SanaSativa
Leserbrief
Schon seit längerer Zeit wundere ich mich über das Auftreten der SanaSativa: Grosse (und teure) Inserate, ein riesiger Stand an der Tier & Technik. In Inseraten wird den Bauern das Blaue vom Himmel versprochen, so soll der "Bauernhanf" sogar der Retter der schweizerischen Truttenproduktion sein, bis zu 10 Rappen höhere Milchpreise ermöglichen, fruchtbarere Böden hervorbringen usw. Diese Aussagen stützen sich nicht auf wissenschaftliche Untersuchungen ab und bleiben somit nur Behauptungen. Zuletzt erschien ein grosses Inserat "OFFENER BRIEF AN UNITERRE". Ob nun der Bauernhanf "die Lösung" für die schweizer Landwirtschaft bedeutet oder nicht, ob der Futterhanf eine (mehr oder weniger) positive Wirkung hat oder nicht, sei dahin gestellt. Eines sollte dabei aber unbedingt bedacht werden:
Ein Lehrer der alten Garde hat uns einmal eingetrichtert, wir sollten uns immer diese Frage stellen: "wem nützt es?" Also stellen wir uns einmal diese Frage. Falls der Bauernhanf tatsächlich eine solch gigantische positive Wirkung haben sollte UND von den Konsumenten akzeptiert würde, wäre die Antwort einfach: den Bauern, die ihn einsetzen. Nun ist es aber nicht ganz so einfach. Fragen wir uns einmal, WER eigentlich hinter der SanaSativa steckt, wer die Inserate aufschaltet und bezahlt. Woher kommt das Geld?
Von Landwirten, die von sich aus so überzeugt von der Sache sind, dass sie unbedingt möglist vielen Berufskollegen auch zum wirtschaftlichen Segen verhelfen möchten? Oder ein Importeur von Saatgut etwa? Sieht nicht so aus. Liebe Berufskollegen, könnte es da nicht sein, dass in Tat und Wahrheit ganz andere Interessen im Spiele sind, als "die Rettung der schweizer Landwirte" mit Hanf? Könnte es nicht sein, dass versucht wird, die Bauern für die Erreichung ganz anderer Ziele zu missbrauchen? Ich kann nicht mit Sicherheit behaupten, es sei so. Aber ich möchte jeden dazu anregen, kritische Schlüsse zu ziehen.
Es wäre sehr bedauerlich, wenn wir unser gutes Image mit einer Sache, bei der wir nur Mittel zum Zweck sind, aufs Spiel setzen würden.
Urs Wegmann, Hünikon










