Spinnmilben
Das Typische Problem eines Growers: Spinnmilben. Sie sind einem zahlenmässig weit überlegen, winzig klein und sie vermehren sich. Was kann man nur gegen sie machen? Das ist eine gute Frage, wenn die Luft warm und trocken ist.
Spinnmilben
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Diese kleinen Gäste sind unerwünscht aber zahlreich. Die weißen Punkte unter dem Blatt auf dem Foto sind Eiablagen, lehre Eier oder junge Exemplare. Die schwarzen Punkte sind ausgewachsene Spinnmilben. Die orangen Punkte sind mit eingeschleppte Raubmilben die jedoch an der trockenen Luft leiden. Unter den Blättern, oft auch zu den Blattadern legen die Spinnmilben ihre Eier und leben dort. Sie spinnen eventuell auch ein wenig weißes Netz unter den Blättern und wenn es ihnen gut geht auch zwischen diesen oder um die Blüten. Zum einen schirmen sie sich dadurch ab und zum anderen scheinen sie dadurch auch ihre Lebensbedingungen zu optimieren. Eventuell geschieht dieses aber auch bei feuchterem Klima um sich gegen die Raubmilben zu schützen die sich bei höherer Luftfeuchtigkeit besser entwickeln.



Durch den Spinnmilbenbefall werden die Pflanzen nicht nur um etwas Pflanzensaft erleichtert sondern auch beeinträchtigt. Besonders wenn es trockener ist nehmen die Blätter der Pflanzen durch die Stiche Schaden. Dieses ansonsten gesunde Blatt in dem mittleren Foto ist durch die Stiche der Spinnmilben schon sandfarbend und nur noch blass grün. Wenn dieses Flächendeckend so ist wird den Pflanzen Saft weggesogen und ihre arbeitende Blattoberfläche wird gemindert. Da junge fast unbefallene Pflanzen aber erst schneller wachsen als die Spinnmilbe sich ausbreitet sehen die Pflanzen erst zur Ernte richtig beeinträchtigt aus. Je schneller die Pflanzen dann reif sind desto besser ist dieses. Es ist jedoch auch so, dass die Wiederstandskraft der reifenden Pflanzen abnimmt, da die Pflanzen mit dem reifen absterben. Ungeerntet würden die Pflanzen zwar noch Wochenlang dastehen aber sie würden nicht mehr arbeiten da sie mit ihrer Arbeit fertig sind. Somit wäre der Begriff einschlafen anstelle des Absterbens besser geeignet. Die Pflanze verliert an Wiederstandskraft und regeneriert sich nicht mehr so wie in jüngerem Zustand.
Befallene Pflanzenreste soll man schnell beseitigen, da die ausgewachsenen Spinnmilben sonst zu den verbleibenden Pflanzen laufen die sie anscheinend riechen können. Leider werden dann auch die Raubmilben mit den Pflanzenresten weggeworfen.
Oben in dem rechten Foto sieht man nun Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Schneller zu lüften wird nur die trockene Luft ansaugen, wärmer als 30°C soll es aber auf gar keinen Fall werden, mit Spinnmilbenbefall soll es möglichst nicht wärmer als 26°C werden. Somit ist die Luft ca. 15% zu trocken, wäre aber für reifende unbefallene Pflanzen ungefähr passend da es dann gar nicht oder nur gering zu Blütenschimmel kommt.

Wenn, wie in diesem Fall mit mehreren Altersstufen gearbeitet wird und die Spinnmilben mit Raubmilben bekämpft werden können die Erntereste zwischen die jüngeren Pflanzen platziert werden, damit die Raubmilben und leider auch die Spinnmilben aus diesen in die anderen Pflanzen ausschwärmen können. Dieses soll jedoch nur dann geschehen, wenn diese jüngeren Pflanzen schon flächendeckend mit Spinnmilben befallen sind.

- tauchen
Anstelle die Pflanzen zu besprühen kann man diese auch in einer Lösung kurz baden um alles flächendeckend zu erreichen. Dieses ist eine Möglichkeit für diejenigen, die nur wenige Pflanzen haben. Der Topf wird in eine Mülltüte gestellt, diese wird während des Badens zugehalten. Diese Methode scheint aber auch nicht weiterzuhelfen wenn hinterher im selben Raum noch befallene Pflanzen sind und ist zudem auch etwas umständlich. Für bereits blühende Pflanzen ist dieses natürlich keine Möglichkeit.
