Wie die deutschen Medien die Hanf-Repression unterstützen.
Nachdem Cannabis/Hanf/Marihuana in den letzten Jahren immer grösseres öffentliches Interesse erregt, befassen sich nun auch die deutschen mainstream-Medien näher mit dem Thema. Der "Spiegel" hat kürzlich sogar eine Titelgeschichte daraus gemacht: Die Seuche Cannabis.
Gehirnwäsche mit der "Seuche Cannabis": Wie der Spiegel die Öffentlichkeit manipulieren will
Sprache ist (auch) ein Manipulationsmittel. Die Konfrontation des Gehirns mit einem Wort ruft immer jene Bilder im Gehirn hervor, die zuvor mit diesem Wort verknüpft wurden. Der Titel "Die Seuche Cannabis" verknüpft 2 Worte und damit 2 Bilder, das Bild für "Seuche" und das Bild für "Cannabis". "Seuche" als todbringende Epidemie ist dabei in den meisten Hirnen negativ belegt, und diese Negativität wird allein durch die Wahl des Titels auf "Cannabis" übertragen. Diese Art von Gehirnwäsche wird auch in der Werbung und im Marketing benutzt, indem man z.B. für Autos Werbung mittels Naturbildern oder Familienidylle macht. Die Harmonie der Natur und der Familie wird so im Kopf des Werbekonsumenten mit dem Produkt verknüpft.
Ein Titel wie "Die Seuche Hanf" wäre beispielsweise weniger wirksam, da der Begriff "Hanf" ganz andere Vorstellungen hervorruft als "Cannabis" oder gar "Marihuana", obwohl es sich bei letzteren um den botanischen Namen des Hanfs bzw. um eine spanische Bezeichnung für Hanf zum Rauchen handelt.
Der Spiegel schwingt sich (in vorauseilendem Gehorsam gegen wen?) zum Meinungsmacher auf, der auf seiner Titelseite Cannabis mit einer Seuche gleichsetzt. Unabhängig von allen anderen Erfahrungen und Forschungsergebnissen wird hier eine Meinung transportiert -obwohl sich der Leser im Glauben wiegen soll, er "bilde sich seine eigene Meinung". Meinungsmache, wie der Spiegel sie betreibt, unterstützt dabei vor allem eine vordefinierte Ablehnung gegenüber "Cannabis". Seit mehreren Jahren fällt das einst unabhängige deutsche Nachrichten-Magazin durch eine tendenziell negative Cannabis-Berichterstattung auf.
Billige und unwissenschaftliche Verallgemeinerungen
Der Spiegel redet sogar von "Cannabis-Schwerstabhängigen", ein Begriff, der bisher nur im Zusammenhang mit Morphium, Heroin oder seltener Alkohol benutzt wurde.
Auch andere Medien mögen da nicht zurückstehen. n-tv hat das Thema aufgegriffen und zitiert eine Hirnforscherin. Deren Forschungen ergaben, dass Cannabis-Konsum in der Pubertät zu Langzeitschäden führen kann, insbesondere zu Gedächtnisstörungen und Motivationsschwächen. Diese Erkenntnisse führten dann zu dem Titel "Kiffen macht doof", wobei man nur im klein gedruckten Obertitel erfuhr, dass nur "Gefahr für Pubertierende" bestehe. (Allgemein ist in der Medizin anerkannt, dass die Dosis das Gift macht. Heute wird Missbrauch jedoch oft definiert durch eine Dosis grösser als Null. Nach solchen Definitionen wird allerdings jeder gelegentlich "kiffende" Jugendliche zum "Schwerstabhängigen"*).
Auch der Zusammenhang von Schizophrenie und Cannabis wird immer mal wieder beschworen. Drogen können bei ihren Konsumenten Psychosen auslösen, das ist allgemein bekannt. Doch jeder erfahrene Drogen-Konsument weiss, dass nicht allein die Droge den Rausch ausmacht, sondern jeder auch vom so genannten "set und setting" beeinflusst wird. Die Drogen-Gemeinde hat somit ein Konzept erkannt, welches dem Rest der Gesellschaft eher unbekannt ist, nämlich dass das Wohlbefinden eines Menschen nicht nur von dem von ihm aufgenommenen Chemikalien beherrscht wird (z.B. auch Kaffee), sondern auch von der Einstellung des Konsumenten und der Gesellschaft, sowie von der Umgebung. Die Auslösung von Psychosen oder Schizophrenie somit allein der Drogenbenutzung zuzuschreiben ist eindimensional.
Die gesellschaftliche Situation spielt bei Drogenkonsumenten immer eine Rolle, sie gehört zum "Set". Drogenkonsumenten sind immer in der Gefahr, kriminalisiert zu werden. Sie fühlen sich somit häufig von ihrer eigenen Gesellschaft bedroht und dies beeinflusst natürlich ihre Drogenerfahrung. Da Angst durch Drogen verstärkt werden kann, besonders bei unerfahrenen Konsumenten, für die die Droge das Betreten völlig neuer Erfahrungsräume darstellt und neue Räumlichkeiten meistens Unbehagen vor dem Unbekannten auslösen, ist es auf Grund der gesellschaftlichen Situation viel wahrscheinlicher, dass es zu Psychosen kommt, als wenn Drogen als allgemeines Element des menschlichen Lebens akzeptiert wären wie z.B. Kaffee, TV, Alkohol (oder vom medizinischen Establishment sanktioniert wie Psychopharmaka). Es ist daher unrichtig, zu behaupten dass "Cannabis Schizophrenie auslöst".
Vielmehr lautet die Gleichung: "Cannabis + gesellschaftliches Unwissen + Repression = Schizophreniegefahr!"
Die komplexen gesellschaftlichen Zusammenhänge des weit verbreiteten Cannabis-Konsums werden von den meisten Medien gar nicht angesprochen.
Warum nehmen die Leute Cannabis, wenn es doch angeblich nur Gefahren hervorruft? Was haben sie davon? Viele Menschen mit Alkoholerfahrung meinen, es sei derselbe Rausch - was aber völlig falsch ist. Cannabis wirkt anders. Wie jede wirklich bewusstseinsverändernde Substanz ändert Cannabis den Blickwinkel und liefert somit Informationen über bisher nicht erkannte Zusammenhänge, z.B. auch gesellschaftlicher und politischer Natur. Könnte es sein, dass sich die veränderte Blickrichtung der Millionen von Cannabis-Konsumenten auf Zustände richtet, die die herrschenden Klassen und das offizielle Wirtschaftssystem lieber nicht bemerkt sähen?
* auch Definition von "Sucht" der WHO (www.who.int). Bekannterweise ist die WHO das Sprachrohr der US-"Drug Policy" und muss offenbar zugleich die Interessen der Drogen-Mafia bedienen: die WHO reitet mit auf der allgemeinen Prohibitionswelle und begünstigt so den Schwarzmarkt.










