Sämlinge
Es ist wie eine Geburt: Der kleine Stiel schiebt sich aus dem Boden und die Keimblätter öfnen sich, neues Leben erblickt das Licht und wächst heran. Viele haben mit dem heranziehen von Saat Probleme, deswegen wird hier noch einmal auf diese Thematik eingegangen um vorheriges noch zu vertiefen.
Sämlinge
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Die Vorgehensweise, aus Saat Pflanzen hervorzuziehen wurde bereits genügend erläutert und soll nun nicht komplett wiederholt werden. Hier geht es mal wieder darum, alles an Fotos zu demonstrieren. Es wurde wieder am 18.02.06 Saat angesetzt und dieses mal direkt unter einer 250 Watt Quecksilberdampf Röhre. Um die Sämlinge nicht durch das intensive Licht zu überlasten wurde der Reflektor erst 130cm über den Boden gehangen, auf Topfhöhe konnte eine Lichtintensität von 5500 Lux gemessen werden. Dieser Abstand ist vorsichtig bedacht aber in den ersten Tagen brauchen die Sämlinge nicht mehr Licht und somit ist es sicherer, es mit seinen Pflänzchen nicht hinterher zu gut gemeint zu haben. Die Temperatur sank in der Nachtphase bis auf 18°C und stieg am Tag während der ersten fünf Tage nicht über 23°C hinaus.
Insgesamt wurden 30 Samen angesetzt. Es wurden fünf Originalsamen von der nicht ganz aufgebrauchten Sensi Seeds Afghani 1 Packung angesetzt, der Rest der Saat wurde mit der Zeit gesammelt und entstand vermutlich aus Selbstbefruchtung. Ein Korn entspringt einer White Widow Pflanze, fünf stammen von Power Plant Pflanzen. Diese Genetiken fanden in der Form von Stecklingen ihren Weg in die heimische Blütekammer. Die restliche Saat entstammt dem selbst herangezogenen Afghani 1.
Die originale Saat des Afghanis ist im Jahr 2000 gekauft worden und in hanfkornfreiem Vogelfutter über die Grenze geschmuggelt worden. Diese Saat wird vermutlich noch ein paar Jahre älter sein, da Sensi Seeds nachgesagt wird alte Saat zu verkaufen. Die Körner des White Widow und des Power Plant sowie fünf Körner der Afghanipflanzen stammen aus dem Jahr 2001, die restlichen 14 Saatkörner werden vermutlich ca. aus dem Jahr 2003 stammen. Nun gibt es Leute, die meinen, dass wenn die Saat ein paar Jahre alt ist sie nicht mehr aufgehen wird. Dieses ist nicht ganz richtig, die Keimkraft nimmt jedoch mit den Jahren ab bis die Saat nicht mehr dazu in der Lage ist, überlebensfähig aufzugehen. Je nachdem um was für eine Saat es sich handelt ist die Saat der einen Pflanzenart schneller gealtert als die anderer Pflanzenarten. Zudem ist die Art der Lagerung für den Grad des Alterns der Saat sehr wichtig. So konnte schon Saat an nicht den ältesten antiken Fundstellen noch zum keimen gebracht werden auch wenn es sich hierbei vermutlich um Hirsesaat und nicht um Hanfsaat zu handeln schien.
Somit stellt sich nun die Frage: Auf welche Faktoren müssen bei der Einlagerung von Saat geachtet werden? Die Saat soll dunkel, kühl und trocken lagern und diese Lagerbedingungen sollen stabil sein. Jede Saat hat einen Keim. Aus der Fernsehwerbung wissen wir, dass Pflanzenöle oft aus frischen Keimen gepresst werden. Der Keim ist das, woraus in dem Saatkorn das Leben entsteht, der Rest des Korns ist Wegeproviant. Dieser bleibt bei Getreidekörnern in der Erde, nur ein Halm wächst aus dem Boden. Hanf nimmt diesen „Wegeproviant“ als Trieb mit nach oben und wandelt ihn zu den ersten Blättern um, diese nennen sich dann Keimblätter. Diese Öle der Keime sind etwas flüchtig beziehungsweise altern mit der Zeit. Die Genetik in dem Saatkorn schläft bis zur Keimung und altert nicht. Wenn nun aber die Öle in dem Keim gealtert sind findet das Saatkorn keine Kraft mehr um aufzugehen. Zudem kann auch das stärkehaltige Saatkorn seine Geschmeidigkeit verlieren. In diesem befinden sich weniger Öle aber wenn es beim sähen in der Erde einweicht muss der gesamte Samen eine Geschmeidigkeit entwickeln können um mit der Kraft, die der Keim entwickelt seine Energie an diesem abgeben zu können. Mit dem Alter wird die Saat zum einen Kraftloser und zum anderen spröder, somit wäre zum Aufgehen also mehr Kraft notwendig als bei frischer Saat. Solche alte geschwächte Saat neigt zu Missbildungen oder geht erst gar nicht auf, diese Neigung hat auch unausgereifte Saat.
