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Neurodermitis und Juckreiz

Don Spear ist zweiundfünfzig Jahre alt und lebt in Flint in Michigan. Er leidet an Neurodermitis, einer entzündlichen Hautkrankheit, die wahrscheinlich auf eine allergische Reaktion unbekannten Ursprungs zurückgeht. Die Symptome sind Juckreiz und entzündete Hautstellen, besonders an den Händen, im Gesicht, an Hals, Beinen und Genitalien. Normalerweise wird diese Krankheit mit Korticosteroiden und auf die Haut aufgetragenen Salben behandelt. Steroide helfen jedoch nur teilweise und können in jedem Fall nur ab und zu während der Krisen benutzt werden, da der Langzeitgebrauch schwere Nebenwirkungen hat. Antihistaminika helfen gegen das Jucken, aber auch sie sind nur von begrenztem Wert. Das Kratzen führt zu Infektionen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen. Don Spear erzählt folgende Geschichte:
Ich leide an atopischer Neurodermatis (Neurodermitis), einer fortschreitenden, potentiell lebensbedrohlichen Hauterkrankung. 1954 stellte ich als achtzehnjähriger Soldat in einer Armeebasis in Texas fest, dass die Haut um meine Augen juckte und sich abschälte. Zuerst dachte ich, es sei das trockene texanische Klima, aber der Zustand verschlimmerte sich und griff auf andere Körperteile über. Die Haut in den betroffenen Gebieten wurde sehr gereizt, färbte sich dunkelrot und begann zu reissen. Als ich ein Jahr später von der Armee nach Westdeutschland versetzt wurde, war ein grosser Teil meines Körpers mit abblätternder, hellroter Haut bedeckt, die aufriss, sich schälte und dann wieder aufriss. Diese Gebiete entzündeten sich, weil ich ständig daran kratzte.
Die Ärzte der Militärkrankenhäuser in Deutschland diagnostizierten eine atopische Neurodermitis. Ich benutze alle verfügbaren Medikamente, Salben und Präparate, aber nichts half. Meine Hände und Arme waren in einem schrecklichen Zustand mit aufgerissener, schälender Haut und völlig zerkratzt. Wundbrand setzte ein, und die Ärzte erwogen, mir beide Arme am Ellenbogen zu amputieren. In einer letzten Anstrengung, die Amputation zu verhindern, wurden meine Arme vollständig bandagiert, damit ich nicht kratzen konnte: Ausserdem erhielt ich massive Gaben Antibiotika und das neue "Wundermittel" Cortison. Gegen das Jucken, das mich fast verrückt machte, verschrieben mir die Ärzte Tranquilizer und Beruhigungsmittel. Meine Arme wurden gerettet, aber ich konnte kein weiteres Cortison mehr vertragen. Trotz aller Bemühungen der Armee konnte meine Hauterkrankung nicht unter Kontrolle gebracht werden. Im Januar 1956 wurde ich mit einer 50prozentigen dienstbedingten Behinderung entlassen.
In den nächsten zehn Jahren probierte ich fast jedes verfügbare Medikament und jede legal erhältliche Droge aus: hohe Dosen von Librium®, Valium® und anderen suchtbildenden Tranquilizern, Cortisonsalben, Kohleteerbäder und andere Präparate. Nichts brachte auf lange Sicht Erleichterung. Wegen der Infektionen, die infolge des unerträglichen Juckens und der aufgerissenen Haut entstanden, musste ich mehrere Male ins Krankenhaus.
Weil meine Hautkrankheit mich entstellte, konnte ich nur schwer Arbeit finden. Die Arbeitgeber wollten mich nicht einstellen, und andere Mitarbeiter wollten nicht mit mir zusammenarbeiten. Schliesslich nahm ich einen Job bei der Fisher Body Company an, aber ich war wiederholt längere Zeit krank. Nach zehn Jahren errechnete der Computer, dass ich insgesamt sechs Jahre krankgeschrieben war, und schickte mich in Rente. Ich suchte Arbeit, um meine Frau und meine vier Kinder ernähren zu können und stellte wieder fest, dass viele Menschen mich einfach nicht einstellen wollten. Die Hautkrankheit blieb. Oft wachte ich nachts auf und merkte, dass von meiner Kopfhaut Blut auf das Kissen gesickert war. Das Jucken war so schwer und intensiv, dass ich meine Haut mit Sandpapier bearbeitete, um mir Linderung zu verschaffen. Meine Ehe ging in die Brüche, und ich lebte sehr zurückgezogen und kümmerlich.
Im Frühling 1973 erzählte mir ein Freund, der in Vietnam gedient hatte, dass er dort Hanf geraucht und es sehr genossen hätte. Ich zögerte, nicht nur weil es illegal war, sondern auch, weil ich etwas gegen Drogen aller Art hatte. Alkohol und Tabak hatte ich seit langem aufgegeben, und meine Erfahrungen mit den medizinischen Drogen hatten mich noch viel vorsichtiger gemacht. Ich stamme aus einer strengen, moralischen Familie, in der Drogen als schlecht galten.
Schliesslich, an einem Wochenende bei einem Dragster-Rennen, nahm ich ein paar Züge aus der Hanfzigarette meines Freundes. Vielleicht habe ich auch am nächsten Tag ein paar Züge aus einer anderen Zigarette genommen. Ich bemerkte nichts Ungewöhnliches nach dem Rauchen, keine mentalen Wirkungen. Am Dienstag oder Mittwoch der folgenden Woche merkte ich, dass eine besonders schlimme Hautpartie viel weniger rot und entzündet aussah. Mir fiel ein, das mich das Jucken seit Tagen nicht belästigt hatte. Ich fragte mich, ob Hanf irgend etwas mit der unerwarteten Verbesserung zu tun hatte, gab aber nicht viel auf die Idee.
