Suisse - Hanftag 2003 des Jugendparlaments Zug
1. Allgemeines zum Anlass
1.1. OrganisatorInnen Die Kommission Hanftag setzt sich aus folgenden Leuten zusammen : Marcel Moos, Noémie Frischknecht und Luana Thür. Sie sind alle Mitglieder des kantonalen Jugendparlamentes Zug, werden von diesem als Kommission getragen und ihr Projekt wird dadurch grösstenteils finanziert.
1.2. Motivation Die meisten Jugendlichen in Zug finden die bestehende Hanfgesetzgebung unverhältnismässig und plädieren für die Legalisierung des Cannabiskonsums. Meistens jedoch haben sie ihre Argumente vom Hörensagen oder sind ungenügend informiert. Auf der anderen Seite werde ihre Anliegen bezüglich der Hanfpolitik von PolitikerInnen wenig beachtet oder sogar ganz ignoriert.
1.3. Ziel
Mit diesem Hanftag in Zug wollen wir den Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich direkt von ExpertInnen informieren zu lassen und kritische Fragen zu stellen. Aber die Informationen sollen nicht nur in eine Richtung fliessen, auch nach aussen soll gezeigt werden : Die Jugendlichen interessieren sich, organisieren sich und möchten auch von den PolitikerInnen angehört werden.
1.4. Tagesablauf
10:00 Begrüssung
10:30 Einteilung in Workshops
10:45 Workshops
12:45 Mittagessen
14:00 Referat Regierungsrat, Herr Hanspeter Uster, SGA Zug
14:30 Beginn Podiumsdiskussion (mit Herrn Toni Bortoluzzi, SVP Zürich ; Herrn Hanspeter Uster, SGA Zug ; Emanuel Wyler, Juso Zürich, u.a.)
16:00 Weiter Podiumsdiskussion
17:00 Apéro, Ende
20:00 Türöffnung Industrie 45
20:30 Konzert Snitch
22:00 Konzert Open Season
2. Der Workshop
2.1. Allgemeine Erklärungen
Die Informationen sollen den Jugendlichen in einem Workshop übermittelt werden. Es wird voraussichtlich 5 solche Workshops geben und die TeilnehmerInnen werden selber wählen können, welcher ihnen am meisten entspricht. Pro Workshopgruppe wird es zwischen 10 und 15 TeilnehmerInnen haben und diese werden zwar Interesse aber spärliche bis keine Vorkenntnisse mitbringen.
Der Workshop wird von einer Leiterin/einem Leiter moderiert, die fachlich nicht ausgebildet ist, wahrscheinlich aber schon Gruppen moderiert hat. Sie/Er sollte auch die didaktische Strukturierung im Griff haben. Falls der Experte/die Expertin ausserhalb seines/ihres Referates sich noch an der Gestaltung des Workshops beteiligen möchte und Ideen hat, kann er/sie diese selbstverständlich mit dem/der LeiterIn diskutieren und einbringen. Der/Die LeiterIn wird aber auf jeden Fall vor dem 22. März noch mit dem Experte/der Expertin Kontakt aufnehmen und sie über den didaktischen Ablauf informieren.
2.2. Ablauf des Workshops
10:45 Beginn WorkshopteilEinstiegsrunde :
Vorstellung der einzelnen TeilnehmerInnen
Was für Fragen habt ihr gerade am Anfang zum Thema ?
Warum habt ihr diesen Workshop gewählt ? Erwartungen...
11:05 Beginn Referat Experte Vorstellen des Experten
Klar aufgebaute Informationenabgabe Schilderung einer Problematik (möglichst objektiv) Eingehen auf sachliche Fragen der TeilnehmerInnen
11:35 LeiterIn eröffnet Fragerunde Sind noch Fragen während des Referats entstanden ? Ist keine der vorher gestellten Fragen vernachlässigt worden ?
11:45 Alle Fragen sind beantwortet, Pause
12:00 Beginn der Diskussion, WorkshopleiterIn hat das Wort Schildern einer Problematik, die ausdiskutiert werden muss Meinung des Expertes kann einfliessenè Meinungsäusserungen von den TeilnehmerInnen
2.3. Aufgabe des Experten/der Expertin
Der/Die Experte/-in sollte über das vorgegebene Thema Bescheid wissen und dazu ein etwa 30-minütiges Referat halten. Dieses Referat kann von einem anderen ähnlichen Anlass übernommen sein (Folien etc.) und vielleicht inhaltlich ein wenig dem Publikum (Jugendliche) angepasst werden. Es kann auch wenig vorbereitet und improvisiert werden, oder aber es kann stundenlang präpariert werden sein - wichtig ist, dass es interessiert, informiert und nahe bei den ZuhörerInnen ist.
Nach dem Referat, in welchem der/die Experte/-in (möglichst) objektiv informieren sollte, wird eine Diskussionsrunde unter der Leitung der Moderatorin stattfinden. Dort sollten Sie sich einmischen, wenn etwas fachlich nicht der Wahrheit entspricht oder sie können auch, wenn Sie sie als persönliche Meinung deklarieren, selbstverständlich Ihre eigenen Ansichten einbringen.
