Studie belegt: US-Anti-Marijuana-Kampagne erzeugt "Boomerang-Effekt"
Bei der Studie wirkten 226 Freiwillige zwischen 18 und 19 Jahren mit, die alle entweder die Anti-Marijuana-Kampagnen auf der ONDCP-Website oder eine Reihe von Anti-Tabak-Inseraten gesehen hatten. Anschliessend wurden die Probanden aufgefordert, ihre Meinung zu den beiden Substanzen auf einer Skala von 1 - 5 (gut-schlecht) zu bewerten. Zusätzlich prüften die Forscher auf einer 10-Punkte-Skala die Bereitschaft der Studienteilnehmer, entweder Marijuana oder Tabak zu konsumieren.
Die Forscher fanden heraus, dass diejenigen mit der Anti-Marijuana-Kampagne konfrontierten Probanden auffällig selten eine negative Meinung zu Cannabis äusserten. Bei den Anti-Tabak-Inseraten hingegen konnte dieser „Boomerang-Effekt“ nicht festgestellt werden.
„Es scheint, dass ... die öffentliche Anti-Marijuana-Haltung im Rahmen der Nationalen Anti-Drogen-Kampagne in den Vereinigten Staaten genau das Gegenteil von dem auslöst, was die Urhebern eigentlich beabsichtigt hatten,“ fassen die Autoren der Studie zusammen. „Dieser Effekt konnte ausschliesslich bei der Anti-Marijuana-Kampagne beobachtet werden, nicht aber bei den Anti-Tabak-Inseraten. Es kann also nicht von einer grundsätzlichen Ablehnungshaltung der Teenager (z. B. Rebellentum) gegenüber jeglichen Anti-Drogen-Argumenten ausgegangen werden.“
„Diejenigen Jugendlichen, welche die Anti-Marijuana-Publikationen gesehen haben, haben eine signifikant höhere Bereitschaft zum Gebrauch der Substanz bekundet, als diejenigen, denen die Anti-Tabak-Inserate gezeigt worden waren. ... Es besteht also die Möglichkeit, dass die Konfrontation mit Anti-Marijuana-Inseraten die Jugendlichen nicht nur zu einer positiveren Meinung über die Substanz bewegt, sondern auch die direkt das Risiko vergrössert, dass diese Marijuana konsumieren werden,“ folgern die Forscher weiter.
Die Nationale Jugend-Anti-Drogen-Medienkampagne wurde vom US-Kongress 1998 initiiert. Die landesweiten Inseratekampagnen und Spot-Ausstrahlungen, die unter anderem auch propagieren, dass der Cannabis-Gebrauch den Terrorismus fördere, haben bisher bereits über 2 Milliarden Dollar Steuergelder verschlungen.
Für weitere Informationen (in Englisch):
Paul Armentano, NORML Senior Policy Analyst, at (202) 483-5500.
Gesamttext der Studie "Explicit and implicit effects of anti-marijuana and anti-tobacco TV advertising", erschienen in der Mai-Ausgabe des Magazins “Addictive Behaviors”