Wenn in der oben gezeigten Methode Spritzmittel zum baden verwendet wird, muss davon sehr viel verwendet werden. Die restliche Brühe wird dann weggekippt. Deswegen soll dieses nicht gemacht werden. Lauwarmes Wasser kann mit Kernseife angereichert werden, in dieses Wasser können die Pflanzen gebadet werden, es schadet ihnen nicht aber die Spinnmilben gehen ein. Die Frage ist nur, ob alle Spinnmilben durch diese Behandlung eingehen, es scheint ihnen aber zu schaden und die Behandlung kann wiederholt werden. Das Lauwarme Wasser kann auch mit Neemöl oder Rapsölprodukten zur Spinnmilbenbekämpfung angesetzt werden, diese Produkte scheinen die Blätter aber etwas von der Atmung abzuschirmen und dieses bremst besonders bereits blühende Pflanzen etwas. (Diese wurden aber nicht gebadet sondern besprüht.)
Spinnmilben, ein Jahr später
Diese ungebetenen Gäste sind besonders dann hartnäckig, wenn die Blütekammer nie lehr wird. Sie retten sich immer von einer Altersstufe zur nächsten. Mehrfach schon fast ausgerottet konnten sie sich wieder ausbreiten.
Bis die Blüte sich bildet können die Pflanzen zwar auf unterschiedliche Art und Weise behandelt werden, jedoch müssen sich von den reifen Pflanzen nur wenige Spinnmilben auf die mittlere der drei Altersstufen durchkämpfen, um sich dann besonders während des Abreifens der Pflanzen sehr auszubreiten zu können. Wenn die Spinnmilben in den ersten drei Wochen der Blüte erfolgreich bekämpft werden und diese erst dann beginnen können, sich auf den Pflanzen auszubreiten, richten diese nur noch wenig Schaden an. Sie benötigen etwas Zeit um sich auszubreiten und bis dahin sind die Pflanzen am abreifen. Selbst wenn dieses dann nicht sehr schön aussieht können die Spinnmilben in den letzten Tagen nicht mehr viel Schaden anrichten.
Trotz der Jahrelangen Bekanntschaft haben diese Biester immer wieder Überraschungen auf Lager, wie sich auf dem nachfolgendem Foto zeigt.

- Ein Milbennetz
Die Spinnmilben bilden Netze über den Blüten, dieses machen sie sonst weniger. Eigentlich bilden sie nur wenige und ansonsten keine Netze sondern eher ein paar Fäden. Normalerweise bewegen sie sich nicht auf den Blüten sondern bleiben unter den Blättern. Dieses ist zumindest in den klimatischen Bedingungen in der in diesem Buch mehrfach beschriebenen Blütekammer der Fall, ansonsten kann das Verhalten dieser Biester und deren Schäden etwas anders aussehen.
Nun versammeln sie sich auf den höchsten Blüten auf selbst gesponnenen Netzen. Einfacher können diese Biester es einem nicht machen sich wenigstens einiger von ihnen zu entledigen. Mit einem Stück Haushaltsrolle können Milben und Netze von den Blüten sauber abgestreift werden. Das WC bietet eine Entsorgungsmöglichkeit. Ansonsten kann auf dem Foto deutlich gesehen werden, dass die größeren Blätter um die Blüte herum sichtbar von Spinnmilben befallen sind. Die Blätter sind durch die Stiche der Spinnmilben, die jedoch unter den Blättern sitzen, so durchstochen, dass diese grün gelb gesprenkelt sind und ansonsten nicht ganz so saftig grün aussehen, wie es gewünscht wäre.
Auf den nachfolgenden Bildern ist oben die selbe Blüte gesäubert zu sehen. Unten sind die ganzen Pflanzen eines m² zu sehen, trotz der Spinnmilben, die sich wieder erst in den letzten zwei Wochen richtig intensiv ausbreiteten, kam es zu einem überdurchschnittlichen Ergebnis von ca. 750 Gramm von 2m² die durch 800 Watt Beleuchtung erwirtschaftet wurden.

