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Schädlinge

Habt ihr euch auch Trauermücken und Spinnmilben gefangen? Eigentlich jeder Grower kennt diese lästigen Untermieter. Aber wie kann man ihnen kündigen, wie kann man sich gegen tausender kleinster Tierchen zur Wehr setzen? Auf dieses sollt ihr hier nun Antworten finden.

Schädlinge

sind unbeliebte Bewohner auf den Pflanzen oder im Wuchsmedium denen unbedingt gekündigt werden soll.

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Bekanteste Schädlinge sind Spinnmilbe und Trauermücke und zu diesen beiden Beispielen läst sich optimal die Vorgehensweise gegen Schädlinge auf den Pflanzen und an den Wurzeln erklären.

Die Spinnmilbe siedelt an der Blattunterseite gerne an der Blattader, dort saufen sie dann zu Tausenden den wertvollen Pflanzensaft. Die Trauermücke ist hingegen nicht schädlich, sondern ihre Larven, die im Boden die Wurzeln fressen.

Neudorf bietet spezielle Präparate an, die aber meist nicht flächendeckend wirken. Bayer produziert fieses Gift, das schnell aufgebraucht und teuer ist.

Neudorf bietet über die Grow Shops Nutzorganismen an, die Schädlinge fressen. Nun muss man aber erst einmal ein Klima haben, in dem diese sich vermehren, um dadurch zu wirken. Oft scheitert die Schädlingsbekämpfung dann an diesem.

Also:

Gegen Trauermücken (kleine schwarze Fliegen) helfen Nematoden. Dieses sind Nutzorganismen die im Boden Schädlinge fressen und werden einem über Bestellkarte (in Grow Shops oder im Gartenhandel erhältlich oder http://www.schneckenprofi.de/nuetzlinge.html?id=gfuIp68v&mv_pc=15 ) von Neudorf zugeschickt. Die Nematoden werden mit Wasser angerührt und durch gießen aufgetragen. Da sie sich im Kühlschrank vier Tage halten wird dieser Vorgang dann wiederholt, deshalb wird jeweils eine Hälfte der Packung verwendet. Die Nematoden sind kleinste Würmchen, die Schädlingslarven von innen heraus auffressen. Sie mögen feuchten Boden im Gegensatz zu den Larven der Trauermücke. Diese mögen lieber leicht trockenen Boden oder die Grenze von diesem zum nassen. Auch aus diesem Grund soll immer so gegossen werden, dass der Boden zwar nicht nass jedoch feucht ist. Ansonsten können die Nematoden nicht richtig wirken.

Oberirdisch können die Trauermücken mit Gelbtafeln von Neudorf gejagt werden, die Leimtafeln locken die Fliegen an, diese bleiben an diesen hängen und können keine Eier mehr legen. Mit diesen läst sich ein Befall erkennen und verlangsamen aber meist nicht vernichten. Da die Gelbtafeln ekelig kleben werden diese auf Pappkarton geheftet und auf Topfhöhe oder auf diese an die Pflanzen gestellt. Der Leim kann mit Pflanzenöl gelöst und mit Seife abgewaschen werden. Zu bedenken bleibt, dass wenige verbleibende Trauermücken tausende von Eiern legen können, von diesen müssen wieder nur wenige Trauermücken soweit kommen, Eier zu legen. Dieses geht dann so lange weiter, bis die Gelbtafeln so voll mit Schädlingen sind, dass sie nicht mehr wirken. In Gewächshäusern werden sie dazu benutzt, um zu ermitteln, welche Schädlinge durch die Luft fliegen aber nicht zur Bekämpfung, zu der sie meist vergeudeter Aufwand sind. Somit können die Trauermücken nur mit Nematoden wirkungsvoll bekämpft werden.

Nematoden scheinen sich auch ohne Schädlingsbefall im Boden oder CoGr halten zu können, in Steinwolle scheinen sie empfindlicher zu sein, in dieser können sich die Larven der Trauermücke anscheinend auch nicht so gut halten. Wenn man nun im Vorfeld mit Nematoden behandelte Erde oder CoGr Matten hat und neues Material verwendet, kann versucht werden, die Nematoden überzusiedeln. Man nimmt etwas Dränagewasser und gießt damit etwas. Da dieses alten Dünger enthält, den die Pflanze eventuell noch nicht benötigt, wird gewartet, bis diese angewurzelt ist und gießt nun mit etwas Dränagewasser, das auch verdünnt werden kann. Beim anrühren oder vorbereiten von Erde oder CoGr kann etwas Dränagewasser oder auch nematodenhaltiger Boden beigespült oder untergemengt werden, wenn die Nematoden sich halten, dann können sie sich auch vermehren.

