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Revision des BetmG : mehr als 600’000 Kiffer weiterhin ausgeschlossen

600’000 bis 700’000 Schweizer Hanfkonsumenten werden das neue Betäubungsmittelgesetz nicht akzeptieren. Die hineingeschriebene Abstinenz ist keine starke Botschaft sondern die Verlängerung eines Riesenwitzes. Trotz der vielen, teuren und fruchtlosen Versuche diesen frommen Wunsch umzusetzen hat es heute hundert Mal mehr Konsumenten als in den fünfziger Jahren.

Gleiche Rechte

Das neue Gesetz erlaubt medizinische Massnahmen für Konsumenten von Opiaten mittels Ersatzdrogen, aber fürs Cannabis, welches sich in der gleichen Kategorie befindet, gibt’s nichts. Alkohol, Tabak, Benzodiazepine, welche die grössten Suchtprobleme verursachen, sind hingegen nicht enthalten. Abstinenz ist das Ziel des Gesetzes, vor allem für Cannabis. Was für eine schräge Idee von der Gleichheit der Schweizer und des Minderheitenschutzes. Die Rechte der Hanfkonsumenten werden ignoriert, obwohl sie sonst im Alltag gute Bürger sind. So würden Hanfkonsumenten viel eher auf die Prävention vor den süchtig machenden Betäubungsmitteln und den Jugendschutz reagieren, wenn sie nicht als schwerkranke Kriminelle erachtet würden.

Kleindealer hart bestraft

Um, wie sie sagen, die Jugend vor der Gefahr zu schützen verurteilt sie das Gesetz zur Abstinenz oder zum Leben am Rande der Gesellschaft oder, noch schlimmer, zur Kleinkriminalität. Es braucht einen Produzenten und einen Verteiler, um die Konsumenten zu beliefern. Heute sind die Grenzen dazwischen fliessend. So wie sich die Schweizer Hanfszene entwickelt hat, gibt es viele, die all dies zugleich sind. In vielen Hanf-Freundeskreisen geschieht der Einkauf gemäss den sich bietenden Gelegenheiten. Wer einkauft, sammelt das Geld innerhalb der Gruppe ein und realisiert einen kleinen Gewinn beim Weiterverkauf. Gemäss neuem Gesetz setzen sie sich hierbei Strafen von bis zu 20 Jahren Knast aus.

Hanf für Patienten

Endlich erlaubt ! Aber der Zugang zu therapeutischem Hanf wird auf einige wenige Krankheiten limitiert sein, dies obwohl die Möglichkeiten viel breiter wären. Patienten müssen sich mit synthetischen oder nur halbwegs natürlichen Mitteln begnügen, währenddem kanadische, holländische und Schweizer Studien die Überlegenheit der Blüten und des Harzes in der Behandlung der Symptome vieler Patienten belegen. Die Revision des BetmG sollte die bis jetzt heimliche Behandlung vieler Kranker erlauben und regeln und sie nicht auf Kosten der Versicherungen der Bürokratie und der Pharmalobby ausliefern.

Vergiftung statt Eigenanbau

Dadurch dass aller Anbau von Hanf mit mehr als 0,3% THC schwer bestraft wird, wird die Gesundheit der Konsumenten durch dieses Gesetz nicht geschützt. Man müsste mehrere Gramm des legalen Hanfs rauchen, um knapp die Wirkung eines Joints zu erzielen und so ein Vielfaches der „Abgase“ inhalieren. Die Alternative besteht in den Produkten des Schwarzmarktes, welche oft verschnitten oder mit giftigen Substanzen aufgezogen wurden. So tauchten kürzlich mit Quarzsand versetzte Hanfblüten auf, was hoch krebserregend ist ; dies als Illustration zu den Qualitätsverhältnissen.

Viele Konsumenten bauen für ihre eigenen Bedürfnisse selber an, um so die Risiken zu mindern. Das Verbot nicht lizenzierter Samen und Pflanzen verunmöglicht diesen Anbau und ist im Sinne der Volksgesundheit sogar schädlich. Es wäre besser, diese zu begleiten und so den Grosshandel zu unterbinden.

Legaler Hanf für die Katz

Die Aufhebung der Möglichkei, jeglichen Hanf anzupflanzen, solange er nicht als Betäubungsmittel dient, führt dazu, dass ein Wirtschaftszweig gefährdet ist. Die Schweiz verfügt nicht über die Landwirtschaftsflächen, um die meisten der vom Bundesamt für Landwirtschaft erlaubten Sorten zu nutzen. Sie sind weder von der Menge noch von der Qualität her gesehen interessant für die Produktion essentiellen Öls, dem einzigen 100% legalen Schweizer Hanfprodukt, welches anständig bezahlt wird. Keine dieser erlaubten Sorten ist als biologisch zertifiziert, was neue Möglichkeiten ebenfalls behindert. Nach Jahren des Aufbaus besteht im Aroma- und Parfümsektor ein Bedarf für Hunderte von Litern essenziellen Öls. Dies sollte erhalten bleiben.