- entferntes Netz

- dennoch 754 Gramm von 800 Watt
Auch die Qualität der malträtierten Blüten scheint nicht wesentlich zu leiden. Immer wieder stellte sich die Frage, wieso Erträge und Qualität durch einen solchen Befall nicht wesentlich leiden. Weniger befallene Ernten waren weniger potent. Durch die Gegenmaßnahmen in den ersten Wochen sind die Pflanzen zuerst sauber. Der flächendeckende Befall findet erst richtig in den letzten zwei Wochen statt, dann schadet es aber wesentlich weniger als wenn der Befall schon in den ersten Wochen ausgeprägt vorhanden ist.
Dennoch sind teilweise weniger befallene Ernten magerer gewesen als solche, bei denen den Pflanzen beim abreifen schon die befallensten Blätter abstarben. Dieses absterben der Blätter liegt aber nicht daran, dass die Spinnmilben etwas Saft rauben sondern das ständige stechen in diese fügt den größeren Schaden zu. Die Spinnmilben brauchen nicht viel um zu leben aber sie richten bei ihrer Nahrungsaufnahme Schaden an. Immer wider stechen sie mit ihrem Rüssel von unten in die Blätter die dann bald grün gelb gesprenkelt aussehen. Dieses beeinträchtigt die Funktionalität der Blätter bis diese dann absterben. Besonders reifende Pflanzen haben wenig Wiederstandskraft gegen dieses.
Wieso kommt es nun zu dem ansonsten sehr untypischen Verhalten der Spinnmilbe sich mit Netzen auf die Blüten zu setzen? Drei Tage vor der Ernte wird der Dünger weitgehend aus den Matten gespült. Dadurch hat die Pflanze kaum noch Nährstoffe und der Pflanzensaft wird wässerig. Die Blätter können nur noch wenig Fruchtzucker aufbauen und somit wird für die Spinnmilbe die Nahrung knapp.
Dieses ist der eine Grund, weswegen es zu diesem ansonsten untypischen Verhalten direkt nach dem spülen der Matten kommt. Der andere Grund liegt in der Jahreszeit, es ist Herbst. Trotzdessen, dass es indoor sozusagen keine Jahreszeiten gibt, spüren die Spinnmilben dieses. In der Natur wird den Spinnmilben auch die Nahrung knapp und sie müssen ausweichen. Sie versuchen so hoch wie möglich zu kommen damit der Wind sie greifen kann. Dieser weht sie auf andere Pflanzen die noch Saft haben oder sie finden eine Situation vor, in der sie selber oder über Eiablagen überwintern können.
Etwas anderes kann auch passieren. Von einigen Spinnenarten wehen die frisch geschlüpften Jungtiere mit dem Wind empor und frieren ein. Irgendwann werden sie herabgeweht und finden teilweise ihren Lebensraum wieder. Pilzsporen können sogar durch das Al reisen. Somit kann es sein, dass die Spinnmilbe zum Teil in der Stratosphäre überwintert. Es kann sein, dass die Herbstwinde sie empor tragen und Frühjahrswinde sie wider nach unten drücken.
Die Spinnmilben wissen nicht, dass sie indoor sind und warten aus vermutlich diesen Gründen auf kräftigen Wind. Die Blüten sind die höchsten Pflanzenstellen die sie aber nur eingesponnen betreten können.
Leider sterben sie Indoor aber nicht wenn es Winter wird sondern kehren zu ihren sonstigen Lebensgewohnheiten zurück.
Diese Biester wären normalerweise kein großes Problem. Solange die nicht blühenden Pflanzen behandelbar sind können sie vernichtet werden. Die teilweise befallene Vorblüte konnte mehrfach erfolgreich mit unterschiedlichen Methoden gesäubert werden.
Sie wöchentlich mit Dr. Stähler Universal Insektizid oder mit Neemöl einzuprühen wirkte, sie einfach ein bis zwei mal Täglich mit Wasser oder verdünntem Blattspray unter den Blätter abzusprühen wirkt entgegen. Auch etwas Kernseife kann in lauwarmen Wasser zum Besprühen der Pflanzen verwendet werden. Spinnmilben sind sehr empfindlich gegen direkten Kontakt mit Wasser wobei trockene Luft oder auch trockene Zugluft ihnen sehr zu helfen scheint, besonders dann, wenn es zudem auch noch warm ist.