Also sollte die Saat bei der Lagerung von der Außenluft versiegelt sein. Zudem kann die Saat in anderer Saat eingelagert werden. Es fiel auf, dass die Saat der White Widow und Power Plant Pflanze zu 100% aufging aber die Saat der Afghani des selben Alters nur zu 40%. Diese wurde nicht in Reiskörnern eingelagert, diese sind zwar nicht besonders ölig aber sie stabilisieren den Feuchtigkeitshaushalt während der Saatlagerung. Dem Reis können zusätzlich frische Raps- oder Sonnenblumenkörner beigefügt werden. Für den Fall, dass die Öle der Keime nicht nur altern sondern sich auch verflüchtigen werden die Hanfkörner schon von Außen in einem flüchtigen Öldunst lagern und somit geschützter sein. Alle paar Jahre können die Hanfsamen in neue Reis und Raps- oder Sonnenblumenkörner gebettet werden um dann z.B. in einem trockenen Keller zu lagern.
Eine weitere Möglichkeit der Lagerung von Saat kann das einfrieren bieten. Die Körner können zu diesem auch in anderer Saat eingelagert werden. Nun liegen zu diesem noch keine Erfahrungswerte vor, auch eingefroren wird die Saat mit der Zeit altern. Wenn diese dabei aber nur sehr langsam altern würde ohne dabei kaputt zu frieren wäre dieses als parallele Möglichkeit denkbar.
Saatbanken lagern ihre Saat zumindest kühl und trocken in Regalen und nicht in Gefrierschränken.
Zumindest wird in diesem Kapitel bewiesen, dass Saat sich auch mehrere Jahre hält und dann immer noch gesund aufgehen kann.


Oben ist die Saat eine Woche nach dem sähen weitgehend aufgegangen, die Ausgangsbedingungen zu diesem wurden zu Beginn des Kapitels schon geschildert. Im unteren Foto ist einer der Sämlinge zu sehen, der gesund aufgegangen zwischen den Keimblättern die erste Blattebene hervorbringt. Es sind bereits 24 von 30 Samen aufgegangen und es wird noch ein Nachzügler folgen.
Der Reflektor wird am zehnten Tag um zehn cm auf 1,2m vom Boden gesenkt und auf Topfhöhe werden 6300 Lux gemessen. Dieses ist noch nicht viel mehr Licht als Leuchtstoffrören bieten und etwas mehr würde den Sämlingen nicht schaden aber es genügt ihnen so. In der Natur gehen die Hanfsamen mit dem April auf, in dem die Sonne noch nicht so intensiv ist und zudem müssen die Sämlinge oft auch noch durch eine Grassdecke empor wachsen um wirklich in der Sonne zu stehen, diese Sämlinge kommen mit dem im April noch mageren Licht auch aus und überdauern selbst tagelange Bewölkung problemlos.
In den Fotos sind nicht die Dunsthauben der Propagatoren zu sehen, die jedoch die erste Zeit genutzt werden. Die Außentemperatur liegt bei 20°C, in der Kammer wird sie bei ca. 22°C liegen und unter den Hauben steigt sie auf maximal 25°C an.

Nun sind die Pflänzchen 14 Tage nach dem sähen damit beschäftigt, die zweite Blattebene auszuprägen, wie schon erwähnt ist die Saat nicht komplett aufgegangen aber dafür können sich einige gesunde Pflänzchen sehen lassen. Der Reflektor wird auf 1,1m gesenkt und wegen der Verdunstung wird nun nicht mehr nur etwas mit Leitungswasser gegossen, dieses wird mit Erddünger für Hanfpflanzen auf 1,0EC angedüngt um den Pflänzchen vorsichtig etwas Dünger zu bieten. In den Gewächshäuschen schwankt die Temperatur von 18°C in der Nachtphase bis maximal 25°C während der Tagphase. Die Luftfeuchtigkeit schwankt zwischen guten 50% bis über 80% hinaus, in der Tagphase verdunstet mehr Feuchtigkeit aus der Erde als in der Nachtphase. Da der Reflektor nun dichter an den Gewächshäuschen ist werden deren Deckel etwas schräg aufgesetzt, damit die sich stauende Wärme besser entweichen kann.

