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Uni Bonn: Bedeutung des Cannabinoidsystems für die Pathogenese und Therapie des malignen Melanoms

Der Einsatz von Marihuana spielt seit vielen Jahrhunderten eine große Rolle in der Medizin u.a. zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden oder Malaria. Der bekannteste Wirkstoff des Cannabis ist das delta9-Tetrahydrocannabinol (THC).

Quelle: Universität Bonn, 2008

Bisher wurden zwei G-protein gekoppelte Rezeptoren (CB1, CB2) identifiziert, über die THC seine Wirkung entfalten kann. Der CB1-Rezeptor wurde zuerst im zentralen Nervensystem nachgewiesen, er ist aber auch peripher z.B. im menschlichen Darm und in der Haut vertreten. CB2-Rezeptoren wurden v.a. auf Zellen des Immunsystems (z.B. T- und B-Lymphozyten, Makrophagen und dendritische Zellen) nachgewiesen. Beide CB-Rezeptoren werden auch in der Haut exprimiert. Der Nachweis von Cannabinoid-Rezeptoren führte zur Entdeckung endogener Liganden wie z.B. Anandamid und 2-Arachidonylglycerol.

In den letzten Jahren wurden in unterschiedlichen experimentellen Systemen in vitro und in vivo gezeigt, dass die Gabe des natürlichen Cannabinoids THC das Wachstum von Tumorzellen über pro-apoptotische, anti-proliferative und antiangiogenetische Effekte hemmt. Die von BONFOR geförderte Nachwuchsforschergruppe setzt sich zum Ziel, die Bedeutung von Cannabinoiden für die Pathogenese und Therapie von Tumoren am Beispiel des malignen Melanoms besser zu verstehen. Insbesondere soll die Bedeutung des körpereigenen CB-Systems auf Tumorzellen, das Tumormikromilieu und die zelluläre Immunabwehr untersucht werden. Neben Untersuchungen mit transplantierbaren B16 Melanomzellen soll unser autochthones Melanommodell (HGF-transgene und CDK4-mutante Mäuse) verwendet werden, bei denen sich primäre Melanome in der Haut induzieren lassen, die spontan in Lymphknoten und Lungen metastasieren. Weitere histologische, immunhistologische und molekularpathologische Analysen sollen Aufschluss über die Wirkmechanismen des endogenen CB-Systems im Tumorgewebe geben. Hierauf aufbauend kann der Einsatz von natürlichen oder synthetischen Cannabinoiden bzw. von CB-Rezeptorantagonisten für die Tumortherapie optimiert werden.

Erscheinungsdatum Montag 22. Dezember 2008 22:15

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