen, dass diese Kalkablagerung nicht mehr besonders giftig ist, dass Kupferoxychlorid wäre giftig. Da diese Substanz vermutlich im feuchten Zustand besser aufnehmbar ist kann nach der Behandlung zwei Tage später noch mit Wasser nachgesprüht werden, damit auch sich eventuell noch abgelagerter Wirkstoff von den Pflanzen aufgenommen werden kann. In der freien Natur würde der Kalk mit der Zeit komplett runterregnen, Indoor läst er sich leider nicht so leicht mit etwas Sprühnebel komplett herunter spülen.

Es wurde sogar versucht, die Pflanzen mit Kupferkalk zu gießen. Es wurden mit einer Dosierung von einem Gramm auf einen 7,5 Liter Topf und einem halben für einen vier Liter Topf gearbeitet. Die Pflanzen vertragen dieses aber können das Kupfer eventuell nicht richtig aufnehmen. Somit brachte auch dieses nicht die ersehnte Lösung.

Dieses ist nun die Krankheit und deren Bekämpfung. Krankheiten treten aber nicht einfach so auf sondern werden durch etwas verursacht. Vermutet wurde, dass die feuchtschwüle Luft dieses mitverursacht. Dieses mag eventuell förderlich sein aber auch trockenere Luft scheint diesem falschen Mehltau nicht geschadet zu haben, eventuell kann dieser auch in trockeneren Situationen auftreten und zu dem selben Effekt des frühreifen Zwergwuchses führen.

Es wird nun vermutet, dass die Pflanzen diesen Pilzsporen schon Jahrelang durch die Luft ausgesetzt sind oder dieser Pilz in diesen Pflanzen schon Jahrelang unmerklich nistete. Auffällig ist, dass zuerst über Monate immer nur einzelne Pflanzen betroffen waren und die daneben stehenden völlig gesund abreiften. Die den Pilzsporen ausgesetzten Pflanzen müssen also eine Abwehr haben, mit der sie sich bis zu einem gewissen Grad gegen diese Pilzkrankheit wehren können. Ob die Pflanzen nun den Sporen ausgesetzt waren oder der Pilz schon unmerklich in diesen schlummerte: in einzelnen Pflanzen wucherte dieser falsche Mehltau und befiel die ganze Pflanze. Der erste Schritt dazu waren die Sporen und die unmerkliche Einnistung. Im zweiten Schritt bricht der Pilz durch die Abwehr der Pflanze und wächst ohne weitere Sporen einfach als Pilzgeflecht in dieser.

Nun folgt der dritte Schritt: Die befallenen Pflanzen werden nun verstärkt Sporen ausstoßen. Diese werden andere Pflanzen befallen und in diesem Fall auch die Mutterpflanzen. Von diesen werden nun die Stecklinge geschnitten die als Jungpflanzen in die Blüte gestellt werden, somit schließt sich der Kreislauf, der gesamte Pflanzenbestand ist infiziert.

Fremdmaterial würde durch die Sporen direkt befallen werden. Diese werden sich in der ganzen Räumlichkeit einnisten und selbst nach einer Anbaupause würden neue Pflanzen vermutlich direkt wieder befallen werden.

Es wurde auch kein Mittel gefunden, diesen falschen Mehltau in den Pflanzen abzutöten, das Problem konnte nur gemindert werden.

Das alles ist jedoch nur das, was passierte aber noch nicht die Ursache weswegen es passierte. Die Ursache dieser Krankheit liegt in einer umgebauten Lüftung, die zur unsichtbaren Falle wurde. In den ersten Jahren wurde die Luft durch die Wohnung angesogen und aus dem Fenster gelüftet. Nun wurde die Lüftung aber so umgebaut, dass die Luft durch das eine Fenster hinausgelüftet wird und ein großer Teil wieder zum anderen Fenster hineinweht. Diese Abluftansaugung ist die Ursache für das ausbrechen des falschen Mehltaus. Sobald dieser in der Lage ist, Sporen auszustoßen, werden diese zu einem guten Teil wieder mit angesogen und können andere Pflanzen infiltrieren, unter anderem die Mutterpflanzen. Die Pflanzen können diese Pilzkrankheit vermutlich zu einem gewissen Teil blockieren aber wenn sie den Sporen, die von der Abluft wieder mit angesogen werden, permanent ausgesetzt werden schwächt das die betroffenen Pflanzen weiter ab.