Seit über drei Jahren funktioniert die Übersiedlung der Nematoden von altem zum neuem Material. Die Trauermücken sind nie ausgestorben, können sich aber nur in einer unscheinbaren Population halten. Irgendwo sind dann doch ein paar Eckchen, in denen diese sich vermehren können. Eventuell ernähren sich die Nematoden auch von den paar Exemplaren, die noch Eier ablegen aber dieses scheint zu ihrem Überleben im Boden nicht notwendig zu sein. Zumindest hätte es ohne die Nematoden direkt die nächste Plage geben müssen. Um dem Trauermückenbefall vorzubeugen soll die Erde nicht Stellenweise antrocknen, sondern immer feucht aber nicht tropfnass gehalten werden. Dieses ist auch für die Pflanzen das Beste, sie benötigen Luft und Feuchtigkeit wohingegen sie durch Trockenheit und stehende Nässe strapaziert werden.

Gegen saugende oder fressende Schädlinge gibt es eine ultimative Möglichkeit: Spritzmittel, dass von der Pflanze aufgenommen wird und über 14 Tage durch den Wuchssaft in der ganzen Pflanze wirkt.

Dieser Spritzmitteltyp wird anhand des folgenden Präparates beschrieben, dass jedoch anscheinend nicht mehr verkauft wird und wogegen die Spinnmilben sich eine Resistenz aufbauten, sodass es nicht mehr wie zu Anfang wirkte. Es werden aber von vielen Herstellern Spritzmittel angeboten, die von den Pflanzen aufgenommen werden um dann von Innen zu wirken. Über die Einhaltung der Wartezeiten und wenn diese Mittel nicht auf sich bildende Blütenknollen gesprüht werden sind diese Präparate meist sehr harmlos. Die nun beschriebenen Anwendungsmethoden, die für dieses Mittel wichtig sind werden auch für andere Präparate wichtig sein. Auch die Vorgehensweise der Anwendung wird sich ähneln.

(Anbei: Das Spritzmittel hat später nicht mehr gewirkt, da die Luft zu trocken war. Bei trockener und warmer Luft kann man gegen Spinnmilben nichts machen, zuerst muss die Luft feuchter werden.)

: Dr. Stähler universal Insektizid Adimethoat 40 EC Gegen saugende Insekten an Obst – und Gemüse und Zierpflanzen, wirkt als Kontaktmittel und vollsystematisch über den Saftstrom (für ca. 14 Tage)

Es ist nicht bei sichtlich blühenden Pflanzen anzuwenden und der Zeitabschnitt zur Ernte soll mindesten 40 Tage betragen. Auch andere Hersteller werden über den Wuchssaft wirkende Präparate anbieten und dieses sind die best wirkenden, da selbst unbehandelte Stellen der behandelten Pflanze gegen Schädlinge geschützt sind. Diesen schmeckt die Pflanze nicht mehr oder sie sterben wenn sie den Saft saufen. Mit 0,5 ml werden 0,5 Liter Wasser angerührt um damit ungefähr 5 bis 10 Quadratmeter Fläche behandeln und somit für 14 Tage impfen zu können. Obst und Gemüse im Supermarkt wird auch gespritzt aber wichtig ist dennoch, wie dieses gemacht wird. In den Beipackzetteln steht oft, wie viel m² mit einem Liter behandelt werden können. In großen Gewächshäusern wird nur oberflächlich gesprüht. Wenn die Grasspflanzen nun von unten und oben tropfnass gesprüht werden, wird ca. fünf mal mehr aufgetragen, als wie einem empfohlen wird. Deswegen sollen die Wartezeiten unbedingt abgewartet werden und es soll nicht noch höher dosiert werden.