Am 18 Tag nach dem Sähen findet sich schon ein schwerwiegendes Problem in diesem Erdtopf. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit fängt die Anzuchterde von Compo an zu schimmeln, dieses liegt aber weniger an der Erde sondern an der hohen Luftfeuchtigkeit. Es ist zu sehen, dass ein Schimmelpelz sich über der feuchten Erde bildet und sich stellenweise schon zu weißen Pünktchen verdichtet. Also werden die Dunsthauben der Gewächshäuschen abgenommen, damit dieses Problem nicht von Tag zu Tag wächst. Da die Luftfeuchtigkeit nur bei ca. 40% liegt wird diese mit einem Ultraschallbefeuchter auf ca. 60% erhöht. Somit wird der Schimmel sich in luftiger Umgebung zurückbilden und nicht zum Problem werden ohne das es den Pflänzchen zu trocken wird.
Drei Wochen nach dem sähen wird der Reflektor auf 100cm über den Boden also 80cm über den Pflanzen gesenkt, beziehungsweise die Gewächshäuschen wurden aufgebockt. Auf Topfhöhe können 7800 Lux und auf Pflanzenhöhe 8600 Lux gemessen werden. Die Pflänzchen werden nun noch ca. eine Woche benötigen um mit dem erste verholzen des Stieles und der Wurzeln zu beginnen und nachdem dieses beginnt fängt sozusagen auch eine zweite Altersstufe für die Pflänzchen an. Diese sind zuerst zierlich und empfindlich und bilden nun Substanz, die sie unempfindlicher werden läst. Der 250 Watt Reflektor wird nun alle paar Tage etwas näher an die Pflänzchen geführt bis dieser noch 40cm Abstand zu diesen haben wird. Theoretisch können die Pflänzchen dann mit der vierten Woche nach dem sähen in die Blüte gestellt werden, wenn diese aber groß heranwachsen sollen kann auch noch eine Woche gewartet werden. Bei sativalastigen Gräsern ist zu bedenken, dass diese deutlich mehr Wuchskraft als andere, er indica betonte Gräser haben können. Einige stark wachsende Sativa Gräser könnten sogar nun, drei Wochen nach dem sähen schon in die Blüte gestellt werden und würden zu stattlichen Pflanzen heranwachsen.

Drei Wochen nach dem sähen haben die Pflänzchen etwas Volumen aufgebaut aus dem heraus sie nun schnell Masse zulegen werden. Die Pflänzchen bilden teilweise schon auf ihrer dritten Blattebene fünf Finger aus, dieses bestätigt, dass sie genügend Licht gehabt haben. Auch ansonsten machen die meisten Pflänzchen einen gesunden Eindruck.
Nun, da die Pflänzchen zügig wachsen berühren sie einander immer häufiger mit den Blättern. Pflanzen haben wie alle Lebewesen eine Wahrnehmung, die sich entsprechend dem Lebewesen unterschiedlich weit ausprägt. Die Pflänzchen spüren durch die Berührung, dass zu den Seiten andere Pflanzen wachsen, sie wollen den Platz der ihnen zur Verfügung steht ausnutzen und da dieser zu den Seiten dann nicht mehr vorhanden ist beginnen die Pflänzchen verstärkt in die Höhe zu wachsen. Es wird aber gewünscht, dass sie sich auch mit Seitentrieben entwickeln und so beginnt nun der Abschnitt, in dem die Pflänzchen mit etwas Abstand zueinander in dem Raum verteilt werden. Dieses geht nur solange man noch Raum hat, dieser wird schnell ausgefüllt sein. Die Pflanzen haben eine Veranlagung dazu, ob sie üppig mit den Seitentrieben wachsen oder nicht aber wenn sie Platz haben prägen sie die Veranlagung mit den Trieben zu wachsen intensiver aus.
Dieses genügt an dieser Stelle zur Beschreibung zum Umgang mit den Saatpflanzen. Nun wird die Keimkraft der Saat ausgewertet und die Mutationen der alten oder nicht ausgereiften Saat werden anhand von Bildern beschrieben.