Diese Gegenmassnahmen kann man aber nicht bei blühenden Pflanzen anwenden. Es bleibt aber möglich die Schädlinge mit den Fingern unter den Blättern zu zerreiben oder sie mit einem feuchten Küchenschwamm abzureiben. Dieses wird dann bei wenigen Pflanzen schnell erledigt sein, bei vielen kann das Stunden dauern wobei oft nicht alle Pflanzen erreicht werden können. Durch dieses wird der Befall jedoch nur gemindert aber nicht vernichtet.
Es können aber auch Raubmilben eingesetzt werden, die jedoch nur wirklich wirksam werden, wenn die klimatischen Bedingungen ihnen gefallen.
Wie schon erwähnt scheinen Spinnmilben sich auch bei zugiger Luft wohl zu fühlen. Es gibt Leute die behaupten, dass wenn die Pflanzen von unten einem Luftstrom, der durch Ventilatoren erzeugt wird ausgesetzt werden sich die Spinnmilben unter den Blättern nicht mehr halten können. Es müssten also Ventilatoren waagerecht auf die Erde gelegt werden um die Spinnmilben unter den Blättern hinwegzuwehen. An den Stellen an denen die Pflanzen erreicht werden mag dieses hilfreich sein. An den anderen Stellen, die weniger gut erreicht werden können kann dieses dann aber nach hinten losschlagen. Die Spinnmilben müssen einen Teil der Feuchtigkeit des Pflanzensaftes verdunsten lassen und zugige Luft scheint dabei zu helfen. Dieses ist nun auch der Grund, weswegen in der in diesem Buch mehrfach beschriebenen Blütekammer die Ventilatoren, die unter den Armaturen wehen zu den Seiten ausgeschaltet wurden. Nur noch der Mittlere läuft und dieses genügt um die Luft in der Kammer zu verwirbeln. Etwas Luftumwälzung ist vorteilig aber die Pflanzen sollen in trockener warmer Luft nicht zugig stehen. Draußen kommt der Wind mild und böig von allen Seiten. In der Indoor Kammer weht die Luft monoton oder immer auf die selbe Weise und zwar die erwärmte Armaturen Luft die nicht mild sondern wegen der Hitze und Trockenheit auch strapazierend sein kann.
Die Hitze unter den Armaturen erwärmt die Luft, die dadurch mehr Feuchtigkeit halten kann und als Effekt trockener wird, zum anderen wird der Wuchssaft der Pflanzen im oberen gut ausgeleuchteten Teil der Pflanzen gehaltvoll sein. Deswegen scheinen die Spinnmilben sich vorwiegend im oberen Bereich der Pflanzen anzusiedeln und richten ihre Schäden hier an, wobei der untere Bereich der Pflanzen oft weniger befallen ist. In freier Natur suchen Schädlinge oft schattigere Plätzchen bei schwachen Pflanzen, Indoor scheinen sie aber direkt unter den Armaturen gute Lebensbedingungen vorzufinden obwohl die Pflanzen genug Licht kriegen und nicht geschwächt sind. Raubmilben benötigen jedoch wegen der gehaltvollen Nahrung höhere Luftfeuchtigkeit und können sich deswegen unter den Armaturen eventuell nicht ganz so gut halten, wenn diese sehr nahe an den Pflanzen sind. Für die Raubmilben wäre es dann besser, wenn die Armaturen wenigstens auf den vom Hersteller empfohlenen Mindestabstand nach oben gesetzt werden.
Es scheint jedoch so zu sein, dass die Spinnmilben bei dem einen schnell besiegt sind und bei dem anderen praktisch gesehen unbezwingbar sind, es liegt halt an den klimatischen Gegebenheiten, die man oft nicht nach Wunsch ändern kann. Dieses liegt mit an der jeweiligen Gegebenheit und der Arbeitsweise. Trotz dessen sind diese Biester jedoch auch bei mehreren Altersstufen mit Raubmilben bei den blühenden Pflanzen bekämpfbar, wenn es nicht zu warm und zu trocken ist.
