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Neue Erkenntnisse zur Selbstmedikation bei psychischen Krankheiten

Ungeachtet der Tatsache, dass die Hypothese der Selbstmedikation (SMH, self medication hypothesis) bei Patienten mit der Diagnose Schizophrenie seit 20 Jahren diskutiert wird, ist man sich über den Wahrheitsgehalt dieser Hypothese immer noch nicht einig. Die SMH legt nahe, dass Patienten nicht irgend eine beliebige Substanz zur Linderung ihres Zustandes wählen, sondern gezielt eine Substanz einsetzen, die verschiedene psychiatrische Symptome und emotionalen Stress abbauen kann.

Bei den hier vorgelegten Daten wurde die SMH zur empirischen Bewertung in fünf Unter-Hypothesen aufgegliedert und bei zwei Patientengruppen getestet, von denen die eine an DDS (dual-diagnosis schizophrenia) litt, während die Diagnose bei der anderen Gruppe auf einfache Schizophrenie (S) lautete (n=22 für jede Gruppe).

Bei der DDS-Gruppe war das Vorkommen spezifischer psychopathologischer Symptome weniger ausgeprägt als bei der S-Gruppe. Die DDS-Gruppe gab als Grund für die Einnahme von Substanzen häufiger Vergnügungszwecke an als die S-Gruppe, welche den Konsum von Drogen eher als Therapie zur Reduktion von Symptomen und Stress betrachtete. Ebenso zeigte sich ein Trend zum vermehrten Gebrauch von Alkohol zur Selbstmedikation (im Vergleich zu Opiaten und Cannabis). Die wahrgenommene Wirkung dieser drei Substanzen war bei mehreren Symptom/Stress-Kriterien signifikant unterschiedlich. Ferner zeigte sich ein nicht zufälliges Zusammentreffen gewisser auf die Symptome bezogener Gründe für den Gebrauch einer bestimmten Substanz und der wahrgenommenen Wirkung.

Diese Resultate unterstützen die Hypothese der Selbstmedikation dahingehend, dass "bestimmte Patienten spezifische Substanzen gegen einzelne Symptome" einsetzen und erhärten somit die These der SMH.

Quelle:
Goswami S, Mattoo SK, Basu D, Singh G.:
Substance-abusing schizophrenics: do they self-medicate?
(Drug De-addiction & Treatment Centre, Department of
Psychiatry, Postgraduate Institute of Medical Education
& Research, Chandigarh 160-012, India
www.pubmed.org
  • In spite of having been formulated nearly two decades back, there is as yet no consensus on the validity of the clinically popular self-medication hypothesis (SMH) of substance use disorders in patients with dual diagnosis. SMH broadly proposes that patients use substances in a non-random fashion so that the psychopharmacologic characteristics of particular substances are used to alleviate a variety of psychiatric symptoms and emotional distress.
  • Bien que formulé il y a près d'une vingtaine d'années, il n'existe toujours pas de consensus sur la validité de l'hypothèse d'automédication (SMH), populaire du point de vue clinique, pour les problèmes d'usage de substances chez les patients présentant un double diagnostic.
Artikel modifiziert Montag 9. August 2004 14:02, Erscheinungsdatum Freitag 6. August 2004 14:47

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