In der Vorblüte kann dieses Präparat bei Bedarf oder zum impfen alle 14 Tage angewendet werden. Es soll aber nur dann geimpft werden, wenn vermutet wird, dass ansonsten ein Befall stattfindet. Die Spinnmilben scheinen sich gegen gewisse Spritzmittel zu immunisieren wenn für sie gute Lebensbedingungen herrschen und dieses ist im Indoor Anbau mit hitzeintensiven Leuchtmitteln der Fall. Wenn die Pflanzen stark befallen sind, kann dieses Mittel auch alle 7 Tage etwas gründlicher angewendet werden. Bei sechs bis sieben wöchigem Gras kann dieses behandelt werden, wenn es in die Blüte gestellt wird, bei acht bis aufwärts wöchigem Gras kann es auch in der Blüte noch behandelt werden, solange die Pflanze noch wächst und nicht sichtlich blüht. Bei Befall kann dieses so gemacht werden aber wenn kein Befall zu erkennen ist, reicht es, die Pflanzen bei Blütebeginn zu impfen wenn man dieses für sinnvoll erachtet. Selbst wenn diese Pflanzen noch befallen werden, werden die Schädlinge nicht mehr die Zeit haben, die Pflanzen grob zu schädigen. Schädlinge bringen ihre Wirte meist nicht um, sondern schädigen diese nur. In der Wuchsphase der Pflanze wächst diese schneller als die Spinnmilben sich ausbreiten. Erst wenn die Pflanze aufhört zu wachsen und beginnt zu reifen breiten sich die Spinnmilben richtig aus. Selbst wenn der Pflanze in den letzten Reifetagen die Hauptblätter absterben ist dieses nicht mehr ein großer Schaden für die Pflanze. Wichtig ist, dass die Blüte mit schädlingsfreien Jungpflanzen eingeleitet wird. In der Vorblüte scheinen die Pflanzen besser auf die Schädlingsbekämpfung anzusprechen.

Wenn die Pflanzen unter einer starken Hochdruck Natrium Armatur stehen, sollen diese nicht in der Beleuchtungsphase nass gesprüht werden. Das starke Licht kann durch Wassertröpfchen gebündelt zu Verbrennungen führen. In der Blüte darf die Dunkelphase aber nicht gestört werden und somit ist der Zeitpunkt zu wählen, wenn die Armaturen aus gehen. Die Stecklinge können auch am Tag, bevor diese in Blüte kommen, behandelt werden. Von Draußen geschnittene Stecklinge sollen direkt gründlich behandelt werden, um sich keine Schädlinge einzuschleppen, denn dieses würde sonst wahrscheinlich passieren. Man soll für die Spritzbrühe einen eigenen Sprüher haben, der dennoch nach Benutzung gesäubert werden soll. Da einige Präparate nicht immer so durchgreifend wirken kann mit zweien etwas Zeitlich versetzt abwechselnd gearbeitet werden. Es ist selten, dass zwei verschiedene Substanzen sich auf den Pflanzen nicht vertragen, dann soll auf eine andere Kombination gewechselt werden.

So kann man Schädlingsbefall bekämpfen und vorbeugen so wie es im Gartenbau und in der Landwirtschaft gemacht wird.

//Nachwort: Das gesamte spritzen und vorbeugen bringt aber nur dann etwas, wenn die Luftfeuchtigkeit bei 60% liegt. Ist die erwärmte Luft trockener, dann wirken die Spritzmittel nicht mehr. Dann nützt es auch nicht öfter zu spritzen, dieses ist dann meist die blanke Verzweiflung. Das einzige, was gegen Spinnmilben wirklich hilft, so dass diese kein Problem mehr darstellen ist die Befeuchtung der Luft auf 60%. Dann kann auch auf Spritzmittel verzichtet werden um mit Raubmilben zu arbeiten, die nämlich die feuchtere Luft zum überleben gebrauchen.

Wie kann Spinnmilbenbefall erkannt werden?

Für das geübte Auge ist dieses eine Kleinigkeit. Die kleinen Biester sitzen zwar unter den Blättern, können aber von oben gesehen werden. Wenn sie das Blatt mit ihrem Rüssel durchbohren schädigen sie es etwas und in diesem sind kleine hellere Punkte zu finden. Dieses geht soweit, dass ganze Blätter vom durchstechen grün gelb gesprenkelt aussehen und absterben. Immer dort, wo die Blätter kleine helle Punkte haben sind diese von der Unterseite zu betrachten um sie auf einen Spinnmilbenbefall zu prüfen. Es mag sein, dass dieses in anderen klimatischen Bedingungen als in dieser Growanlage oder bei anderen Pflanzen etwas anders aussieht aber in dieser Growanlage konnte dieses bei allen Pflanzensorten so beobachtet werden.

