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Umwelt/Medizin: 80% aller Krebsfälle werden durch die Umweltverschmutzung verursacht

Nach Schätzungen bekannter Wissenschaftler wie Professor Luc Montagnier und Hubert Reeves sind die Umweltverschmutzung und unsere Lebensbedingungen für 80% aller Krebsfälle verantwortlich. Diese erschreckende Tatsache war das Hauptthema einer Konferenz an der UNESCO, die am 7. Mai dieses Jahres in Paris stattfand.

Ein Tabuthema kommt endlich zur Sprache
Luc Montagnier, Lucien Israël, Hubert Reeves, Samuel Epstein, Corinne Lepaget und weitere angesehene Wissenschaftler nahmen an der von der association française pour la recherche anti-cancer (ARTAC) organisierten Konferenz vom 7. Mai teil. Die Wissenschaft will nun endlich ein Tabuthema in Angriff nehmen, das bis heute lediglich von Umweltschützern und Vertretern der Alternativ-Medizin aufgegriffen wurde: die Umweltverschmutzung und unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen sind die Ursache von 80 bis 90% aller Krebserkrankungen.

In einem Aufsehen erregenden Buch (s. unten stehendes Gespräch) beschreiben die beiden französischen Autoren Geneviève Barbier und Armand Farrachi, wie chemische Substanzen, die vom Internationalen Krebsforschungs-Zentrum (CIRC) als "sicher oder wahrscheinlich" krebserregend eingestuft werden, sich in unserer Umwelt verbreitet haben. Selbst die Bevölkerung des Nordpols ist diesen Substanzen ausgesetzt. Laut dem französischen Institut für Umweltschutz sind Pestizide in 90% der Flüsse und 58% der Grundwässer nachweisbar. Dazu kommen Dioxine aus Verbrennungsanlagen, Lebensmittelzusätze, Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle - aber auch radioaktive Abfälle, elektromagnetische Felder und weitere Strahlungen, deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus noch kaum erforscht sind. Mit anderen Worten: täglich sind wir einem "physikalisch-chemischen Brei" ausgesetzt, dessen einzelne Komponenten für sich genommen nicht gefährlich sein mögen, dessen gegenseitig sich verstärkende Wirkungen aber zu schweren Störungen in den Zellen lebender Organismen führen.

Nicht nur in Frankreich ist die Frage "wieso bekommt man Krebs?" unbeliebt. Diese Frage ist vielmehr derart störend, dass die wissenschaftlichen Behörden das Problem im Namen von "Fortschritt" und "Wirtschaftswachstum" möglichst banalisieren müssen (hier stellt sich die Frage: auf wessen Geheiss?). Deshalb ist der von den Nobelpreisträgern Jean Dausset und François Jacob lancierte "appel de Paris" eine ungewöhnlich mutige Aktion (die Leser werden gebeten, den "Aufruf von Paris" unter www.artac.info zu unterzeichnen)

Gespräch mit Geneviève Barbier, Autorin von "Le cancer n’est pas une fatalité" (Krebs ist kein unausweichliches Schicksal).

Für diese Pariser Allgemein-Medizinerin ist der Plan Chirac zur Bekämpfung des Krebses zu Scheitern verurteilt, weil man nur die Auswirkungen, nicht aber die Ursachen des Krebses angehen will.

Frage: Sie schreiben, dass der Krebs als Sieger aus dem Plan Chirac hervorgehen wird? Warum?

G.B.: Weil man sich, wie schon bisher, nicht mit den Ursachen des Krebses beschäftigen will. Keiner wagt es, die Industrie und die Landwirtschaft anzuprangern. Der Tabakgenuss ist und bleibt der ideale Sündenbock. Dies führt zu der paradoxen Lage, dass mit der Tabaksteuer der Plan Chirac finanziert wird. Wenn alle mit dem Rauchen aufhören würden, könnte man den Plan nicht mehr bezahlen!

Frage: Was wird denn beim Antikrebs-Plan vergessen ?

G.B.: Alle berufsbedingten Krebsarten, natürlich auch der durch Asbest verursachte Krebs und alle anderen, die nie zur Sprache kommen. Man scheint aus den früheren Misserfolgen nichts gelernt zu haben. Der Krebsbekämpfungs-Plan wurde von jenen Kreisen in Beschlag genommen, die den Krebs "behandeln" oder, krasser gesagt, davon leben: die Onkologen, die Laboratorien, die Pharma-Industrie. Dabei ist es mehr als dringlich, auch die Toxikologen und Epidemiologen endlich mit Geldern für ihre Arbeit auszustatten!

Frage: Demnach wäre der Krebs der Preis, denn wir für den Fortschritt zu bezahlen haben?

G.B.: "Nein, der Krebs ist kein unausweichliches Schicksal ! Es ist schon lange bewiesen, dass bei vermindertem Gebrauch von krebserregenden Substanzen die Krebsrate sinkt. Wir müssen endlich entscheiden, welche Art von Welt wir wollen und welche Zukunft wir unseren Kindern bieten wollen. Dies im Wissen, das ein Säugling fünfzig Mal mehr Dioxin aufnimmt als ein Erwachsener. Es ist nie zu spät für Veränderungen!!!"

Kommentar Hanf-Info:
Auf den ersten Blick könnte man sich fragen, was dieses Thema mit dem Hanf zu tun hat. In einer Zeit, wo die Suche nach ökologisch verträglichen Landwirtschafts- und Industrieprodukten wird immer dinglicher wird, bietet gerade der Hanf ideale Auswege. Hanf könnte z.B. in grossem Masse den aufwendigen und äusssert umweltschädlichen Baumwollanbau in geradezu idealer Weise ersetzen, denn die Hanfpflanze benötigt keine Pestizide, Insektizide und keinen Kunstdünger. Die lindernde Wirkung von therapeutischem Hanf bei Krebs-Chemotherapie ist bereits wohl bekannt und sei hier nur am Rande erwähnt (Verbesserung des Appetits und des allgemeinen Wohlbefindens, s. www.hanf-info.ch und www.acmed.org)

Quellen:
www.artac.info
www.affse.fr
"Le Progrès", 7 mai 2004
"La société cancérigène", Geneviève Barbier et Armand Farrachi (Editions de la Martinière)
Erscheinungsdatum Montag 12. Juli 2004 13:30

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