Spinnmilbenzange
Es sind eineinhalb Jahre geworden, die diese Biester ungebeten zu Gast waren. Einiges wurde unternommen um sie endlich loszuwerden und dieses hat immer wieder gewirkt aber die geschwächte Spinnmilbenpopulation hat sich wieder erholt. Die künstlich geschaffenen Bedingungen für die Pflanzen scheinen für dieses Biester sehr geeignet zu sein. Die Pflanzen sind gut gedüngt und somit ist ihr Saft sehr gehaltvoll. Immer scheint die künstliche Sonne deren Hitzeentwicklung für diese Tiere angenehm ist. Außerdem stört kein kühler böiger Wind. So kann sich eine Blütekammer schnell zu einer Spinnmilbenmast entwickeln.
Wegen der unterschiedlichen Altersstufen konnten die Pflanzen nicht flächendeckend behandelt werden, dieses hätte mit den richtigen Präparaten vermutlich schon genügt. Auch die Raubmilben allein konnten die Spinnmilben nicht völlig auffressen. Es schien sogar so zu sein, als ob sie sich wegen der vielen Spinmilben nicht richtig ausbreiten konnten, eventuell haben sich die Raubmilben dann überfressen und weniger Eier gelegt oder die vielen Spinnmilben haben sie dabei gestört. Sie scheinen sich auf weniger befallenen Pflanzen besser halten zu können. Es mag auch sein, dass ihnen die Hitze zu viel wurde und sie unter den Cool Tubes besseren Erfolg gehabt hätten. Zumindest hat das anheben der Luftfeuchtigkeit auch nicht genügend geholfen um die Spinnmilben stark zu bremsen und den Raubmilben viel zu helfen. Dieses alles hat zwar etwas bewirkt aber nicht genug. Im Nachhinein muss aber erklärt werden, dass die Temperatur nicht genügend gesenkt wurde, denn es ging nicht. Auch die Luft war zu trocken, es ist sehr schwierig, die Luftfeuchtigkeit an zu passen.
Der Zufall lenkte den Blick auf ein Sprühmittel von Celaflor. Dieses heißt: Schädlingsfrei Naturen. Es wird aus Rapsöl hergestellt und hat keine Wartezeiten. Es wirkt Nützlingsschonend gegen die Schädlinge dadurch, dass es diese Abkapselt. Ob dieses nun meint, dass die Spinnmilben von der Nahrungsaufnahme oder von der Luft abgekapselt werden bleibt fraglich. Zumindest scheint es den Raubmilben nicht so sehr zu schaden. Diese werden eventuell auch überwiegend getötet aber weniger intensiv wie die Spinnmilben.
Da keinerlei Wartezeiten für dieses Präparat existieren kann dieses auch auf die schon blühenden Pflanzen gesprüht werden, möglichst unter die Blätter und nicht auf die Blüte. Es soll aber besser dennoch nicht im letzten Blütedrittel angewendet werden, damit das Öl genügend Zeit hat sich zu verflüchtigen. Es ist für die blühenden Pflanzen auch noch weniger gut als für die Nichtblühenden. Unter dem intensiven Kunstlicht und vor allem wenn die Luft trocken ist greifen viele Präparate die Blätter oder die Triebspitzen etwas an und bei wiederholter Behandlung auch etwas stärker. Deswegen soll dieses Präparat in der Nachtphase oder im Wechsel zu dieser gesprüht werden und zwar möglichst, wenn die Luft nicht allzu trocken ist.
Durch dieses Mittel werden nur die Spinnmilben abgetötet die damit benetzt werden. Somit wird es meist ein paar Spinnmilben geben die überleben und dann geht das Übel von vorne los. Deswegen können parallel Raubmilben ausgebracht werden und zwar ein bis zwei Tage nachdem die Pflanzen besprüht wurden. Bei sehr starkem Befall kann das besprühen auch nach fünf Tagen wiederholt werden um danach dann die stark dezimierten Spinnmilbenbestände mit den Raubmilben dahinzuraffen. Dieses kann dann als ein Zangenangriff bezeichnet werden. Die Raubmilben sollen die restlichen Spinnmilben nicht durch wochenlange Vermehrung vernichten sondern die letzten Exemplare jagen und auslöschen. Deswegen wäre eine hunderter Einheit etwas wenig. Es können aber auch andere Einheiten von z.B. 1000 Raubmilben für knapp 40€ bestellt werden. Dieses kann im Grow Shop oder in gewissen Gartenmärkten bestellt werden, es wird jedoch auch möglich sein, bei Neudorf anzurufen und die gewünschte Menge Raubmilben per Nachname zu bestellen.
