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Internationale Rauschgiftfahnder tagten in Schlangenbad Wiesbaden

Professor Thomasius demonstriert seine Inkompetenz

Drogendelikte mit Cannabis stark gestiegen; Je mehr die Polizei eingreift, umso mehr Fälle gibt es.

Professor Thomasius wirbt durch eine Skandalisierung der Cannabis Thematik auch erfolgreich um Geldmittel.

KA-HE: Internationale Rauschgiftfahnder tagten in Schlangenbad

01.12.2005 - 08:05 Uhr, Hessisches Landeskriminalamt [Pressemappe]

Rauschgiftfahnder aus zehn Ländern tagten am 29. und 30. November im hessischen Schlangenbad.

"Die "Ständige Arbeitsgruppe Rauschgift" (StAR), ist ein internationales Gremium von Rauschgiftexperten, das seit 1972 besteht und auf Initiative der amerikanischen Drogenbehörde DEA (ehemals Bureau of Narcotics and Dangerous Drugs) nach einem Kabinettbeschluss der Bundesregierung gebildet wurde. Die Teilnehmer treffen sich anlassbezogen abwechselnd im In- und Ausland. Die Geschäftsführung sowie der Vorsitz liegen beim Bundeskriminalamt. Die Organisation der 104. Tagung hat das Hessische Landeskriminalamt übernommen.

Der Teilnehmerkreis setzt sich aus Vertretern der deutschen Landeskriminalämter, des Bundeskriminalamtes, des Zollkriminalamtes in Köln, der amerikanischen Drogenbehörde DEA sowie der Rauschgiftzentralstellen aller Anrainerstaaten der Bundesrepublik Deutschland, Vertretern von Interpol und Europol sowie der Zentralstelle zur Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt /M. (ZfB) zusammen.

Aufgaben der StAR sind u.a.

-Beobachtung und Beurteilung der Entwicklung der Rauschgiftkriminalität in Europa

-Erarbeitung präventiver und repressiver Bekämpfungsstrategien und

-taktiken

-Initiierung abgestimmter länderübergreifender Maßnahmen

-Entwicklung von Initiativen zur Rauschgiftbekämpfung insbesondere operativer Art

-Erhebung, Umsetzung und Kooperation von Aus- und Fortbildungskonzepten

-Forschungsprojekte

Im Rahmen der 104. Tagung am 29. und 30. November wurde neben dem ständigen Thema der Zusammenarbeit mit den Niederlanden im Bereich des Kokainschmuggels über den Flughafen Schiphol durch Personen aus Lateinamerika als weiteres Schwerpunktthema Cannabis behandelt. Dazu hielt Herr Prof. Dr. Thomasius von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Hamburg einen Vortrag zum wissenschaftlichen Aspekt der Wirkung von Cannabisprodukten.(bei den wenigen Extremen konsumverhalten AF)

In den letzten Jahren sind die Verstöße im Zusammenhang mit Cannabis erheblich angestiegen. So ist z.B. in Hessen im Jahr 2004 im Vergleich zum Jahr 2003 ein Anstieg der allgemeinen Verstöße mit Cannabis um 45,3% festzustellen. Bezogen auf verschiedene Betäubungsmittelarten bilden die Fälle des illegalen Handels und Schmuggels mit Cannabis (49,3% Anteil) weiterhin den Schwerpunkt. Besorgniserregend ist die Präferenz für Cannabis vor allem in den jüngeren Altersgruppen.

Knapp 20% der Tatverdächtigen, die mit Cannabis in Erscheinung traten, waren zur Tatzeit unter 18 Jahren alt. Gravierend ist auch, dass der Indoor-Anbau von Marihuana expandiert. Vor allem die neuartige Qualität mit teilweise mehr als 20 % THC-Anteil (Wirkstoff von Cannabis-Produkten) lässt auf professionellen Anbau schließen.

Landespolizeipräsident Norbert Nedela und der Präsident des Hessischen Landes-kriminalamtes Peter Raisch begrüßten die internationalen Experten. Sie machten deutlich, dass gerade das Rhein-Main-Gebiet mit der Großstadt Frankfurt am Main und dem internationalen Flughafen einen Brennpunkt bei der Bekämpfung des internationalen Rauschgifthandels darstellt. Gerade der illegale Handel und Schmuggel von Rauschgiften erfordere eine intensive offene und verdeckte Ermittlungsarbeit von Polizei und Zoll, zumal die kriminellen Praktiken der besonders aus dem nordafrikanischen und südamerikanischen Raum stammenden Tatverdächtigen immer raffinierter werden, so Landespolizeipräsident Norbert Nedela.

