Die UNDC entscheidet sich aus politischen Gründen gegen eine Umstufung von Dronabinol (THC)
Die Betäubungsmittelkommission der Vereinten Nationen entscheidet sich aus politischen Gründen gegen eine Umstufung von Dronabinol (THC)
Auf ihrem 50. Treffen vom 12. bis 16. März 2007 in Wien entschied sich die Betäubungsmittelkommission (CND) der UNO gegen eine Umstufung von Dronabinol (THC), dem wichtigsten Wirkstoff von Cannabis, von der Klasse II in die Klasse III der Konvention zu psychotropen Substanzen von 1971, wie es das Expertenkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf seinem Treffen im Jahre 2006 empfohlen hatte.
Die WHO hatte festgestellt, dass die Substanz einen moderaten therapeutischen Nutzen besitzt, und dass aufgrund fortlaufender klinischer Forschung seine medizinische Verwendung wahrscheinlich zunehmen werde. Sie fand, dass die Klasse III passender sei und dass seine gegenwärtige Listung in Klasse II überholt sei. Die WHO schätzte das Missbrauchsrisiko für Dronabinol als sehr niedrig ein. Allerdings sprachen sich im Anmeldungsprozess für das CND-Treffen mehrere Länder und vor allem die USA deutlich gegen eine Umstufung aus. Zudem hatte sich die Internationale Drogenkontrollbehörde (INCB) der UNO in ihrem jährlichen Bericht aus dem Jahre 2006 und im CND-Plenum gegen die WHO-Empfehlung ausgesprochen. Laut INCB gebe es Berichte von Missbrauch in einem Land, in dem es am meisten verschrieben werde - gemeint war die USA. Allerdings hatten die USA in ihrer ausführlichen schriftlichen Stellungnahme zu Dronabinol an die WHO nur ein "niedriges Niveau an Diversion und Missbrauch" angegeben.
In den mündlichen Stellungnahmen sprachen sich nur zwei der 15 Sprecher für die vorgeschlagene Umstufung aus. Mehrere Sprecher stellten die wissenschaftliche Basis der Empfehlung in Frage. Der Mangel an Unterstützung stellte einen bemerkenswerten Unterschied zu den schriftlichen Antworten dar, die die WHO in den vergangenen Monaten erhalten hatte, in denen 11 von 13 Ländern deutlich gemacht hatten, dass sie keine Einwände gegen die vorgeschlagene Umstufung hätten. Kanada war bei seiner Ablehnung immerhin ehrlich. Es lobte die WHO für seinen "ausgezeichneten Expertenrat", dessen Wert es nicht in Frage stellte, machte jedoch klar, dass die Regierung aufgrund anderer Überlegungen die Umstufung nicht unterstützen könne, weil sie "eine verwirrende Botschaft hinsichtlich der Risiken im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum aussenden könnte".
P.S.
Weitere Informationen zur Diskussion über Dronabinol beim CND-Treffen von 2007 ist in einem Bericht des Internationalen Drogenpolitikkonsortiums verfügbar unter: http://www.idpc.info/docs/IDPC_Report_5.pdf
(Quelle: IDPC-Bericht zum CND-Treffen vom März 2007)












