Wieder Wirbel um "Hanf-Milch" aus Salzburg
Christian Fenkenberger hat seine Produktion binnen einem Jahr vervierfacht
Salzburger Nachrichten 04. August 2005
HALLWANG, BONN (SN-pgs). Der Salzburger Bio-Produzent Christian Frenkenberger hat in Deutschland wieder Ärger wegen seiner Hanf-Milch. Im Vorjahr ermittelte das LKA München, weil eine Lenggrieser Eisdiele mit dem verdächtigen Namen "Da Eis-Dealer" "Legaleis" verkauft. Als Basis dieser Eissorte dient Frenkenbergers Hanf-Milch. Seit das LKA herausfand, dass "Hanf-Milch" nicht nur aus staatlich zugelassenen Hanfkörnern erzeugt wird, sondern sogar wegen seiner mehrfach ungesättigten Fettsäuren als sehr gesund gilt, ist über die Sache Gras gewachsen.
Im Juni dieses Jahres musste sich Frenkenberger erneut mit den Buchstaben des Gesetzes auseinandersetzen: Diesmal war es der Verband der "Deutschen Milchwirtschaft" mit Sitz in Bonn, der Frenkenberger auf eine EU-Verordnung aufmerksam machte, dass die Verwendung des Namens "Hanf-Milch" strafbar ist. Denn ein Produkt, das keinen Milchbestandteil enthält, darf auch nicht die Bezeichnung "Milch" tragen. Ähnlich ist der Fall bei anderen Produkten wie "Soja-Milch" gelagert: Die darf auch nur unter dem Namen "Soja-Drink" verkauft werden, obwohl das Getränk landläufig nur als Soja-Milch bekannt ist. "Sonnenmilch" wiederum ist unbedenklich, weil sie nur äußerlich verwendet wird und in keiner Konkurrenz zu Produkten der Milchwirtschaft steht.
Frenkenberger reagierte sofort: Er änderte den Namen von "Hanf-Milch" auf "Trinkhanf". Er hofft, dass nun Ruhe einkehrt. Trotzdem fühle er sich schon "etwas paranoid". Denn der Name "Trinkhanf" könne nach dem Gesetz eventuell als Aufforderung zum Drogenkonsum ausgelegt werden. "Es würde mich nicht wundern, wenn jetzt das LKA wieder ermittelt", sagt er.
Frenkenberger produziert seit 2004 "Trinkhanf". Er hat die Produktion innerhalb eines Jahres auf 3200 Flaschen monatlich vervierfacht. Erhältlich ist "Trinkhanf" nur in Bio-Läden.