Hessisches Landeskriminalamt Pressestelle Gaby Goebel Telefon: 0611/83-1022 Fax: 0611/83-1026 E-Mail: pressestelle.hlka@polizei.hessen.de

P.S.

In Ihrer Pressemitteilung "Internationale Rauschgiftfahnder tagten in Schlangenbad" erwähnen Sie, dass Herr Prof. Thomasius eingeladen wurde, um über die wissenschaftlichen Aspekt der Wirkung von Cannabisprodukten zu referieren.

Hierzu möchte ich Ihnen mitteilen, dass die wissenschaftliche Arbeit Thomasius` sehr umstritten ist.

Erst kürzlich habe ich in einer Pressemitteilung bezüglich eines Studienauftrages an Herrn Thomasius folgende Zitate verwendet:

Dazu Professor Quensel:

"Schon die von Thomasius herausgegebene und betreute Ecstasy-Studie wies vor allem in dem von ihm betreuten Teilgebiet erhebliche methodische Mängel auf. Eigene Forschungsarbeiten auf dem Cannabis-Gebiet liegen zumindest in publizierter Form nicht vor. Es existiert lediglich ein Übersichtsartikel in der Zeitschrift Blutalkohol, den Thomasius mit mehreren anderen Autoren zusammen verfasst hat. Es fällt auf, dass er mehrfach höchst überzogene und kaum zutreffende Aussagen zum Cannabis abgibt, bei denen er seine Praxiserfahrungen in einer wissenschaftlich unmöglichen Weise verallgemeinert. Im Vergleich zu den Verfassern der bisherigen Expertisen im In- und vor allem im Ausland (zuletzt: Ministry of Public Health of Belgium:Cannabis Report August 2002) wirkt Thomasius kaum als besonders qualifiziert."

Professor Böllinger:

"Mit den Cannabisstudien von Kleiber/Kovar und anderen Arbeiten, z.B. von Kleiber/Söllner liegen hervorragende Studien vor. Grundsätzlichen Bedarf für neuere Untersuchungen des Forschungsstandes sehe ich nicht. Lediglich eine Aktualisierung in Bezug auf jüngere Forschungsberichte wären sinnvoll. Dafür gäbe es neben Professor Kleiber noch eine Vielzahl anderer Wissenschaftler, die dafür wesentlich geeigneter wären als Thomasius."

Dr. med. Franjo Grotenhermen:

"Professor Thomasius wirbt durch eine Skandalisierung der Thematik auch erfolgreich um Geldmittel. Wie sich erneut bewahrheitet, stellt die mediale Dramatisierung in der heutigen Zeit durchaus ein Erfolgsmodell dar. Das ändert aber nichts daran, dass Professor Thomasius aus wissenschaftlicher Sicht regelmäßig vor allem seine Inkompetenz demonstriert. Ich bin wenig überrascht, dass die Politik, bei der Klappern ebenfalls zum Geschäft gehört, so prompt darauf hereinfällt. Bestürzend ist es dennoch. Ich hätte mir von der Politik mehr Sorgfalt bei der Vergabe von Forschungsgeldern erhofft."

Ich kann Ihnen versichern, dass es sich bei diesen Aussagen nur um die Spitze des Eisberges handelt. Thomasius kann man gut befragen, wenn man darüber informiert werden will, welche drastischen Auswirkungen extremer Cannabiskonsum bei einem bestimmten sehr überschaubaren Klientel hat, das in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt wird; oder wenn man es darauf anlegt, einen hochdramatischen Vortrag zu hören. Für einen wissenschaftlichen Überblick ist Thomasius nach einhelliger Meinung aller mir bekannten Experten nicht geeignet, auch wenn er derzeit eine hohe Aufmerksamkeit bei den Medien erzielt.

Artikel modifiziert Donnerstag 1. Dezember 2005 23:25, Erscheinungsdatum Donnerstag 1. Dezember 2005 00:00

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