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Hanf-Info sieht sich in der Nachfolge von Cannabioland

2001/03/21 - La Liberté

Murten. André Fürst vermarktet bereits die Erzeugnisse von zwanzig Produzenten der Westschweiz. Er hofft mehr als tausend Personen täglich zu empfangen, wenn sein Landwirtschaftsbetrieb beim Schloss von Prehl bereit ist.

Das Gebäude, welches mit einer schönen Rokoko-Fassade geschmückt ist, habe Jost de Diesbach gehört. Man sagt, es sei auch unter den Besitzungen des Louis d’Affry gewesen. Szenenwechsel: Das Schloss Prehl ist heute das Schaufenster von Hanf-Info, einem Unternehmen, welches auf die Vermarktung von Hanfprodukten spezialisiert ist. Die Firma hat sich dieses Jahr in Murten niedergelassen, um von der Dynamik der Expo.02 zu profitieren (unsere Ausgabe vom 8. März).

Hanf-Info? Das Unternehmen machte letztes Jahr von sich reden, als der Untersuchungsrichter André Piller die Beschlagnahmung von mehreren hundert Kilo Hanf in dessen diskreten Lokalitäten an der Bernstrasse in Murten anordnete. Es war das erste Mal, dass die Polizei im Kanton einen Hanfladen geschlossen hatte. Bei seiner Wiedergeburt scheint das Unternehmen, den Look eines zweiten Cannabiolands angenommen zu haben.

Der Direktor von Hanf-Info und Mieter des Schlosses von Prehl, André Fürst, lächelt, wenn man ihn an die Episode erinnert. "Sie haben anderthalb Tonnen mitgenommen, aber es waren vor allem Stiele. Die haben keinen grossen Wert." Und die Untersuchungshaft, welche gegen den Chef von Hanf-Info angeordnet wurde? "Der Untersuchungsrichter hat mir bis heute nicht geschrieben, was er mir anlastet. Ich nehme an, dass meine Sache in der Schwebe ist, solange der Fall Cannabioland nicht erledigt ist."

WACHSENDER ERFOLG
In Prehl arbeitet André Fürst mit Martin Gutknecht, Landwirt und Hofbesitzer, zusammen. Aber er ist es, der den Umbau des Stalls in ein Verkaufslokal und den Bau eines Raums für die Pressung von Hanfsamen zur Ölgewinnung finanziert - eine Baustelle, welche auf mindestens eine halbe Million veranschlagt ist. Er hält nicht mit seinen Ambitionen hinter dem Berg, wenn die Arbeiten, Ende 2001, endlich beendet sein werden: "Wir hoffen, täglich 1000 Personen zu empfangen." Es wird klar auf die Besucher des Landwirtschaftspavillons der Landesausstellung, welcher ein paar hundert Meter daneben errichtet wird, geschielt.

Hanf-Info hat jedoch nicht auf das Ende (oder auf den Beginn) der Arbeiten gewartet, um seine Aktivitäten weiterzuführen. "Sobald ich aus der Untersuchungshaft entlassen war, erhielt ich eine Flut von Anrufen beunruhigter Leute, die sich fragten, ob ich mit dem Hanfverkauf fortführe, denn sie sind krank und das Kraut bietet ihnen Linderung. Wie konnte ich ihnen antworten? Dass sie in die Apotheke gehen und sich Valium kaufen sollten?"

WERBEOFFENSIVE
Der Pächter gibt zu, zurzeit mit 20 Produzenten in der ganzen Westschweiz zusammenzuarbeiten. Die Kunden? Sie kämen von überall her und zögerten nicht, eine Anreise von mehreren hundert Kilometern zu unternehmen.

Und wie ist das Aufsehen zu interpretieren, welches Hanf-Info bei den Medien zu erregen versucht, indem es einen Artikel, welcher in den "Freiburger Nachrichten" erschien, in ein Pressecommunique verwandelt? "Meiner Ansicht nach haben sich die Zeiten gewandelt. Als 1996 Cannabioland seine Pforten öffnete, waren Informationen zum Hanf noch nicht so weit verbreitet. André Fürst der Anhänger der Hanflegalisierung hat keine Mühe seine Argumente vorzubringen: therapeutische Erfolge des Wirkstoffs, fehlendes Suchtpotential...

Und der Verkauf an junge Leute? Wird der Sitz in Prehl nicht zu Versuchungen führen? Der Patron von Hanf-Info schwört, dass von den Kunden ein Ausweis verlangt werde, als Beweis, dass diese älter als 18 seien. Er verspricht auch, dass auf den drei Hektaren Murtener Boden nur Hanf mit tiefem THC-Gehalt angebaut werde. Die Sorten mit starkem Gehalt blieben, wo sie seien, weit weg von den indiskreten Blicken.

Artikel modifiziert Mittwoch 22. Oktober 2003 13:34, Erscheinungsdatum Mittwoch 21. März 2001 00:00

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