Alle paar Tage sollen die Pflanzen genau betrachtet werden, von oben und unter den Blättern. Unabhängig zu den Schädlingen wird es besser sein, diese so schnell wie möglich zu lokalisieren um so schnell wie möglich Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Diese wirken in einem frühen Befallsstadium meist effektiver.

Aber wie kommt es zu Schädlingsbefall? Man fängt sich diese meist mit befallenen Pflanzen oder über die Zuluft ein. Wenn man nicht einen speziellen Luftfilter einbauen möchte, was auch nicht unbedingt nötig ist, können die Zuluftfenster mit Fliegengitter ausgestattet werden, wenigstens bleiben Fliegen, Mücken und Motten Draußen. Noch effektiver wäre es, die Zuluftfenster mit dem Staubfang, der um Aktivkohlefilter ist, zu versiegeln. Diese Staubfangmatten können nach der Entsorgung der Aktivkohlefilter in einer Waschmaschine gewaschen werden. Sie werden dann auf einem Holzrahmen getuckert, der dann vor das Zuluftfenster gestellt wird.

Jedoch liegt massiver Schädlingsbefall immer am Klima, dass den Biestern dann wohl zusagt. Erst dann, wenn die Schädlinge gute Lebensbedingungen vorfinden vermehren sie sich explosionsartig. Demnach ist auf das Raumklima zu achten. Schädlinge mögen am liebsten den Saft geschwächter Pflanzen und somit soll darauf geachtet werden, dass diese kräftig und üppig wachsen. Außerdem liegt es auch an den Gräsern, ob diese stark befallen werden oder weniger intensiv. Dunkelgrüne dicke saftige Blätter schmecken anscheinend weniger gut wie hellgrüne schmale Blätter, häufig trocken stehende Pflanzen scheinen für diese Biester auch attraktiv zu sein.

Kräftige gesunde Pflanzen sind für Schädlinge unattraktiver und bringen die besten Erträge. Deswegen ist es wichtig, die richtige Sorte zu züchten und generell auf gutes Raumklima und auf die Beleuchtung und die Bewässerung zu achten.

Die Pflanzen sollen nicht überdüngt werden, die Luftfeuchtigkeit soll auch unter den heißen Natriumhochdruck Armaturen zwischen 50 bis 70% liegen. Die Pflanzen sollen es nicht viel wärmer als 26°C haben aber nicht über 28°C. Auch in der Nachtphase soll es wenigstens 20°C warm sein. Außerdem sollen die Pflanzen mit frischer Luft versorgt werden.

In freier Natur kann beobachtet werden, dass irgendwelche Pflanzen in der Sonne unbefallen sind, im Schatten aber befallen werden, dieses liegt daran, dass die geschwächte Pflanzen besser schmecken.

geimpfte Jungpflanzen

Die am Vortag geimpften, in die Äste gezwungenen 24 Stecklinge sind nun ca. 14 Tage gegen Schädlingsbefall sicher und danach müssten diese Schädlinge sich erst ausbreiten, um Schaden anzurichten. Bevor bei diesen kräftigen Pflanzen deutlicher Schaden auftreten würde, wären sie nach ca. 70 Tagen reif.

Rechts im Bild sind Blumentöpfe zu sehen, in denen das Geschlecht neuer Saatpflanzen ermittelt wird.

Dieses schilderte die nach langem erfolgreiche Vernichtung der Spinnmilbe und auch Tripse. Die Spinnmilben wurden durch eine nicht räumlich distanzierte Outdoorernte eingeschleppt und Tripse kamen später hinzu.

Die Spinnmilbe wurde durch Outdoorstecklinge, die beim schneiden auch direkt behandelt wurden, erneut eingeschleppt. Diese sind durch das Spritzmittel und durch mit eingeschleppten Raubmilben immer noch nicht vernichtet.

Dieses liegt daran, dass in einer Blütekammer mehrere Altersstufen stehen und die Schädlinge immer übersiedeln können. Dieses ist in dieser Situation aber notwendig, um die Mutterpflanzen und die Räumlichkeiten optimal auszulasten. Ansonsten wären die Schädlinge sogar mehrfach besiegt gewesen.

