Niederlande: medizinischer Cannabis vor dem Aus?
Gesundheitsminister Han Hoogervorst erwägt, den legalen Verkauf von medizinischem Cannabis in Apotheken einzustellen und das Büro für Medizinischen Cannabis zu schließen. Auf Fragen der Tweede Kamer (vergleichbar mit dem CH-Nationalrat) erklärte er am 17. März, dass er im Herbst über die Zukunft des Programms entscheiden will.
Die Fragen bezogen sich auf die Situation des Programms, dass im September 2003 mit dem Verkauf von Cannabis in Apotheken begonnen hat und im Jahre 2004 ein Minus von 400.000 Euro gemacht hat. Hoogervorst erklärte, dass ein solches Projekt in Zeiten von Budgetkürzungen kaum weiter unterstützt werden könne. Zudem stünden die Ärzte der Verschreibung von Cannabis nicht sehr positiv gegenüber. Ausserdem würden die Patienten es vorziehen, Cannabis im Coffee-Shop zu erwerben.
Hoogervorst behauptete zudem, dass die medizinischen Eigenschaften von Cannabis nie bewiesen worden seien, und dass die Verwendung von Cannabis Nebenwirkungen, wie etwa Psychosen, verursachen könne. Das Büro für medizinischen Cannabis bekräftigte jedoch, dass Patienten von Cannabis profitieren, und dass Psychosen nur selten auftreten. Die PvdA (Partij van de Arbeid, Arbeitspartei) forderte den Minister auf, sich mehr für das Programm einzusetzen.
(Quellen: expatica.com vom 18. März 2005, De Volkskrant vom 18. März 2005, NRC Handelsblad vom 18 März 2005)













