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Deutschland: Europaweit erstes Behandlungsprogramm für Cannabisabhängige

zwei Prozent der Konsumenten gelten als abhängig

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www.aerzteblatt.de

Freitag, 21. April 2006

Das nach eigenen Angaben europaweit erste Behandlungsprogramm für Cannabisabhängige hat ein Psychologenteam der Technischen Universität Dresden (TUD) entwickelt. Bisher gebe es weder in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern Cannabis-Entwöhnungskonzepte mit nachgewiesener Wirksamkeit, heißt es aus Dresden. Um diese Lücke zu schließen, hätten die Wissenschaftler der TUD im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das modulare Entwöhnungsprogramm CANDIS erstellt.

CANDIS setzt sich aus einer dreistufigen Therapie zusammen. Zunächst wird individuell geklärt, wie die Abhängigkeit entstanden ist. Anschließend werden Verhaltensregeln eingeübt, um den Cannabiskonsum aufzugeben. Dritter und letzter Schritt ist ein umfassendes Problemlösetraining für den Süchtigen.

Das Entwöhnungsprogramm wird von speziell ausgebildeten Psychologen am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der TU Dresden bis Ende 2006 kostenlos angeboten. Vorgesehen sind zehn Einzelgespräche mit je zwei Sitzungen pro Woche. Teilnehmen können alle Personen ab 16 Jahren, die ihren Cannabiskonsum reduzieren möchten.

Cannabis gilt als die am weitesten verbreitete illegale Droge der westlichen Welt. Nach Meinung von Experten haben in Deutschland bereits 40 Prozent der Jugendlichen damit Erfahrung gemacht, zwei Prozent der Konsumenten gelten als körperlich abhängig. /hil Links zum Thema

» Homepage CANDIS

Erscheinungsdatum Dienstag 25. April 2006 00:57

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