Wieso klappt es nicht erneut, die Schädlinge zu überwinden? Die Antwort lag nicht darin, dass die Schädlinge eine Resistenz aufbauten, da es sich um neu eingeschleppte handelte. Diese sind gegen das Präparat aber inzwischen vermutlich etwas abgehärtet. Andere klimatische Bedingungen sind die Ursache für die Resistenz der Spinnmilbe. Diese saugt Pflanzensaft und muss mit der Feuchtigkeit irgendwo hin oder der Pflanzensaft ist bei Trockenheit gehaltvoller oder besser verdaulich. Trockenes warmes Klima hilft der Spinnmilbe dann. Die Raubmilbe saugt den Eiweißsaft der Spinnmilbe. Dieses ist sehr gehaltvoll und Trockenheit schadet ihr. Dieses ist der Grund, weswegen die Raubmilbe versagt wenn die Spinnmilbe sich wohlfühlt. Diese ist bei Trockenheit sogar so übermächtig das gewisse Spritzmittel nicht mehr genügend wirksam sind.

Also ist es angebracht vor der Vernichtung der Schädlinge deren Lebensbedingungen deutlich zu verschlechtern. Bei den meisten saugenden Schädlingen wird es so sein, dass man die Luftfeuchtigkeit erhöhen soll, es kann aber auch Ausnahmen geben. Ansonsten kann versucht werden, die Pflanzen zu stärken und die unbefallenen räumlich von den Befallenen zu trennen. Die Pflanzen werden dadurch gestärkt, ihre Lebensbedingungen zu optimieren, wie dieses geschehen soll wird schon an anderen Stellen geschildert.

Der ansonsten sehr wichtige Punkt ist die Luftfeuchtigkeit. Diese zu kontrollieren kann sich als schwierig erweisen, da oft Temperaturbedingt viel gelüftet wird und die Zuluft somit von äußeren Bedingungen arg beeinflusst wird. Im Winter ist die Luft Draußen bei null Grad Celsius oft 80 bis 90% feucht. Auf 20°C angewärmt sinkt die Feuchtigkeit auf ca. 40%, in der Blütekammer bei 27°C trotz der Verdunstung auf unter 40%. Im Sommer ist die Luft Draußen sogar Nachts 20°C warm, die 70% Luftfeuchtigkeit die sie enthalten kann möchte man teilweise nicht mal haben, es könnte ein Luftentfeuchter eingesetzt werden. Dieses ist jedoch dadurch unsinnig, da wegen der Wärme viel gelüftet wird und somit die zu entfeuchtende Luftmenge sehr hoch sein würde. Wenn der Luftentfeuchter dann durchgehend läuft würde er zuviel Strom benötigen. (Wenn man nun aber in einem feuchten, kühlen Keller arbeitet und nur wenig Lüftet, dann kann ein Luftentfeuchter hilfreich sein.)

Dieses bedeutet, dass lediglich bei trockener Luft diese befeuchtet werden soll, da der Wuchs der Pflanzen dann auch kräftiger und saftiger wird. Nur bei abreifendem Gras in den letzten zwei bis drei Wochen soll die Luft etwas trockener als 60% sein.

Wie kann die Luft effektiv befeuchtet werden während diese die ganze Zeit nach Draußen abgelüftet wird und neue Luft nachströmt? Eine Wasserfläche in der Teichfolienwanne der Blütekammer zu erzeugen wird dann wenig bringen. Der Grad der Verdunstung ist hierbei nicht effektiv genug.

Es gibt unterschiedliche Luftbefeuchter. In der Zuluftschneise kann ein stabiler Holzrahmen gebaut werden der mit Teichfolie ausgekleidet wird. Über diesen wird die Luft mit einer Düse benebelt, die über den Schlauch vom Wasserhahn gespeist wird. Restwasser wird in der Wanne aufgefangen. Dabei wird jedoch einiges an Wasser verbraucht werden und dieses muss in der dafür etwas tieferen Teichfolienwanne aufgefangen werden. Es kann mit einer Pumpe, die durch einen Filter ansaugt in die Gießfässer gepumpt werden um dieses noch zu nutzten. Diese provisorische Luftbefeuchtung wird vermutlich nicht ganz so effektiv sein, wie es gewünscht wäre und zudem eine menge Wasser verbrauchen.