Selbst wenn dieses Problem besiegt werden kann muss auch die Ursache beseitigt werden, damit die Pflanzen nicht sofort oder irgendwann wieder infiziert werden, wahrscheinlich kann dieses Problem sowieso erst danach besiegt werden.

Der Vorteil der neuen Lüftung soll deswegen nicht aufgegeben werden, die Pilzsporen können auch anders bekämpft werden. Das Schlüsselwort zu diesem lautet UVC Licht. Dieses ist ziemlich schädlich, da es die D N A Stränge zerschlägt und somit Krebs verursacht. Wie bei Radioaktivität gibt es vermutlich Toleranzbereiche der Jahresdosis, der man sich aussetzen darf, auch wenn die Strahlung nicht hoch ist, so darf man sich dieser dennoch nicht beliebig lang aussetzen. Hier muss angemerkt werden, dass dieses UVC Licht auch im Sonnenlicht enthalten ist dem wir uns gerne Stundenlang aussetzten. Bis zu einem gewissen Grad ist dieses also egal jedoch ab diesem Grad benötigen wir Sonnenkreme und Sonnenbrillen um uns vor Schäden zu schützen.

Trotzdessen ist UVC ein sehr nützliches Licht um Keime, Viren, Bakterien und Sporen in der Luft und im Wasser abzutöten. Dieses wird jedoch schon im Kapitel „UVC Licht“ erläutert. Dieses Licht ist auf die Zuluftschneise auszurichten um die frische und alte Luft zur Sporenabtötung zu bestrahlen.

Nach dieser ganzen Problemstudie und den gesamten Gegenmaßnamen ist dennoch vorerst keine Gesamtlösung des Problems zu erkennen. Einzelne Pflanzen haben zwar schon wieder normale Erträge erbracht aber das Gesamtergebnis bleibt deutlich gemindert. Nicht nur die Ergebnisse sollen wieder kommen sondern die gesamte Problematik des falschen Mehltaues soll überwunden werden. Zu diesem ließ sich immer noch keine Patentlösung finden.

Die wirkungsvollste Lösung wäre in der Situation, dass Gegenmaßnamen nicht greifen wollen einen Neuanfang zu starten. Für diesen müssen alle alten Pflanzen entsorgt werden und auch deren Pflanzenreste, die Sporenquellen bilden. Mit Desinfektionsspray kann die Anlage weitgehend abgesprüht werden um diese dann mit UVC Licht auszuleuchten während die Ablüftung durchlaufen soll. So kann die Growanlage zwei Wochen ruhen. Mit neuem Pflanzenmaterial kann die Growkammer wieder hochgefahren werden. Die Pflanzen sollen in der ersten Zeit Profilaktisch mit Kupferkalk behandelt werden um einen möglichen Neuausbruch der verhassten Seuche zu unterbinden. Für Diejenigen, die auf ihre Stammgenetik bauen ist dieser Schritt der bitterste, da sie nun darauf angewiesen sind, eine vergleichbare Pflanze zurück zu erhalten. Diejenigen, die mit Fremdstecklingen arbeiten werden dieses Problem in dieser Intensität vermutlich nicht kennen lernen, da sie meist die alten Pflanzen ernten bevor sie die frischen Stecklinge in die Anlage tragen und diese somit nicht infiziert werden oder dieses Problem nicht so gravierend zum tragen kommt.

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Habt ihr Fragen, Anregungen, Ergänzungen, wollt ihr zu diesem Thema etwas anmerken oder hinterfragen? Dann geht doch in das Forum und tut dieses einfach in der Rubrik Growroom. Oder ihr meint schon Ahnung zu haben? Super, dann schaut mal rein, ob ihr ein paar Fragen beantworten könnt.

Artikel modifiziert Dienstag 13. September 2011 14:00, Erscheinungsdatum Dienstag 31. März 2009 18:06

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