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Enttäuschender Drogen-Rapport der UNODC: vier Jahre vergebliches Warten

Liafax Nr. 27, Bulletin Antiprohibitionist, Juni 2004

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr präsentierte das UNO-Büro für Drogen und Kriminalität (UNODC) seinen Bericht über die letzten vier Jahre

http://www.un.org/News/Press/docs/2004/socnar909.doc.htm
http://www.unodc.org/unodc/event_2004-06-26_1.html

Es wurde eine Abnahme des Drogenkonsums von 3% verzeichnet (bezogen auf eine Weltbevölkerungs-Zahl von 185 Millionen), sowie eine Zunahme der Beschlagnahmungen illegaler Substanzen auf der ganzen Welt.

Bei der Vorstellung des Rapports hob UNODC-Direktor Antonio Maria Costa die Notwendigkeit therapeutischer Behandlung der Suchtkranken hervor. Man müsse diese Menschen wieder in die Gesellschaft eingliedern und die Zivilbevölkerung müsse aktiv bei der Bekämpfung der Drogen mithelfen (Wie man sich diese "Mithilfe" konkret vorzustellen hat, liess Costa offen).

Marco Perduca, Direktor der International Antiprohibitionist League und UNO-Vertreter der übernationalen Radikalen Partei, meinte dazu:

Nach vierjährigem Warten und einem Wechsel in der Führungsspitze der UNODC, hätte man etwas Bedeutenderes erwartet als die blosse Wiederholung bereits zur Genüge bekannter Fakten. Vor allem hätte man auch eine Studie benötigt, die zusätzlich zu den angesammelten Daten und Statistiken (welche lediglich die üblich erwarteten Antworten auf institutionelle Fragen bedienen: eine Zunahme der Beschlagnahmungen, die immer mit einer Verminderung des Drogen-Angebots verbunden ist; Ecuador und Venezuela werden nicht als Anbau-Gebiete für Coca betrachtet; Cannabis wird immer noch als Droge bezeichnet, usw.) das "Drogen-Kontroll-System" der UNO bewertet hätte, denn dieses besteht in Wirklichkeit nur aus prohibitiven Gesetzen und politischen Einflüssen, die längst versagt haben und den realen Verhältnissen kaum Rechnung tragen.

Dieses System übermässiger Kontrolle wird immer wieder als eine humanitäre Aufgabe angepriesen, welche Millionen von Menschen aus den Gefahren der Drogen-, Alkohol- oder Tabakabhängigkeit retten soll. In dem im Jahr 1997 erstellten Rapport wurden immerhin auch die originelleren und unkonventionelleren Annäherungen an die Drogenproblematik präsentiert. Dass diese wertvollen Ansätze aufgegeben wurden, muss als Unterlassung Costas und seiner Kollegen betrachtet werden und gereicht ihnen zum Vorwurf. Die UNODC kann sich kaum noch weiterhin als Garant der UNO-Konventionen darstellen: deren Aufgabe liegt nämlich in der Arbeit für internationalen Frieden und Sicherheit und nicht darin, Dogmen und Ideologien mit Polizeigewalt durchzusetzen.

Artikel modifiziert Sonntag 24. Oktober 2004 19:05, Erscheinungsdatum Montag 12. Juli 2004 12:47

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