Wenn dieses nicht möglich ist kann als Notlösung durch Umkehrosmose gereinigtes Wasser per Pumpe durch die Düse direkt auf die Pflanzen gesprüht werden oder in einen Gang durch diese. Der Boden sollte wie zuvor beschrieben eine Teichfolienwanne sein. Der erhebliche Nachteil ist, dass die Pflanzen durch die Wassertropfen unter der starken Lampe Verbrennungen haben können und das dieses nur bis zu dem Punkt möglich wäre, an dem die Pflanzen Blüten kriegen. Ansonsten werden die Harze ausgespült und Schimmel würde sich ausbreiten. Dieses wäre eine Notlösung.

Es hat sich gezeigt, dass die Pflanzen, die in der Wuchsphase der Blüte mit Wasser benebelt werden, dieses gut haben können ohne unter der Beleuchtung mit den Blättern zu verbrennen. Wenn nun Pflanzen mit viel Blattwerk befeuchtet werden kann diese Feuchtigkeit von einer großen Oberfläche verdunsten. Die Wärme der Beleuchtung und der Ventilator, der etwas über die Pflanzen hinwegweht helfen dabei. Wenn nun keine Pflanzen benebelt wurden und der Wassernebel sich lediglich zum Boden senkt konnte die Luft deutlich schlechter befeuchtet werden. Dieses läst vermuten, dass die zuvor beschriebene Methode zur Luftbefeuchtung nicht ganz so viel bewirkt, wie es erwünscht wäre, da auch schon diese Methode in einer Blütekammer mit drei Altersstufen, von der nur die jüngste befeuchtet wird, gelegentlich an ihre Grenzen stößt.

Ansonsten kann kalte trockene Luft von Draußen in einem Vorraum oder einer Vorkammer über die Abluft erwärmt und befeuchtet werden. Dieses wäre Lüftungstechnisch schwierig. Es kann mit zwei Ablüftern und einem Zulüfter gearbeitet werden. Ein Lüfter drückt die Luft nach Draußen und die andern blasen sie in die Vorkammer. Ein Thermostat gesteuerter Drehzahlminderer steuert dann alle drei Lüfter an oder nur den, der nach Draußen lüftet. Der Ablüfter, der in den Vorraum lüftet, läuft dann Tag und Nacht während der Zulüfter nur während der Beleuchtungszeit arbeitet. Wenn der Ablüfter nach Draußen auch nur dann läuft, können beide über den Drehzahlminderer angesteuert werden. Wegen des Geruchs, der sich besonders in den zwei Stunden nach der Beleuchtungsfase zu entwickeln scheint, soll gefiltert gelüftet werden, ohne das die Räumlichkeit deutlich unter 20°C sinkt. Aus diesem Grund soll auch der Ablüfter in den Vorraum durch einen Filter ansaugen, wenn der Ablüfter nach Draußen in der Nachtphase aus ist. (Es sollte darauf verzichtet werden, die Abluft zur Klimatisierung zu verwenden, da in dieser Sporen von Schimmel und Pilzkrankheiten sein können. Man kann sich mit der zurück geführten Abluft Probleme einfangen und dieses soll vermieden werden.)

Diese Möglichkeiten zur Luftbefeuchtung sind eventuell Räumlich nicht integrierbar. Eine dritte Möglichkeit sind Ultraschall Luftbefeuchter. Eine in Schwingung versetzte Membran zerreist den molekularen Zustand vom Wasser zu winzigen Wassertröpfchen, dem Aerosolnebel, dieser wird vernebelt und sinkt in der Luft langsam zu Boden aber er verdunstet dabei.

Dämlicherweise ist es schwierig an Ultraschallbefeuchter zu gelangen. Dieses liegt vermutlich an den Herstellern, die nicht darauf aufklären, dass diese Geräte destilliertes Wasser oder billiger Umkehrosmose Wasser benötigen um nicht kaputt zu gehen. Nur das Wasser wird vernebelt und Kalk und Nitrate verdrecken die Membran die dadurch kaputt geht. Diese läst sich aber auch mit Essig und Wattestäbchen reinigen, welches man regelmäßig mal machen soll. Da diese Geräte, die es bereits als Schwimmer, die in Wassereimer gelegt werden können, gegeben haben soll, ansonsten schnell kaputt sind und sie deshalb keiner mehr haben und verkaufen will, ist es schwierig welche zu finden.

