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Täglicher Cannabiskonsum kann bei Personen mit chronischer Hepatitis C die Entwicklung einer Leberfibrose fördern

Französische Wissenschaftler untersuchten bei 195 Patienten die Bedeutung des Cannabiskonsums auf die Entwicklung einer Fibrose bei chronischer Hepatitis C. In einer multivariaten Analyse war eine hohe Progressionsrate zur Fibrose unabhängig verbunden mit täglichem Cannabiskonsum, Alkoholkonsum von mehr als 30 Gramm pro Tag, Alter bei der Kontamination mit dem Virus über 25 Jahre und körperlicher Aktivität. Ein moderater Cannabiskonsum hatte dagegen keine Wirkung auf die Entwicklung einer Fibrose.

Ihre Forschung wurde im April bei einer Konferenz in Berlin, Deutschland, vorgestellt. 51 Prozent der Teilnehmer waren Nichtkonsumenten von Cannabis, 17 Prozent waren gelegentliche Konsumenten (Durchschnitt: 7 Cannabiszigaretten pro Monat) und 32 Prozent waren tägliche Konsumenten (Durchschnitt: 107 Zigaretten pro Monat).

Die Wirkung von Cannabis variierte zwischen den Subgruppen. Wenn die Personen jünger als 40 Jahre alt waren und der Alkoholkonsum unter 30 Gramm pro Tag lag, hatten 20 Prozent der Nicht- und gelegentlichen Konsumenten, jedoch 37 Prozent der täglichen Konsumenten eine Fibrose. Wenn die Personen älter als 40 Jahre alt waren und der Alkoholkonsum unter 30 Gramm pro Tag lag, hatten 35 Prozent der Nicht- und gelegentlichen Konsumenten, jedoch 71 Prozent der täglichen Konsumenten eine Fibrose. Wenn die Personen jünger als 40 Jahre waren und der Alkoholkonsum über 30 Gramm pro Tag lag, hatten 38 Prozent der Nicht- und gelegentlichen Konsumenten, jedoch 50 Prozent der täglichen Konsumenten eine Fibrose. Wenn die Personen älter als 40 Jahre waren und der Alkoholkonsum über 30 Gramm pro Tag lag, hatten 76 Prozent der Nicht- und gelegentlichen Konsumenten, jedoch 51 Prozent der täglichen Konsumenten eine Fibrose. Die Verteilung in der letzten Gruppe ist etwas überraschend.

In tierexperimenteller Forschung hatte die Gruppe gezeigt, dass die Entstehung der Leberzirrhose durch Cannabinoidrezeptoren reguliert werden könnte, und dass die CB1-Rezeptoren bei zirrhotischen Patienten in bestimmten Leberzellen deutlich vermehrt sind. Mäuse ohne CB1-Rezeptoren reagierten nach chronischer Tetrachloridvergiftung im Vergleich mit normalen Mäusen mit einer verminderten Entwicklung von Leberzirrhosen.

Menschen mit chronischer Hepatitis C wird empfohlen, nicht täglich Cannabis konsumieren. Ein mäßiger Konsum scheint unproblematisch zu sein. Diese erste Studie muss mit einer größeren Gruppe von Patienten wiederholt werden, bevor es möglich ist, endgültige Empfehlungen auszusprechen.

(Quellen: www.acmed.org. Hezode C, et al. Daily cannabis smoking as a risk factor for fibrosis progression in chronic hepatitis C. Abstract 68. 39. jährliche Konferenz der European Association for the Study of the Liver, 14. - 18. April 2004. Berlin; Grenard P, et al. Reduced liver fibrosis in CB1 receptor knockout mice. Abstract. J Hepatology 2004; 40(S1): 8.)

Erscheinungsdatum Montag 24. Mai 2004 13:16

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