Am nächsten Wochenende gingen mein Freund und ich zu einem anderen Dragster-Rennen, und wieder bot er mir Hanf an. Zu diesem Zeitpunkt war das Jucken zurückgekehrt, aber es hörte beim ersten Zug plötzlich auf. Ich war verblüfft. Nachdem ich jahrelang alle erhältlichen Drogen, Medikamente und Hautpflegeprodukte benutzt hatte, ohne Linderung zu erlangen, hörte das Jucken nach einem Zug aus einer Hanfzigarette auf. In den nächsten drei Jahren rauchte ich Hanf, aber nur am Wochenende und nie mehr als ein paar Züge hintereinander. Meine Hautkrankheit verbesserte sich dramatisch. Da ich nicht mehr kratzte, heilte die aufgerissene Haut. Dann verblassten die roten Flecken, und es bildete sich normale Haut. Bald war ich nicht mehr entstellt. Ich bekam einen richtigen Job und wurde zu einem zuverlässigen Mitarbeiter. Ich musste mich nicht mehr krank schreiben lassen.
Anfang 1977 entdeckten meine älteren Brüder, dass ich Hanf rauchte, und erzählten unseren Eltern davon. Obwohl ich schon über vierzig war, waren mir ihre Gefühle sehr wichtig. Ich erklärte ihnen die Situation, aber ich merkte, dass es sie nicht überzeugte. Sie hatten Angst, ich würde süchtig werden. Ich sagte ihnen, ich würde für drei Monate mit dem Hanf aufhören und sehen, was dann geschähe. Ich hatte nie eine negative geistige oder körperliche Wirkung verspürt, und das Aufhören machte mir keine Schwierigkeiten. Ich entwickelte kein Verlangen nach Hanf und hatte weder Schüttelfrost noch Schweissausbrüche. Aber innerhalb von drei Tagen juckte mein gesamter Körper wieder. Die Haut zwischen meinen Zehen und Fingern wurde gereizt und entzündete sich. Die Entzündung breitete sich schnell über meine Hände und Füsse auf meine Arme und Beine aus, dann auf Kopfhaut, Gesicht und Brust. Innerhalb von Wochen riss meine Haut auf, ich kratzte ständig, und an vielen Teilen meines Körpers erschienen dunkelrote Striemen. Ich war wieder entstellt, und wieder sickerte nachts Blut auf mein Kopfkissen. Meine Eltern und meine Brüder waren alarmiert und baten mich, wieder mit dem Hanf anzufangen. Ich zögerte, weil ich nicht gerne zum Süchtigen abgestempelt werden wollte. Schliesslich erkannte ich, dass es meiner Familie egal war, ob Hanf illegal war. Es ging ihnen nur um seine Wirkung auf meine Haut.
Ich begann wieder, am Wochenende zu rauchen. Diesmal dauerte es fast ein Jahr bis meine Haut wieder normal war. In den nächsten zehn Jahren rauchte ich weiter Hanf, und mein Hautzustand blieb unter Kontrolle. Ich war weiterhin ein geschätzter Mitarbeiter und rauchte niemals während der Arbeit. Im Februar 1987 erfuhr ich dann, dass meine Firma beabsichtigte, bei ihren Beschäftigten stichprobenmässig Urintests durchzuführen.
Ich wandte mich an den Betriebsrat und bat auch die Ärzte der Veteran’s Administration, mir zu legalem Hanf zu verhelfen. Sie verwiesen mich an die V.A. Drug Rehabilitation Unit, wo mir gesagt wurde, dass ich kein Drogenproblem hätte. Tatsächlich kamen die Ärzte dort zu dem Schluss, dass ich die Droge Hanf einfach therapeutisch benutzte. Sie ermutigten mich, weiterhin Hanf zu rauchen. Aber die Bedrohung durch den Urintest und der mögliche Verlust meines Arbeitsplatzes verunsicherten mich zutiefst. Ich war verwirrt, wusste nicht, was ich tun sollte, und hörte auf zu rauchen. Meine Hautkrankheit brach praktisch sofort wieder aus.
Nach ein paar Wochen war sie sehr schwer und verschlimmerte sich rasch weiter. Meine Eltern, mein Bruder, gute Freunde und sogar der Betriebsrat ermutigten mich, wieder mit dem Hanf rauchen anzufangen. Die Alternative war, dem Gesetz Folge zu leisten und mit einer entstellenden Hautkrankheit zu leben, die mich über eine Infektion sogar töten konnte. Ich nahm Krankheitsurlaub und fing an, mir meinen eigenen Hanf zu ziehen.
Im Dezember 1989 meldete ein Nachbar das der Polizei. Ich wurde verhaftet, angeklagt und verurteilt. Die Strafe bestand in einer hohen Geldbusse, einem viermonatigen Hausarrest und zwei Jahren Bewährung. Der Richter sagte, alle Anklagen würden fallengelassen, wenn ich ein legales Rezept erhielte. Aber wegen der Urintests auf der Arbeit musste ich mit dem Rauchen aufhören. Seit ich wieder aufgehört habe (Dez 89), ist das Jucken fast ständig da, meine Haut reisst immer wieder auf und sondert an Füssen, Händen, Kopfhaut, Beinen, Brust und sogar auf dem Penis eine Flüssigkeit ab.
Hanf ist das einzige Mittel, das gegen die Hautläsionen und das schreckliche Jucken hilft. Wenn Hanf legal wäre, könnte diese ich höllische Krankheit unter Kontrolle halten. Hanf könnte auch Tausenden von Menschen mit ähnlichen Hautproblemen helfen, aber es findet keine Forschung statt, weil es sich um ein verbotenes Medikament handelt und die Ärzte sich nicht auf eine politische Kontroverse einlassen wollen.