Ultraschallbefeuchter

Dieses Modell eines Ultraschallbefeuchters von Fakir kostet 100€. Es kann eingestellt werden, bis zu wie viel % Feuchtigkeit dieses Gerät arbeitet. Bei voller Leistung benötigt dieses Gerät auf 12 Stunden vier Liter Umkehrosmosewasser, danach muss der kleine Tank wieder gefüllt werden. Ohne Wasser geht es aus und somit bleibt die Membran heil.

In der Situation, dass wirklich viel gelüftet wird, ist das im Foto zu sehende Gerät bei trockener Luft unzureichend. Es reicht gerade dazu aus, einen ungelüfteten Wohnraum von ca. 24m² Größe um ca. 15% zum Ausgangswert zu befeuchten. Wie schon angeschnitten gab es auch andere billigere Modelle, die in einen Wassereimer oder einer Wasserwanne gelegt werden. Dann können mehrere in einen 120 Liter Zementkübel gelegt werden der dann alle paar Tage gefüllt wird. Da die Ultraschallbefeuchter Strom benötigen ist es sehr einfach diese über ein Hygrometer anzusteuern. Dann arbeiten diese z.B. nur bis zu 60% Luftfeuchtigkeit.

Ein Traum wäre, diese kleinen Geräte zur Montage über den noch nicht reifenden Pflanzen oder über Gänge zwischen diesen montieren zu können. Über einen Schlauch werden die Membranen mit Wasser versorgt und können einzeln ab und zugeklemmt werden. Leicht soll die Membran zur Reinigung zu entnehmen sein. Eine Wasserpumpe baut den Druck in der Leitung auf. Per Hygrometer angesteuert erhält die gesamte Anlage Strom. Die Membranen sollen möglichst erkennen wenn sie trocken liegen und dann ausgehen. Dieses ist eventuell zur Brandvorbeugung notwendig.

Nachdem nun die Lebensbedingungen der Spinnmilbe oder auch anderer saugender Schädlinge verschlechtert wurde kann deren Bekämpfung besser gelingen. Nun kann dieses auch mit Raubmilben gelingen wobei anzumerken bleibt, dass bis die Raubmilben ihre Population soweit aufgebaut haben, um die Spinnmilben auszulöschen, die Pflanzen oft schon geerntet werden. Raubmilben scheinen durch zu viele Spinnmilben gestresst zu werden, da diese sich gegen das Aussaugen eventuell auch wehren. Eventuell werden die Raubmilben auch zu fett um sich zu vermehren oder sie saugen die Spinnmilben nicht ganz aus um von diesen später noch saugen zu können.

Zumindest scheint die Ansiedelung von Raubmilben an nicht so stark befallenen Stellen besser zu gelingen. Wenn der Spinnmilbenbefall schon sehr stark ist können die Raubmilben Punktuell ausgebracht werden. Da die Pflanzen sich mit den Blättern berühren oder auch sonst werden die Raubmilben sich von selber verteilen. Auf den von Spinnmilben überzogenen Blättern scheinen die Raubmilben nicht ihren Platz oder ihre Ruhe zu haben. Außerdem scheinen Spinnmilben auch Temperaturen bei 30°C zu mögen wobei dieses für die Raubmilben zu warm ist. Die Temperatur beeinflusst den Entwicklungszyklus der abgelegten Eier und bei 30 °C ist dieser bei den Spinnmilben anscheinend so hoch, dass die Raubmilben nicht ganz mitkommen. Deswegen kann bei der Spinnmilbenbekämpfung mit Raubmilben versucht werden, die Temperatur in den Bereich von 24 bis 26°C in der Beleuchtungsphase zu bringen wobei es in der Nachtphase nicht kälter als 18°C werden soll. Bei 24°C ist der Entwicklungszyklus für Raubmilbeneier mit fünf Tagen nur halb so lang wie der bei Spinnmilben. In der hitzeintensiven Blütekammer konnte mit Raubmilben meist wenig Erfolg erzielt werden wobei in anderen Situationen, in denen in Kellern angebaut wurde, sehr schnell Erfolg erzielt werden konnte.