Die ca. 4,5 Jahre alte Saat, die in Reiskörnern gelagert wurde ging komplett auf wohingegen die ungefähr gleich alte Saat, die nicht in Reiskörnern lagerte nur mit zwei Körnern von fünfen aufging. Die noch ältere original Afghani 1 Saat ging mit drei von fünf Körnern auf, diese drei Pflänzchen werden aber nicht entwicklungsfähig sein, da sie mutierten. Weitere 14 Saatkörner, die etwas jünger gewesen sind und auch in Reiskörnern gelagert wurden gingen alle auf und führten nur zu zwei Mutationen, diese liegen aber vermutlich daran, dass die Saat teilweise noch nicht ganz reif gewesen ist.



- Keimblätter öffnen sich nicht

In den oberen vier Fotos ist die aufgegangene Originalsaat des Afghanis zu sehen, die durch ihr Alter stark gelitten hat. Die Genetik müsste zwar intakt sein aber dennoch kommt es zu Mutationen. Wie schon erläutert wurde verliert die Saat mit dem Alter ihre kraftvolle Geschmeidigkeit und wird spröder. Somit wird der geschwächte Keim viel mehr Kraft benötigen um das Saatkorn zu aktivieren um mit diesem als die zwei Keimblätter aus dem Boden heraus zu wachsen. Diese Mutationen gehen vermutlich nicht auf gealterte Gene sondern auf die Überanstrengung beim Aufgehen zurück. In den oberen beiden Fotos bilden die beiden Pflänzchen nicht mehr ihre Triebspitze aus und werden somit nicht mehr wachsen können, diese Fotos sind drei Wochen nach dem Sähen gemacht worden und würden in ein bis zwei Wochen auch nicht anders aussehen, wenn diese Pflänzchen dann noch leben. Die unteren beiden Fotos sind am Tag gemacht worden, an dem dieses Saatkorn doch noch aufging. Es hat sich auch noch nicht viel weiter entwickelt und wird dieses auch nicht mehr. Durch die Überanstrengung bleibt es in seiner Entwicklung stecken und wird sterben. Solange die Saat noch irgendwie Kraft hat geschieht das Keimen sozusagen instinktiv aber wenn die Energie verbraucht ist kann das Pflänzchen sich nicht gesund ausprägen und ist dann nicht entwicklungsfähig.
An diesen zwei letzten Fotos wird noch ein Problem veranschaulicht, dass viele auch mit gesunder Saat haben, wenn diese bei trockener Luft aufgeht. Unter den Keimschalen befindet sich ein Häutchen, dieses wird mit diesen beim aufgehen durch die feuchte Erde abgestreift. Da dieses Korn am längsten gebraucht hat ist die Erde wohl nicht mehr feucht genug gewesen und das Häutchen konnte nicht mehr abgestreift werden und verhindert auf dem linken Foto noch, dass die Keimblätter sich öffnen können. Dieses ist aber mit einem feuchten Wattestäbchen und einer Pinzette ein schnell behobenes Problem. Das Häutchen wird durch das Wattestäbchen befeuchtet, möglichst so, dass ein Wassertropfen auf diesem zurückbleibt. Nun wird fünf Minuten abgewartet, das Häutchen weicht ein und kann nun sehr leicht vorsichtig mit der Pinzette entfernt werden. Leider hilft es diesem Pflänzchen nicht mehr.


Das Foto oben ist zwei Wochen nach dem Sähen entstanden, diese Pflänzchen von der Power Plant Saat ist etwas schrumpelig aber verfügt über eine Triebspitze. Dieses erste schrumpelige wachsen kann am Alter der Saat sowie an dem eventuell nicht ganz ausgereiftem Saatkorn liegen, wenn dieses Pflänzchen nun aber mit seiner intakten Triebspitze aus diesem Stadium herauswächst kann es sich genauso gesund entwickeln wie die anderen Pflänzchen.
Das Foto unten zeigt eine andere Pflanze drei Wochen nach dem sähen, diese wächst zuerst auch etwas unansehnlich und die bereits dritte Blattebene bildet immer noch nur einen Finger aus. Dennoch macht die intakte Triebspitze Hoffnung auf ein gesundes Weiterwachsen.