Ablehnung der Volksinitiative

Eine Mehrheit des Parlaments und neu auch der Bundesrat sind gegen einen reglementierten Anbau und Handel von Cannabis. Sie schlagen deshalb die Ablehnung der Jugendschutz-Initiative vor. Sie sagen, dieses Handelssystem sei gegen internationale Verträge, fördere die Ausfuhr und den Drogentourismus, brächte ein zu offenes Angebot und verführe die Jugend.

Eine Lösung hierzu würde existieren : aber man müsste den Erwachsenen den Eigenkonsum und ebenfalls den Eigenanbau erlauben, sei dies allein oder als Gruppe.

Eine akzeptierbare Alternative

Das Modell der Cannabis Social Clubs (CSS) ist nicht kommerziell und regelt den Anbau und Vertrieb von Cannabis für Erwachsene. CSC-Gruppen sind nicht lukrative Vereine, welche den gemeinsamen Anbau einer limitierten Menge von Cannabis organisieren, und zwar gerade genung, um den Eigenkonsum der Mitglieder zu decken. Anbau, Transport, Vertrieb wären zu sichern und die Qualität zu garntieren, dies ohne Werbung, Ladenschild oder Schaufenster. Die Mitglieder zahlten kostendeckende Beiträge gemäss ihren Bedürfnissen. Cannabis-Handel fände nicht statt. Die Miglieder dürften weder Handel betreiben noch Dritte, vor allem Minderjährige, zum Konsum anregen. Für eine Versuchsphase Dieses Modell bricht keine internationalen Verträge. Diese behandeln weder Eigenkonsum noch Eigenanbau. Erneuerbare Energien, biologischer Anbau, vernünftige Zuchtselektion, echte Produktedeklaration, der Besitz von nur geringen Mengen, geliefert nach Zahlung des monatlichen Beitrags, gesicherter und diskreter Anbau und Lieferung, keine Werbung, Beitritt von Neumitgliedern mittels Patensystem, beschränkt auf Ansässige, all dies wären konkrete Basen für ein Pilotprojekt. Zu Beginn wäre es möglich, diese Clubs in Gemeinden zu testen, welche sich dazu bereit erklären, dies als Experiment innerhalb dieser Gesetzesrevision. Wenn die Volksabstimmung zur Initiative bis 2009/10 verschoben würde, könnte bis dann das Parlament die Erfahrungen mit den CSC abwarten und allenfalls national einführen.

Raus aus der Sackgasse !

Im Rahmen der Diskussion zur Revision des BetmG haben viele Parlamentarier ihre Unterstützung der Initiative „Pro Jugendschutz gegen Drogenkriminalität“ bestätigt. Sie bestätigen ebenfalls, dass der Nationalrat nächstens über die Hanffrage diskutieren wird, um so die Situation zu ändern. Eine Situation, die schon zu lange andauert, hagelt es doch schwere Strafen gegen die Hanfpflanzer, welche sich für den letzten Anlauf zur Revision des Gesetzes engagierten. Polizei und Justiz quälen die letzten Überlebenden einer Branche mit über 350 Betrieben und mehr als 10’000 legalen Angestellten. Das organisierte Verbrechen hat wieder den Markt übernommen. Die Preise sind am Steigen. Die Qualität sinkt. Es gibt nicht weniger Konsumenten. Es ist dringend, die Politik in Sachen Hanf zu ändern !

Hanf-Info

  • Sono sei o settecento mila i consumatori svizzeri di canapa che non accetteranno la nuova legge sugli stupefacenti. L'astinenza non è un messaggio forte, quanto piuttosto un nuovo nome dell'ipocrisia. Malgrado i molteplici e costosi tentativi di mettere in atto questo pio voto, oggi si contano cento volte più consumatori che negli anni cinquanta.
  • Environ 600.000 à 700.000 consommateurs suisses de chanvre n'accepterons pas la nouvelle loi sur les stupéfiants. L'abstinence n'est pas un message fort mais plutôt une tartuferie qui se prolonge. Malgré les multiples et coûteuses tentatives d'appliquer ce vœu pieux, il y a aujourd'hui 100 fois plus de consommateurs que dans les années 50.
  • L'astinenza non è un messaggio forte quanto piuttosto un'ipocrisia che perdura. Malgrado i numerosi e costosi tentativi di applicare questo voto pio, oggi ci sono cento volte più consumatori che negli anni '50.
Erscheinungsdatum dimanche 21 janvier 2007 23:38

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