Haschischkuchen-Bäcker vor Gericht
Weil er seiner Lehrerin einen unfreiwilligen Rausch beschert hat, wurde ein heute 20-jähriger Mann zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Das ergab am Mittwoch ein Vergleich vor dem Lüneburger Amtsgericht. Der damalige Abiturient hatte vor etwa einem Jahr einen Schokoladenkuchen mit neun Gramm Marihuana versetzt und diesen samt einem Zettel mit der Aufschrift "Vielen Dank für alles - guten Appetit" vor dem Lehrerzimmer des Lüneburger Herder-Gymnasiums abgestellt. "Dramatische Stimmung" unter den Pädagogen.
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Insgesamt zehn Lehrer hatten von dem Kuchen gegessen und dann kurzzeitig unter Wahrnehmungsstörungen und Übelkeit gelitten. Schulleiter Peter Homburg berichtete von einer "dramatischen Stimmung" unter den Pädagogen. Einer der Lehrer hatte vom Bahnhof aus angerufen und nach Hilfe verlangt, weil er sich nicht mehr zurechtfand. Der Haschischkuchen-Bäcker hatte sich später bei Mitschülern und Lehrern entschuldigt und zehn Tage freiwillig Dienst in einem Krankenhaus geleistet. Vor Gericht bekam er eine Verwarnung und die Auflage, sich bei der Drogenberatung zu melden.
Bereits 200 Euro gezahlt
Der Angeklagte hatte bereits 200 Euro an seine Lehrerin gezahlt, diese forderte jedoch 1.000 Euro Schmerzensgeld. Nach Angaben ihres Rechtsanwalts litt seine Mandantin unter Todesangst und glaubte, sie sei vergiftet worden. Zudem habe sie sehr lange gebraucht, um den Vorfall zu verarbeiten. "Das war kein harmloser Streich. Das Zeug ist gefährlich", sagte auch Richter Klaus Rainer Strunk. Der junge Mann muss nach dem heutigen Vergleich nun entweder weitere 300 Euro bis Ende dieses Jahres zahlen oder einen Betrag von 550 Euro, der bis 2008 gestundet wird.