Ein bis zwei hundert Raubmilben pro m² können den stark geschwächten Spinnmilbenbestand innerhalb von Tagen dahinraffen. Um die Pflanzen zu schonen sollen die Armaturen für die Woche nachdem die Pflanzen eingesprüht wurden wenigstens auf angegebenen Herstellerabstand oder noch etwas höher gesetzt werden und die Luftfeuchtigkeit soll möglichst hoch gehalten werden. Es kann auch schwüles Wetter abgepasst werden. Die Temperaturen sollen möglichst nicht weit über 26° Celsius hinaus gehen. Besonders ölige Substanzen sind erst mit dem Ende der Beleuchtungsphase anzuwenden da direktes einwirken einer starken Beleuchtung den Blättern dann sehr schaden kann. Somit werden die Pflanzen weniger Schaden nehmen und die Gegenmaßnahmen werden wirksamer. Wenn dieses Rapsöl einmal angewendet wird scheint es den Pflanzen wenig Schaden zuzufügen, wird es jedoch nach einer knappen Woche wiederholt angewendet scheint es für die Blätter etwas viel zu werden. Triebspitzen können mit verformten Blättern wachsen und bereits ausgewachsene Blätter sterben Wochen nach der Anwendung langsam ab. Da die Spinnmilben sich unter den Blättern befinden kann es helfen nach der Behandlung der Pflanzen unter den Blättern diese von oben mit Wasser abzusprühen. Somit werden die Blätter von oben gesäubert und auch die empfindlichen Triebspitzen. Dieses kann Schäden an den Blättern mindern aber nicht ganz aufheben.
Wenn dieses angepriesene Produkt von Celaflor irgendwann nicht mehr erhältlich ist wird es aber vermutlich vergleichbare Produkte ohne oder mit nur geringer Wartezeit geben die durch ihre ölige Substanz die Spinnmilben abtöten ohne den danach ausgesetzten Raubmilben zu schaden. Dennoch sollen solche Präparate möglichst nicht auf die Blüten gesprüht werden und sie sollen überhaupt nicht im letzten drittel der Blüte verwendet werden.

- Biokeule
Auf diesem Foto ist das Rapsöl Präparat und die tausender Einheit Raubmilben zu sehen. Zur rechten Seite befindet sich das Glanzöl von Plagron, dieses hieß zuvor Neemöl und wird dieses auch enthalten. Mit diesem Produkt konnten die Spinnmilben mehrfach erfolgreich aus der Vorblüte vertrieben werden. Es fehlen jedoch jede Informationen zu einer Wartezeit oder ob es auf blühenden Pflanzen anwendbar ist. Deshalb wurde es auf blühenden Pflanzen nicht angewendet. Vermutlich wäre dieses Produkt aber genauso wie das Rapsöl einsetzbar.
Im Vordergrund liegt eine Lupe mit dreizigfacher Vergrößerung, diese ist sehr interessant um sich die Milben etwas genauer anzusehen. Die einzelnen Milben können detailliert gesehen werden und auch die Eiablagen werden deutlich sichtbar, es kann sogar gesehen werden ob es Raubmilbeneier oder die von Spinnmilben sind. Die der Raubmilben sind orange und die der Spinnmilben sind weiß.
Anzumerken bleibt, dass die öligen Substanzen die schon etwas blühenden Pflanzen von der Luft abzuschnüren scheinen. Es verstopft vermutlich die Blattporen ein wenig. Zumindest scheint das Ernteergebnis in der Quantität beeinträchtigt zu werden. Dieses ist jedoch nicht das Aus für den Zangenangriff. Anstelle der Öle kann lauwarmes Wasser, dass mit etwas Kernseife versetzt wird, verwendet werden um die Pflanzen abzusprühen. Die Frage ist, ob dieses die Raubmilben am leben läst. Zumindest wird es für Kernseife keine Wartezeiten geben, die Pflanzen können über mehrere Tage sogar mehrfach am Tag von unten und oben abgesprüht werden. Eventuell reicht dieses schon um die Spinnmilben dahinzuraffen aber wenn die Pflanzen dann mit zu dicken Blütenansätzen nicht mehr besprüht werden sollen kann ein Raubmilbenangriff stattfinden. Die Kernseife würde verstärkt die Harze aus den Blüten herausspülen, diese würden durch ständige Feuchtigkeit schnell schimmeln. Also sind bereits deutlich blühende Pflanzen nicht ständig zu besprühen.