Ebenfalls froh sind wir um jegliches (kopiertes) Infomaterial, das während der Mittagspause auch jenen verteilt werden kann, die den Workshop nicht besucht haben. Diese A4 Blätter und Broschüren müssen nicht extra für den Anlass geschrieben werden. Sie dienen dazu, auch den Jugendlichen, die an einem anderen Workshop teilgenommen haben, die wichtigen Informationen nicht vorzuenthalten. Sie werden zuerst von der Kommission auf ihre "Objektivität" getestet. Natürlich müssen Sie politisch nicht ganz neutral sein, um das Gleichgewicht der verschiedenen Sichtweisen etwas zu halten, möchten wir aber entscheiden, welche Infos aufliegen werden. Zwischen 40 und 60 Kopien wären etwa erforderlich.
2.4. Hilfsmittel
In allen Diskussionsräumen werden ein Hellraumprojektor und ein Flipchart stehen. Video, Diaprojektor etc. können auf frühzeitige Vorbestellung reserviert werden.
Kontaktperson
Adresse :
Noémie Frischknecht
Heinrichstrasse 6a
6331 Hünenberg
041 780 35 93
078 760 81 94
nofri chez gmx.ch
Workshop 1 : Auswirkungen einer Legalisierung
Dieser Workshop sollte zuerst einmal beschreiben, wie die Legalisierung von Cannabis in der Schweiz aussehen würde. Was steht genau im neuen BetmG, das der Ständerat gutgeheissen hat ? Beinhaltet es auch Einschränkungen, wer denn das Cannabis kaufen darf (bzgl. Alter, Wohnort...) ? Es soll erklärt werden, was die unmittelbare Folge wäre, wenn der Nationalrat die Gesetzesänderung ebenfalls gutheissen würde (was heisst das für die Kantone/die Polizei im Kanton Zug ?). Danach sollten möglichst verschiedene Szenarien durchleuchtet werden, was eine solche Legalisierung zur Folge hätte.
Welche Probleme könnten sich zusätzlich stellen, welche abgebaut werden ? Diese "Mutmassungen" sollten nicht einfach auf der persönlichen Meinung des Experten beruhen. Falls möglich sollen Zahlen und Fakten über z.B. die liberale Handhabung vom Cannabiskonsum in Holland vermittelt werden. Welche Auswirkungen könnte eine solche Legalisierung für Zollbeamte / Bauern / Hanfläden / die Jugendlichen / die öffentlichen Raucherzonen (z.B. im Zug) / die Polizei / Suchtpräventionsstellen / Mediziner haben ?
Workshop 2 : geltendes Recht
In diesem Workshop soll das BetmG, wie es im Moment existiert, durchleuchtet werden. Der Besitz welcher Cannabisprodukte ist denn nun genau strafbar (Samen, Steckling, Pflanze mit Blüten, Rohstoffe, Duftsäcklein,...) und ab welcher Menge ? Gibt es legale Sorten ? Macht das Gesetz Unterschiede zwischen den verbotenen Drogen (hart/weich) ? Wie repressiv wird überhaupt durchgegriffen ? Was ist das Opportunitätsprinzip und wird es in der Schweiz angewendet ? Sind regionale Unterschiede zwischen den verschiedenen Polizeien bezüglich Anwendung von Repression spürbar ? Dieser Hauptteil kann natürlich beliebig ausführlicher werden, er sollte sich einfach hauptsächlich mit der heutigen Gesetzgebung und ihrer effektiven Anwendung auseinandersetzen. Als Abrundung kann natürlich über die Arbeit des Experten/der Expertin selber berichtet werden, über persönliche Erfahrungen und Probleme. Die Meinung der Expertin/des Experten sollte aber trotzdem möglichst zurückgehalten werden bis zum Diskussionsteil.
Workshop 3 : medizinische Anwendung
In diesem Workshop sollte zunächst einmal erläutert werden, zu welchem Zweck Cannabis in der Medizin angewendet werden kann. Es kann ruhig auch chemisch erläutert werden (möglichst verständlich), wie Cannabis wirken kann und welche Vor- bzw. Nachteile es bringt. Je nach dem kann auch kurz geschichtlich aufgezeigt werden, wofür es auch früher verwendet wurde. Weiter kann aufgezeigt werden, welche Verabreichungsart am ehesten in Frage kommt und auch bei der Selbstmedikation am gesündesten ist.
Natürlich sollten auch einige Worte über die Legalität/Illegalität verloren werden. Wie kann bei der momentanen Gesetzgebung überhaupt mit Cannabis gearbeitet werden ?
Workshop 4 : Wirkung
In diesem Workshop soll Klarheit verschafft werden über die Wirkung und Gefährlichkeit von Cannabis. In welche Schublade der Drogen ist Cannabis zu legen und wieso ? Was ist THC und wie wirkt es (chemisch und psychisch) ? Ab welcher Dosierung wirkt es ? Auf wie viele verschiedenen Arten kann Cannabis konsumiert werden und welche Art ist am schädlichsten ? Kann Cannabis zu den weichen Drogen gezählt werden oder nicht ? Welche Gefahren birgt seine Konsumation ? Kann Cannabis als Einstiegsdroge bezeichnet werden ? Welche Auswirkungen kann Cannabis auf den Alltag eines Konsumenten haben ? Welche Probleme birgt die Illegalität ?
Es kann auch über die Arbeit in einer Suchtpräventionsstelle berichtet werden - entweder gerade in die Ausführungen hineingeflochten oder auch am Schluss, um alle Informationen noch etwas unmittelbarer und "echter" wirken zu lassen.