Wenn die Pflanzen noch nicht sichtlich blühen, kann mit Spritzmitteln gearbeitet werden. Dieses wird aber vorhandenen Raubmilben schaden oder den Versuch, diese danach aussiedeln zu wollen. Es gibt aber auch Raubmilben verträgliche Präparate.

Das hier bereits angepriesene Mittel von Dr. Stähler wirkt sich bei Trockenheit sogar negativ auf die Pflanzen aus. Die Blattränder werden bräunlich verwelkend, da das zu den Blatträndern abtropfende Mittel trocknet, bevor es in die Pflanze einziehen kann. Dann kann es auch nicht optimal wirken. Auch dieses und vermutlich auch andere Spritzmittel sollen bei einer Luftfeuchtigkeit von 60% angewendet werden, um den Pflanzen nicht zu schaden und richtig wirken zu können. Besonders kleinste Triebspitzen, die sich gerade zwischen Stiel und Blattstängel hervortun, scheinen dann deutlich weniger zu verätzen. Bei trockener Luft scheinen etliche Spritzmittel an diesen empfindlichsten Stellen der Pflanze zu schaden.

Was man auch gegen die Schädlinge unternimmt, es wird erfolgreicher sein, wenn deren Lebensbedingungen verschlechtert und die Bedingungen für Gegenmaßnahmen verbessert werden.

Im der Erweiterung dieser Lektüre werden Spinnmilbenbekämpfung und Luftbefeuchtung in separaten Kapiteln angesprochen, die in der vorhandenen Growanlage noch regelmäßig zum Problem werden. Jede Gegebenheit hat seine eigenen Charakterristen und somit auch Problematiken. In einem feuchten Keller wären eventuell Kälte und Schimmel immer wieder auftauchende Probleme. (Mit einem Katalytofen kann geheizt werden um mehr lüften zu können.) Problematiken mit Spinnmilben und Luftfeuchtigkeit sind für den Indooranbau von Marihuana unter den heißen Natriumhochdruck Armaturen jedoch völlig normale Probleme sodass dieses in diese Lektüre gut hineinpasst.

Um noch auf andere Schädlinge einzugehen, die in dieser Growanlage aber nicht störend ins Gewicht fielen: Auch diese können mit Spritzmittel oder Lebendorganismen bekämpft werden. In den Packungsbeilagen zu beidem wird erläutert, worauf zu achten ist. Es wird meistens auf die selben Einzelheiten zu achten sein, wie in der Spinnmilbenbekämpfung jedoch kann es in einzelnen Situationen sein, dass z.B. die Luftfeuchtigkeit niedrig sein soll, wie beim falschen Mehltau. Hierbei handelt es sich zwar um einen Pilz aber auch gegen diese kann vorgegangen werden. Es gibt viele auch biologisch vertretbare Spritzmittel, Nutzorganismen helfen hier leider nicht.

Ein eher untypischer Schädlingsbefall waren Schmetterlingsraupen, die von einem Tag zum anderen ganze Jungpflanzen niederfraßen. Dort, wo Fraßstellen zu finden sind können die Raupen abgelesen werden, in größeren Beständen kann aber auch gegen diese gespritzt werden.

Der erste Schritt bei der Schädlingsbekämpfung sollte also in dem liegen, dass man sieht, was für Lebensbedingungen der Schädling oder die Krankheit braucht. Demnach ist an diesem Punkt an zu setzen, bevor man spritzt sollte man zuerst versuchen, die Lebensbedingungen für das Problem zu verschlechtern um dann zu spritzen oder um dann Nutzorganismen zu verwenden. Natürlich kann es dann nach einer kompletten Ernte auch vorteilig sein mit der Bepflanzung erst einmal 14 Tage Pause zu machen um die neuen Stecklinge dann gründlich gegen das Problem zu behandeln.

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Habt ihr Fragen, Anregungen, Ergänzungen, wollt ihr zu diesem Thema etwas anmerken oder hinterfragen? Dann geht doch in das Forum und tut dieses einfach in der Rubrik Growroom. Oder ihr meint schon Ahnung zu haben? Super, dann schaut mal rein, ob ihr ein paar Fragen beantworten könnt.

Artikel modifiziert Dienstag 13. September 2011 13:54, Erscheinungsdatum Mittwoch 1. April 2009 00:18

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