Ps. Zu den Spinnmilben
Diese verhassten Biester sind in deren Schlussphase ihrer zweiten Invasion mehrfach vernichtet gewesen. Dennoch konnten sie wieder Fuß fassen. Dieses bedeutet, dass sie von Außerhalb erneut ihren Weg zu den saftigen Pflanzen gefunden haben. Spinnmilben können sich zwar im Erdreich und alten Laub halten und die kalte Jahreszeit überbrücken aber dieses können sie eben nur, wenn es kalt ist. In Indoorvehältnissen ist es jedoch ständig warm und die Spinnmilben können ihren Kreislauf dann nicht runter fahren, sie sind auf ständige Nahrungsaufnahme angewiesen. Wenn sie Indoor für ein paar Wochen vernichtet gewesen sind können sie nicht aus dem Erdreich der Pflanzen wieder auferstehen sondern müssten für einen neuen Befall von Außen kommen.
In den ersten zwei von inzwischen vier Jahren in der größeren Wohnung wurde die Luft durch die Wohnung angesogen, mit der veränderten Lüftung wird diese direkt in den Anbauraum gesogen. Dieses muss das Problem mit den Spinnmilben so unlösbar gestaltet haben. Im Vorfeld wurde erklärt, dass auf einen Zuluftfilter verzichtet werden kann. Dieses ist dann richtig, wenn es vor der Zuluftöffnung keine Pflanzen gibt von denen diese Schädlinge oder andere mit der Zuluft angesogen werden können. Aber selbst dann kann ein Zuluftfilter nicht schaden der ansonsten notwendig ist.
Im Vorfeld haben die Spinnmilben den Weg durch die Wohnung zu den Pflanzen nicht geschafft, die Pflanzen blieben Schädlingsfrei bis zu dem Punkt, an dem die Spinnmilben durch von Outdoor geschnittenen Stecklingen wieder eingeschleppt wurden. Dabei wurden die Stecklinge direkt nach dem Schneiden gegen Schädlinge behandelt.
Nach dem Umbau der Lüftung sind vermutlich regelmäßig Spinnmilben mit der Zuluft direkt in den Anbauraum gelangt und somit waren die gelegentlich vernichtet geglaubten Spinnmilben wieder auf den Pflanzen aktiv.

- Zuluftfilter
Auf dem Foto ist ein über gebliebener Filterstrumpf eines Aktivkohlefilters zu sehen der auf einen Holzrahmen getuckert wurde. Der Filterstrumpf wurde vorher einzeln gewaschen, da dieser sehr verdreckt gewesen ist. Wenn solch ein Filterstrumpf nicht lang genug ist kann ein zweiter diesen überlappen. Schädlinge würden es sehr schwer haben durch diesen Filterstrumpf zu kommen. Zu hoffen bleibt, dass diese sich keinen anderen Weg suchen.
Abschliessend
soll hier noch angemerkt werden, dass die Spinnmilben nur deswegen ein zwischenzeitlich unlösbares Problem waren, da für sie in dieser Growkammer ein optimales Klima geschaffen wurde. Es war trocken und heiss, die Spinnmilben können auf den saftigen Pflanzen gut leben und Eier legen. Gegenmassnahmen wirken nicht mehr richtig, es geht den Spinnmilben einfach zu gut. Wenn man aber dazu in der Lage ist, die Lebensbedingungen der Spinnmilben durch eine niedrigere Temperatur und vor allem einer Luftfeuchtigkeit bei 60% zu verschlechtern, dann sind diese weniger ein Problem, dann wirken Gegenmassnahmen wesentlich besser. Somit löste sich das Problem mit den Spinnmilben endgültig mit der Luftbefeuchtung durch den industriellen Ultraschallbefeuchter. Wenn man ein Problem mit Spinnmilben hat und es einen immer wieder zermürbt sollte man bemüht sein, die Luftfeuchtigkeit durch solch ein Gerät oder durch einen Vernebler herauf zu setzen, dann kann man gegen die Spinnmilben sinnvoll vor gehen.
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