Der sechste Mutant wuchs zuerst völlig gesund und auf einmal fehlt in der dritten Blattebene die Triebspitze, sowie dieses auf dem vorherigen Foto zu sehen ist. Dieses wird aber nicht schlimm sein, die Seitentriebe sind nämlich vorhanden und dieses Pflänzchen wird mit diesen weiterwachsen. Dieses Problem wird nun nicht auf das Alter dieses Saatkorns zurückgeführt sondern darauf, dass es an der Pflanze nicht ganz reif gewesen ist aber schon mit abgeerntet wurde.
Die anderen 19 Pflänzchen scheinen bislang aber gesund zu sein und wachsen zügig. Selbst die fünf nicht aufgegangenen Saatkörner wurden noch nicht ganz aufgegeben. Damit die Saat aufgeht braucht sie erst einmal einen Impuls. Sie geht erst dann auf, wenn sie spürt, dass die Außenbedingungen ein Überleben erlauben. In der Natur lagert die Saat im Boden und geht dann im Frühjahr auf, wenn sie spürt, dass sie leben kann. Nun gibt es aber auch Saat, die nicht aufgeht und auch den Sommer in der Erde überdauert und dann wieder überwintert. Dieses kann von der Natur gewollt sein. Wenn nun in diesem Jahr keine der aufgegangenen Pflanzen durchkommt, da irgendwelche Naturkatastrophen oder Naturphänomene wüten wäre diese Pflanze in diese Region ausgestorben.
Da aber ein Teil der Saat im Boden weiterruht wird im Jahr danach dennoch diese Pflanzenart wieder heranwachsen können, auch wenn es dann erst einmal weniger Exemplare sein werden. Somit kann auch Indoor die Saat durch die Schaffung der Bedingungen zu diesem den Impuls zum aufgehen übersehen aber ansonsten völlig intakt sein. Zumindest viel auf, dass in der weggeschütteten Erde die Saat vereinzelt doch noch aufgeht. Also wurden die fünf Töpfchen erst einmal nach draußen gesetzt. Dort werden sie den äußeren Wetterbedingungen und somit erst einmal Frost ausgesetzt. Wenn die Temperaturen milder werden kann es passieren das einzelne Samen noch aufgehen werden und dann völlig gesund sind.
Die verwendete Saat ist zu einem Teil ziemlich alt und zum anderen aus der Selbstbefruchtung von Blütepflanzen hervorgegangen und teilweise nicht ganz ausgereift gewesen. Wenn dieses nun junge voll ausgereifte Saat wäre sollte es zu den oben beschriebenen Mutationen sowie der Ausfälle nicht so intensiv kommen können, die nun knapp 40% der Saat mehr oder weniger beeinträchtigt. Zu diesem sei noch erwähnt, dass die Eigensaat auf die Selbstbefruchtung der blühenden weiblichen Pflanzen zurückzuführen ist. Dieses ist eine inzucht Befruchtung die zur Weiterzucht normalerweise zu vermeiden ist. Es geht bei dieser Saat aber nicht um eine Weiterzucht sondern darum, eine neue Mutterpflanze zu finden oder diese rein weibliche Saatpflanzen blühen zu lassen. Zu einer professionellen Saatzucht soll unbedingt der natürliche Vermehrungsweg von weiblichen und männlichen Pflanzen gewählt werden, da die Gene sich immer wieder neu zusammenmischen sollen um jung und gesund zu bleiben. Wenn der Genpool über Generationen hinweg auf Inzucht zurückgreift wird dieses immer zu Missbildungen und Mutationen führen, die Genetik kann sich nicht richtig mischen, da sie immer nur auf sich selber trifft und wird von Generation zu Generation abbauen.
Zum Stecklingsschnitt wird hier noch angemerkt, dass die Genetik hierbei nicht jedes mal neu gemischt sondern lediglich übernommen wird. Solange die Genetik einer Pflanze in sich stabil bleibt können von ihr auch weiterhin Stecklinge der selben Ausgangsqualität genommen werden, zumindest solange bis die Gene dann doch abbauen. Zu diesem sei angemerkt, dass viele Pflanzen über tausend Jahre alt werden können und ihre Gene dann noch intakt sind. Es mag sein, dass diese Pflanzen über eine Genregenerierung verfügen, die in einjährigen Pflanzen weniger greift aber auch deren Genetiken überdauern Jahre, wenn die Pflanze am leben gehalten wird.
