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Der Laden Growland ist zu - ein Kapitel Berner Geschichte geht zu Ende

Wir tauchen nur ein bischen ab

Das Hanflädeli Growland an der Herrengasse 30 in Bern bleibt endgültig geschlossen und wird gerade vom Besitzer geräumt. Die Gründe dafür sind bekannt: Der Schweizer Hanfboom in den späten neunziger Jahren hatte weltweites Aufsehen erregt und entsprechend Kundschaft aquiriert, so dass bald mehr Genusshanf exportiert wurde, als die Schweizer selber konsumierten. So etwas durfte in der ordentlichen Schweiz nicht stattfinden. Zumal vor allem die Exportware zumeist in trüben Kanälen versickerte. Entsprechend begannen Polizei und Justiz trotz einer anstehenden Legalisierung aufzuräumen. Dabei wurden, wie immer die Köpfe, die am meisten herausragten, als erste geköpft, so geschehen mit Bernard Rappaz, André Fürst und, eben, Andrea Stafforte, dem häufig extravagant auftretende Kopf des Growlands.

Dass hierbei nur die Symptome, aber nicht das Übel bekämpft wird, ist offensichtlich. Genusshanf wird weiter in ähnlichem Umfang konsumiert, und es wird weiterhin Hanf exportiert und Haschisch importiert. Bloss, jetzt läuft wieder alles via Schwarzmarkt, und somit durch kriminelle Kanäle und dies erst noch zu viel höheren Preisen und schlechterer Qualität.

Genau dagegen hatten die Pioniere mit ihrem Modell des gesund gezogenen Freilandhanfs angekämpft. Sie wollten den Hanf dem Schwarzmarkt entziehen, indem sie eben öffentlich anbauten und verkauften. Dabei lösten sie aber auch einen Boom aus, der bald nicht mehr kontrollierbar wurde. Überall sprossen die Hanfläden aus dem Boden. Dass dabei bald keinerlei (Anstands-)Regeln beachtet wurden, ist nicht verwunderlich. So wurde auch an Minderjährige verkauft, welche sich dann auf dem Schulweg zudröhnten und entsprechend fit zum Unterricht erschienen. Diese Kehrseite muss hier auch erwähnt werden. Was die Pioniere zudem sicher unterschätzten waren die Auswirkungen aufs umliegende Ausland, wo die Polizei immer mit brachialen Steinzeit-Methoden vorging.

Die Schweizer Polizei und Justiz sind nicht gerade für „moderne“ Gesellschaftspositionen bekannt. Als religiöse Splittergruppen, wie Freikirchen oder das blaue Kreuz damit begannen, konservative Kreise zu bearbeiten, um das „Teufelskraut“ wieder zu tabuisieren, rannten sie in diesen Kreisen offene Türen ein. So kam es, wie es kommen musste, jede Betriebsschliessung, Verhaftung oder Beschlagnahmung konnte in den Medien schön aufgebauscht werden, so unter dem Motto: „Seht her auf dieses kriminelle Pack.“ Als es dann endlich zur Abstimmung über die Hanflegalisierung kam, war die Schlacht bereits entschieden.

Was bleibt? Bernard Rappaz ist immer noch im Gefängnis. André Fürst betreibt einen Online-Shop mit Hanfprodukten. Andi Stafforte ist im Ausland untergetaucht.

Was geschieht mit Growland? Scheinbar soll es vorläufig virtuell als Internet-Laden weiter bestehen, aber klar, ohne Verkauf von Genusshanf, und, sicher gibt irgendwann wieder ein Growland in der Schweiz.

Also bis bald auf:

www.SwissHempShop.com

admin chez growland.ch

Artikel modifiziert Mittwoch 2. Dezember 2009 16:55, Erscheinungsdatum Mittwoch 2. Dezember 2009 16:03

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