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Wissenschaft: Cannabinoide wirksam in einem Tier-Modell für Hyperaktivitätsstörungen

Aufmerksamkeitsmangel-Hyperaktivitätsstörung (ADHD) ist ein neuropsychiatrisches Syndrom, das bei Kindern und Heranwachsenden auftritt. Das Syndrom ist charakterisiert durch gestörte Aufmerksamkeit und durch impulsiv-hyperaktives Verhalten. Italienische Forscher untersuchten ADHD in einem Tiermodell. Sie verwendeten dazu eine Rattenlinie, die spontan einen Bluthochdruck entwickelt (SHR-Ratten) und als Tiermodell für ADHD gilt.

Die SHR-Ratten wurden mir normalen Ratten verglichen. Tests zeigten, dass es eine Untergruppe innerhalb der SHR-Ratten gibt, die sehr impulsiv reagiert. Die Forscher fanden heraus, dass Tiere dieser impulsiven SHR-Untergruppe eine reduzierte Dichte an Cannabinoid-Rezeptoren in der präfrontalen Hirnrinde aufwiesen. Die Gabe eines synthetischen Cannabinoids, das - wie THC - an den CB1-Rezeptor bindet, normalisierte das impulsive Verhaltensprofil in dieser Gruppe von SHR-Ratten, war jedoch ohne Wirkung auf normale Ratten.

Bisher gibt es keine klinische Forschung mit Cannabis oder einzelnen Cannabinoiden bei der ADHD, aber einige Patienten berichten von positiven Wirkungen. Zudem hat eine klinische Studie beim Tourette-Syndrom eine Verbesserung von obsessiv-kompulsivem Verhalten gezeigt.

(Quelle: Adriani W, et al. The spontaneously hypertensive-rat as an animal model of ADHD: evidence for impulsive and non-impulsive subpopulations. Neurosci Biobehav Rev 2003;27(7):639-51)

Artikel modifiziert Sonntag 21. Februar 2010 15:14, Erscheinungsdatum Dienstag 30. Dezember 2003 15:38

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