Auszug aus dem Buch
Marihuana, die verbotene Medizin
Von Dr.med. Lester Grinspoon
Und James B. Bakalar
2000
ISBN 3-86150-273-9
Erscheinungsdatum Freitag 21. November 2003 13:05

Forum des Artikels

Neurodermitis und Juckreiz
Ich habe seid dem ich denken kann unter Neurodermitis gelitten, als ich 13 wurde ging es richtig los mein Körper war komplett von dieser krankheit befallen und niemand konnte mir helfen. Ich war bei sämtlichen Spezialisten in ganz Deutschland und es wurde immer schlimmer keine Cremes, Tabletten oder Lichttherapien konnten mir helfen! Meine Eltern waren verzweifelt und haben wahnsinnig darunter gelitten mich so leiden zu sehn.
Sie haben das ganze Internet durchforstet und haben sehr viel Geld ausgegeben für die angebrisenen angeblichen Mittel die mir linderung verschaffen sollten... nichts half bis mein Vater den Artikel im Internet las in dem man behauptet hat Marihuana würde die beschwerden komplett heilen...
Er beschaffte Marihuana und ließ es mich pur rauchen und am nächsten Tag waren die Pusteln ganz trocken...
es hat 3 wochen gedauert danach hab ich das erste mal in den Spiegel sehen können ohne zu weinen...
Marihuana hat mir ein neues Leben geschenkt und deshalb muss es legalisiert werden da es so vielen Menschen gibt die unter dieser Krankheit leiden
Jetzt, 10 Jahre später bin ich 23 und glücklich!

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Die Webseite besuchen : Legalize it!!! : http://www.chanvre-info.ch/info/de/forum.html?id_article=856&lang=de
10 März 2009 von Fiona
  Neurodermitis und Juckreiz
 
servus auch ich bin leider von neurodermitis geblagt und das seit meiner geburt ich rauche cannabis mitlerweile seit 10jr, und es hilft mir sehr ich habe auch schon selbst angebaut aber ich bin aufgeflogen und musste eine geldstrafe zahlen jetzt lebe ich in bayern und hier sind die strafen härter deswegen habe ich vorrübergehend aufgehört und mir geht es sehr schlecht ich verstehe nicht das der die regierung es nicht als med. erlaubt wie in den usa zumal sie steuern drauf bekommen würden und es kein gestrecktes grass mehr geben würde was für alle angenehmer wäre.

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  31 08 2009 von steveb
 

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