In diesem Kapitel sollte lediglich Vorheriges erläutert werden, da es vielen passieren wird, dass sie auf solche Mutationen stoßen werden, die für diese beschriebene Situation auch typisch zu sein scheinen. Der Vorgang des Sähens und der Pflege der heranwachsenden Pflanzen wird schon genügend beschrieben. In der weiteren Vorgehensweise werden diesen Saatpflanzen die Spitzen genommen um sie mit zwei Trieben wachsen zu lassen, diese werden dann als Stecklinge genommen um die Saatpflanzen ein paar Tage danach in die Blüte zu stellen. Dieses beschleunigt die Geschlechts- und Qualitätsbestimmung um ca. drei Wochen und es bleiben einem die Stecklinge, die zuerst weniger Platz wegnehmen um diese zu Mutterpflanzen heranziehen zu können.
Diese ganze Sämlingsaktion hatte zwei Beweggründe. Zum einem wurde geschildert, wie ein Growschrank für das Wohnzimmer gebaut werden könnte und dieses läst sich an Fotos besser schildern. (Basisteil: Wohnungs Growkammer) Zudem frist der Effekt des vermutlich falschen Mehltaus 40% der Erträge, wenigstens stressen die Spinnmilben zur Zeit weniger. Also schien es möglich, dass im Nebenraum, dem Wohnzimmer Pflanzen herangezogen werden können, die profilaktisch mit Kupferkalk behandelt werden ohne sich mit der Seuche zu infizieren. Diese Möglichkeit erschien besser, als die ganzen Pflanzen abzuholzen um dann nach einer Pause neu zu beginnen oder sich eine Zweitwohnung anzumieten um in dieser einen Neustart vorzubereiten. Leider haben die Saatpflanzen in den ersten Tagen nur geringe Abwehrkräfte und sind bereits auf den zu sehenden Fotos mit dem Effekt befallen. Trotz dessen werden sie in der neuen Testkapazität weiterwachsen dürfen, in der zukünftig noch einige Kleinigkeiten ausprobiert werden.
Dem radikalen Schritt der kompletten Abholzung und der kurzen Ruhepause stehen die Zeit ohne Ernten sowie die Ungewissheit, ob direkt ein gleichwertiges Grass gefunden werden kann entgegen. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich irgendwo doch noch Pilzsporen befinden die direkt die neuen Pflanzen befallen könnten, dann hätte man die ganzen Ausfälle dafür eingesteckt kein Stück weiter zu kommen.
Da dieses Problem die Qualität sogar anhebt und der Nachschub notwendig ist werden die 40% Ertragseinbußen erst einmal noch erduldet. Zudem wird ein Ortswechsel angestrebt der jederzeit beginnen könnte, sodass dieses Problem sich mit diesem lösen wird, da dann komplett neu angefangen wird und die alten Pflanzen dann ausgedient haben. Die alte Growanlage wird verschrottet, nur die teuren Geräte werden desinfiziert und weitergenutzt.
Leider ist es nicht ganz einfach an die passende Örtlichkeit zu gelangen, mieten ist schwierig da einem keiner glaubt, dass man ohne Einkommensnachweis bezahlen kann. Kaufen ist auch schwierig, da viel Geld benötigt wird welches eine Herkunft haben muss, die bei Beträgen ab 10000€ geprüft werden kann. Hierbei geht es darum, dass nicht 10000€ in eins verschoben oder benötigt werden, Stückchenweise kann auch mehr Geld verschoben werden ohne dass das Bankgeheimnis eingeschränkt werden darf.
Ohne Einkommensnachweis wird einem auch kein entsprechender Kredit gewährt. Freunde und Bekannte können einem auch nicht immer weiter helfen. Es reizt auch nicht, sich in Ostdeutschland billig eine sonst verfallende Immobilie zuzulegen, man möchte nicht unbedingt hunderte Kilometer weit weg ziehen müssen, da sich vor Ort kein Objekt finden lässt.
Somit wird die Mietswohnung wohl noch einige Monate herhalten müssen, die aber nicht genügend Platz für angestrebte Projekte bieten wird.
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Habt ihr Fragen, Anregungen, Ergänzungen, wollt ihr zu diesem Thema etwas anmerken oder hinterfragen? Dann geht doch in das Forum und tut dieses einfach in der Rubrik Growroom. Oder ihr meint schon Ahnung zu haben? Super, dann schaut mal rein, ob ihr ein paar Fragen beantworten könnt.










