USA: Gesundheitsministerium prüft Umstufung von Cannabis
Die US-Bundesdrogenpolizei DEA hat das US-Gesundheitsministerium (US Department of Health and Human Services, HHS) beauftragt, im Rahmen einer möglichen gesetzlichen Umstufung von Cannabis eine wissenschaftliche und medizinische Bewertung von Cannabis zu erstellen.Eine solche Bewertung ist seit 34 Jahren im Bundesdrogengesetz vorgesehen. Erzwungen wurde sie erst jetzt durch einen Prozess von Jon Gettman und der Cannabis-Reformorgansiation NORML. Gettman reichte im Oktober 2002 eine Klage ein, um durch eine Umstufung von Cannabis seine medizinische Verwendung zu ermöglichen.
Im Jahre 1970 trat in den USA ein neues Drogengesetz in Kraft, das Drogen in 5 Kategorien einstufte. Kriterien für die Einstufung sind die Missbrauchsgefahr und die medizinische Verwendbarkeit. Cannabis landete provisorisch in Kategorie 1, d.h. mit höchstem Missbrauchspotenzial und ohne medizinischen Nutzen, bis eine 1972 veröffentlichte Studie Daten zur endgültigen Einstufung liefern sollte. Die Studie empfahl eine Entkriminalisierung von Cannabis, wurde jedoch ignoriert.
Daraufhin klagte NORML auf eine Umstufung von Cannabis in eine weniger restriktive Kategorie. Anhörungen für den Umstufungsprozess fanden erst 14 Jahre später, im Jahre 1986 statt. 1988 entschied dann Richter Francis Young, dass Cannabis nicht die Voraussetzungen erfüllte, um in Kategorie 1 zu verbleiben. Der Leiter der Drogenpolizei weigerte sich jedoch, diese Entscheidung umzusetzen und gewann den Rechtsstreit im Jahre 1994.
Gettman und die Zeitschrift "High Times" klagten im folgenden Jahr dagegen, ein Gericht entschied jedoch, dass sie nicht ausreichend von der Entscheidung negativ betroffen seien, um zu einer Klage berechtigt zu sein. Am 11.10.2002 reichte Gettman erneut eine Petition ein, diesmal mit Cannabispatienten als Mitklägern. Ein halbes Jahr später, am 03.04.2003 nahm die DEA die Petition zur Bearbeitung an.
Gettman verspricht sich von einer Studie und Anhörung nicht nur Fortschritte für Patienten. Er sieht darin auch einen Weg, die Meinungsbildung zur Strafverfolgung von Cannabis als Genussmittel zu beeinflussen, weil das selbe Beweismaterial, das den medizinischen Nutzen von Cannabis belegt, auch die vergleichsweise geringen Risiken dieser Droge dokumentiert:
[...] there is a connection between medical marijuana reform and reducing if not ending arrests for marijuana related offenses. The connection is that the scientific basis for both policies is the same. However unlike state level reform the federal rescheduling process provides a mechanism for a thorough review of all the scientific evidence relevant to the cannabis issue. A breakthrough at the federal level will certify formidable scientific evidence that cannabis is not the drug many people fear it is, and can have a tremendous impact on public and political attitudes about the wider cannabis reform. For this reason rescheduling at the federal level, unlike state level medical marijuana reform, provides not only a tremendous opportunity for public education but also will make a significant contribution to ending the wider prohibition on marijuana use.










