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Wissenschaft: Endocannabinoide beim Glaukom

1971 wurde entdeckt, dass die Verwendung von Marihuana den Augeninnendruck senkt, über einen Effekt seines wichtigsten psychoaktiven Inhaltsstoffes, das THC. Jüngst wurde am Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität von Kuopio/Finnland eine Studie fertig gestellt, in der eine Augentropfenform von Anandamid bzw. AEA untersucht wurde. Sie war im Jahre 1993 von David Pate begonnen worden. Anandamid ist ein endogener Ligand des Cannabinoid-Rezeptors.

Die Studie folgte der Überlegung, dass Anandamid über einen unentdeckten Cannabinoid-Rezeptor im Auge binden und so den Augeninnendruck ähnlich wie gerauchtes Marihuana regulieren könnte, ohne die bekannten psychoaktiven Effekte. Allerdings ist AEA nicht wasserlöslich und wird zudem sehr schnell abgebaut.

Diese beiden Probleme wurden durch das Einbringen von AEA in ein großes hohles Molekül gelöst, sogenanntes Cyclodextrin, welches das Anandamid in das Wasser bringt und vor der Umgebung schützt. AEA verursachte eine Zunahme und eine anschließende Abnahme des Augeninnendrucks, bedingt durch einen Abbau der Substanz durch Enzyme im Auge. Das nicht behandelte Auge reagierte nicht, ein Hinweis darauf, dass die Regulierung des Augendrucks durch AEA durch das Auge selbst kontrolliert wird und nicht zentral durch das Gehirn.

Ein synthetischer Abkömmling des natürlichen Anandamids führte unmittelbar zu einer Abnahme des Augendrucks, ohne die initiale Zunahme, ein Hinweis, dass dieses Molekül nicht im Auge verstoffwechselt wird. Eine Vorbehandlung mit einem Cannabinoidrezeptoren-Blocker verhinderte die Wirkung der anschließend applizierten Augentropfen.

Diese Studie weist daraufhin, dass Anandamid einen lokalen Effekt auf die Regulierung des Augeninnendrucks haben kann. Einige synthetische Abkömmlinge des Anandamid sind enzymatisch stabil und verringern den Augeninnendruck über einen Effekt auf den Cannabinoid-Rezeptor. Solche neuen Anandamid-ähnlichen Substanzen sind der Schlüssel für eine neue pharmakologische Strategie für die Behandlung des Glaukoms. Sie sind Gegenstand zugesagter und anhängiger internationaler Patente, die die finnische Forschergruppe mit HortaPharm B.V, einer holländischen Forschungs- und Entwicklungsfirma für Marihuana zur medizinischen Verwendung, teilt.

(Quelle: Pressemitteilung von HortaPharm B.V., D.W. Pate, vom 12. Oktober 1999)
Erscheinungsdatum Freitag 14. November 2003 14:00

Forum des Artikels

> Wissenschaft: Endocannabinoide beim Glaukom
Sehr geehrte Damen und Herren,
gibt es inzwischen auch Augentropfen gegen einen Augenhochdruck.

Ihrer Antworte sehe ich gerne entgegen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
K. Herrig

Auf diese Nachricht antworten
13 Juli 2006 von K. H.
  > Wissenschaft: Endocannabinoide beim Glaukom
 
Auf dem Markt sind sie leider noch nicht aber die Industrie arbeitet daran, verschiedene Studien laufen bereits.

Auf diese Nachricht antworten
  14 07 2006 von André Fürst
 

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